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Dresdner Bischof Reinelt geht in den Ruhestand

Papst nimmt Rücktrittsgesuch des 75-Jährigen an

Dresden (dapd-lsc). Der Bischof von Dresden-Meißen, Joachim Reinelt, geht nach 24 Jahren Amtszeit in den Ruhestand. Papst Benedikt XVI. nahm das Rücktrittsgesuch des 75-Jährigen mit Wirkung zum Montagmittag an, wie das Bistum am Montag in Dresden mitteilte. Reinelt hatte das altersbedingte Rücktrittsgesuch bereits einige Monate vor seinem 75. Geburtstag im Oktober 2011 eingereicht, wie es weiter hieß. Der Papst habe ihn jedoch gebeten, vorerst im Amt zu bleiben, weil die Bischofsstühle in Berlin und Görlitz damals unbesetzt waren und der Besuch Benedikts XVI. in den neuen Bundesländern bevorstand.

Reinelt wurde am 12. Oktober 1936 in Neurode in Niederschlesien geboren und wuchs in Radeberg bei Dresden auf. 1961 wurde er in Bautzen zum Priester geweiht. Vor genau 24 Jahren, am 20. Februar 1988, wurde er in Dresden zum Bischof geweiht. In seiner Dienstzeit habe Reinelt "Chancen und Schwierigkeiten der deutschen Wiedervereinigung" zu meistern gehabt, hieß es aus dem Bistum. Einer der "vielen schönen Momente" sei die Seligsprechung des sorbischen Kaplans Alojs Andritzki im Juni 2011 gewesen. Einer der "Tiefpunkte" sei die "Aufarbeitung des kirchlichen Missbrauchsskandals" gewesen.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, würdigte Reinelt als "Seelsorger, Ideengeber und einen Bischof mitten unter den Menschen". In Erinnerung bleibe vor allem Reinelts "mutiger Einsatz" in der DDR, "Demonstranten gegen ein gottloses Regime ebenso zu unterstützen wie den staatlichen Behörden notfalls mit Ungehorsam und einer mutigen Stimme entgegen zu treten".

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tilllich (CDU) hob auch Reinelts Einsatz nach der Flutkatastrophe im Jahr 2002 hervor, als der Bischof "jedem einzelnen Halt und Hoffnung" gegeben habe. Reinelt habe bleibende Verdienste für das Gemeinwesen erworben, nicht nur für Katholiken, sondern für alle Sachsen.

Reinelt habe immer engen Kontakt zu den Menschen in seiner Diözese gesucht, betonte der Caritas-Direktor für das Bistum Dresden-Meißen, Matthias Mitzscherlich. Der Bischof habe in seiner Amtszeit immer auf die Situation der Armen und sozial Schwachen hingewiesen.

Das Bischofsamt bleibt nach Angaben des Bistums vorerst umbesetzt. Kommissarisch wird demnach vorerst der emeritierte Dresdner Weihbischof Georg Weinhold die Leitung des Bistums mit seinen 140.000 Katholiken übernehmen. Binnen acht Tagen soll ein Diözesanadministrator gewählt werden, der bis zur Wahl eines neuen Bischofs durch das Domkapitel die bischöflichen Aufgaben übernimmt.

dapd

 
erschienen am 20.02.2012
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