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Glashütter Manufaktur Grossmann weitet Fertigung aus
Umzug in neue Fertigungsstätte - Insgesamt beschäftigt Glashütter Uhrenindustrie 1.000 Menschen
Glashütte (dapd-lsc). Die jüngste Uhrenmanufaktur in Glashütte beginnt zu wachsen. Die Moritz Grossmann GmbH bezieht Ende Januar ihre neu errichteten Produktionsräume, wie Unternehmenssprecher Rainer Kern der Nachrichtenagentur dapd sagte. Gleichzeitig gibt die Manufaktur zwei Jahre nach Betriebsbeginn und vier Jahre nach Gründung ihre bisherigen provisorischen Werkstätten in Wohn- und Geschäftsgebäuden auf. Die Belegschaft soll von derzeit 24 Beschäftigten um bis zu fünf Fachkräfte pro Jahr aufgestockt werden.
Geschäftsführerin Christine Hutter kündigte an, bis Ende dieses Jahres werde das auf 100 Stücke limitierte erste Modell der Marke Grossmann hergestellt. Alle Exemplare seien bereits an Sammler in der ganzen Welt verkauft. Die Luxusbranche boome unverändert, hieß es. Das Werk der Armbanduhr wurde zwar völlig neu entwickelt, orientiert sich nach den Angaben allerdings an den traditionellen Vorgaben historischer Grossmann-Taschenuhren. Carl Moritz Grossmann (1826-1885) gilt als einer der Pioniere der Glashütter Uhrenherstellung.
Die gelernte Uhrmacherin Hutter hatte 2008 das jetzige Unternehmen gegründet und damit die 1885 erloschene Marke "Moritz Grossmann" wiederbelebt. Hinter dem Moritz Grossmann GmbH steht eine Aktiengesellschaft mit Sitz in der Schweiz, in der Investoren vereint sind. Mit der neuen Produktionsstätte, die bei voller Ausnutzung 2.600 Quadratmeter Platz bietet, soll auch der Maschinenpark verdoppelt werden. Mittelfristig will Firmenchefin Hutter 1.200 Luxusuhren pro Jahr herstellen. Bis Anfang 2013 sollen zwei neue Modelle serienreif entwickelt sein, die dann eine erste Grossmann-Kollektion begründen werden. Bis dahin will das junge Unternehmen seinen Vertrieb ausbauen.
Gut 80 Prozent der Wertschöpfung des aus 180 Teilen bestehenden Uhrwerks erfolgt in Glashütte. "Wir sind die einzige Manufaktur in Glashütte, die auch die Zeiger selbst herstellt", sagte die Geschäftsführerin. Allein mit der Veredelung eines Zeigersatzes ist eine Finisseurin einen Tag lang beschäftigt. Der Aufwand hat seinen Preis: Eine Grossmann-Uhr kostet 16.800 Euro. Das neue Produktionsgebäude, das Mitte des Jahres öffentlich vorgestellt werden soll, steht auf traditionsreichem Boden - dort, wo sich früher die Uhrenrohwerkefabrik UROFA befand - und in Sichtweite weiterer Glashütter Uhrenhersteller mit Weltruf.
Nach Angaben des Bürgermeisters der Kleinstadt, Markus Dreßler (CDU), sind aktuell elf Uhrenfirmen in Glashütte ansässig. Sie alle erfüllten die sogenannte Glasütte-Regel, wonach 50 Prozent der Werkschöpfung der Uhren in der Stadt am Rande des Erzgebirges erfolgen muss. Andernfalls dürften die Erzeugnisse die Herkunftsbezeichnung "Glashütte" nicht tragen.
Aktuell sind mehr als 1.000 Mitarbeiter in der Uhrenindustrie beschäftigt. Dreßler sagte, die Zahl des Beschäftigten steige kontinuierlich an. Inzwischen sei sie wieder auf dem Niveau der Vorwendezeit angekommen. Zwar hatten die zwangsvereinigten VEB Glashütter Uhrenbetriebe mehr als 2.500 Mitarbeiter, jedoch waren nach Angaben des Rathauschefs lediglich rund 1.000 direkt in der Uhrenherstellung beschäftigt. Die übrigen arbeiteten in Betriebskindergärten, Kantinen, Bau- und Handwerksbrigaden.
dapd