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IG Metall: Rettung von Manroland hat massiven Stellenabbau zur Folge
Geplante Zerschlagung des Konzern könnte viele Arbeitsplätze kosten
Plauen (dapd-lsc). Die rund 800 Beschäftigten im Plauener Werk des insolventen Druckmaschinenherstellers Manroland müssen um ihre Arbeitsplätze bangen. Wie die IG Metall am Montag im Anschluss an eine Betriebsversammlung auf Nachfrage mitteilte, drohen in Plauen ab Februar erhebliche Personalkürzungen.
"Es werden nur noch so viele Menschen beschäftigt, wie es von der Auftragslage gedeckt ist", sagte der IG-Metall-Bevollmächtigte Stefan Kademann unter Verweis auf Gespräche mit dem Insolvenzverwalter. Konkrete Zahlen zum Stellenabbau wollte er nicht nennen, allerdings würden "20 Prozent mit Sicherheit nicht ausreichen", sagte Kademann. Nach Angaben der IG Metall reagierte die Belegschaft frustriert auf die Nachricht.
Im Plauener Manroland-Werk war am Montag eine Betriebsversammlung einberufen worden, auf der die Beschäftigten über die Zukunft des Betriebes informiert werden sollten. Anlass war eine Erklärung des Insolvenzverwalters Werner Schneider in der vergangenen Woche, wonach die drei Standorte von Manroland in Augsburg, Offenbach und Plauen noch im Januar verkauft würden. Konkrete Namen von Investoren wurden nicht genannt, allerdings war von einer Zerschlagung des Konzerns die Rede. Wie Kademann sagte, könnte das Werk in Plauen zukünftig als Zulieferer für das Stammwerk in Augsburg fungieren.
Derweil vermeldete die IG Metall die Zusagen der Eigentümer MAN und Allianz zur Bereitstellung von 24 Millionen Euro für Qualifizierungs- und Transfergesellschaften als Teilerfolg für die Belegschaft. "Beide Unternehmen haben erklärt, dass sie Arbeitnehmer von Manroland, die nach einer Insolvenz nicht weiterbeschäftigt werden können, nicht im Regen stehen lassen", sagte IG-Metall-Vorstand Jürgen Kerner in Frankfurt. Allerdings müsse "mit dem Verlust von vielen Arbeitsplätzen" an allen drei Standorten in Augsburg, Offenbach und Plauen gerechnet werden. Kerner forderte, den Arbeitsplatzabbau so zu gestalten, dass betroffene Arbeitnehmer in der Region alternative Arbeitsplätze finden könnten.
Manroland hatte im November Insolvenz angemeldet. Der Konzern beschäftigt derzeit an den Standorten Augsburg, Offenbach und Plauen rund 6.500 Menschen. Eigentümer sind die Allianz Capital Partners mit 75 Prozent und der Lkw-Hersteller MAN. Die Beschäftigten in Plauen kündigten für Freitag (13. Januar) eine Demonstration an. Unter dem Motto "Kein schwarzer Freitag für Manroland" wollen sie für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze erneut auf die Straße gehen.
dapd