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Foto: David Ebener/dpa

Jetzt ist es amtlich: Erstmals ein Wolf in der Region nachgewiesen

Immer wieder wollen Menschen in der Region Wölfe gesehen haben. Echte Beweise gab es bislang nicht. Den liefert jetzt ein Fall in Wilkau-Haßlau.

Von Gabi Thieme
erschienen am 13.08.2014

Wilkau-Hasslau/Rietschen. Ein Wolf ist mit hundertprozentiger Sicherheit durch den Landkreis Zwickau gezogen und hat dort seine Spuren hinterlassen. Das bestätigte am Mittwoch das Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz im ostsächsischen Rietschen. Ende März hatte unweit von einer Wohnsiedlung in Wilkau-Haßlau ein Anwohner ein wolfsähnliches Tier auf freier Fläche nahe der A 72 gesichtet. Dem Mann sei es gelungen, vor Ort Haare des Tieres einzusammeln, die er dem Landratsamt übergab, berichtete Vanessa Ludwig vom Kontaktbüro. Die genetischen Untersuchungen am Senckenberg-Institut für Wildtiergenetik in Gelnhausen habe bestätigt, dass es sich bei dem Tier um einen Wolf handelt. Zugleich sei damit der erste zweifelsfreie Nachweis für den Aufenthalt eines Wolfes in Südwestsachsen erbracht worden.

Allerdings scheint es sich bei dem seltenen Gast um einen "Pendler" zu handeln. Denn nachdem bis Anfang Mai aus dem Landkreis Zwickau zunächst noch weitere Hinweise von Bürgern kamen, gab es dann offenbar keine Beobachtungen mehr. "Es ist gut möglich, dass es sich bei dem Tier um einen durchwandernden Wolf handelt, der weitergezogen ist", sagte Ludwig. Die genaue Herkunft des Tieres habe man bei der genetischen Untersuchung nicht feststellen können. Er habe keinem der in Deutschland und Westpolen bekannten Rudel zugeordnet werden können.

"Das Tier passt jedoch genetisch in die mitteleuropäische Wolfspopulation. "Wölfe können, wenn sie sich im Alter von ein bis zwei Jahren vom Rudel lösen und ein eigenes Territorium und einen Partner suchen, in einer Nacht durchaus bis zu 80 Kilometer Entfernung zurücklegen. Es könnten also überall in Sachsen Wölfe auftauchen, so Ludwig. Nicht bestätigt hat sich nach genetischen Untersuchungen der Verdacht, dass Wölfe kürzlich erstmals die Elbe bei Dresden überquert und auf der Südseite zwei Schafe gerissen haben. Wolfsbeauftragte Karin Hohl berichtete dagegen, dass es im sächsischen Vogtland seit längerem ungesicherte Hinweise von Augenzeugen gab. Entsprechend seien erste Fotofallen installiert worden. Einen gesicherten Wolfsnachweis gebe es vom Truppenübungsplatz Ohrdruf bei Gotha im nahen Thüringen. Dort sei jetzt eine junge Wölfin ansässig, allerdings sei noch unklar, woher sie gekommen ist.

Laut sächsischem Umweltministerium sei beabsichtigt, die Fördergebiete zu erweitern, in denen Nutztierhalter Gelder für vorsorgliche Herdenschutzmaßnahmen erhalten. Bisher profitierten Landwirte im Bezirk Chemnitz kaum davon, weil nur dort Fördergelder für Vorkehrungen ausgereicht werden, wo Wölfe dauerhaft leben sowie in einem Umkreis von 30 Kilometern, sagte Sprecher Frank Meyer. Sollte es außerhalb davon Schäden geben, erhielten betroffene Tierhalter allerdings bereits jetzt einen Ausgleich.

Vorkommen und Verstöße

In Sachsen leben aktuell zwölf Wolfsrudel oder -paare, zwei davon grenzüberschreitend zu Bayern und Tschechien. Zu einem Rudel gehören in der Regel fünf bis zehn Tiere.

Ein Wolf ist jetzt erschossen in einem Naturschutzgebiet bei Lieberose in Brandenburg entdeckt worden. Sein Kopf war abgetrennt. Die Stiftung Naturlandschaften hat Strafanzeige erstattet. Es ist der sechste in Brandenburg getötete Wolf.

 
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