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Kombination aus stoßfestem Helm und modischer Mütze
Jungunternehmer aus Sachsen entwickeln neuartige Hartschalenmütze
Elsterheide-Neuwiese (dapd-lsc). Es ist reine Handarbeit: Mit geschickten Griffen stülpen Mitarbeiter der Trikant GbR im sächsischen Elsterheide-Neuwiese bei Hoyerswerda bunt gestreifte Strickmützen über Kunststoffhartschalen mit Lüftungsschlitzen. Fertig ist der sogenannte helt-pro. "Einen deutschen Namen gibt es für unser Produkt eigentlich gar nicht", sagt Firmenmitinhaber Matthias Petrick. Man könne es aber als Mützenhelm umschreiben, betont der 33-jährige Lausitzer.
Derzeit haben die vier Angestellten und zwei Geschäftsführer des Unternehmens besonders viel zu tun. Denn zu den Hauptkunden der Mützen mit Schutzfunktion gehören Wintersportler.
Die Idee dafür sei 2007 beim Aprés Ski am Pistenrand geboren worden, erinnert sich Petrick. Der Elektrotechniker überlegte sich damals gemeinsam mit zwei wintersportbegeisterten Mitstreitern, wie ein Skihelm modisch aufgepeppt werden könnte. Einfach eine Mütze überstülpen war keine Lösung.
"Wir haben uns also daran gemacht, etwas völlig Neues zu entwickeln", sagt der Unternehmer. Es folgten monatelange Produkt- und Patentrecherchen. 2008 wurde dann eine erste kleine Serie der Lausitzer Mützenhelme verkauft.
Inzwischen werden nach Firmenangaben 2.500 Stück pro Jahr abgesetzt, der Jahresumsatz kletterte auf 200.000 Euro. In den nächsten Jahren will Trikant moderat wachsen und jährlich bis zu 10.000 der neuartigen Mützenhelme verkaufen. Ab kommendem Frühjahr sollen sie auch als Sommer-Variante zu haben sein. Zunächst sind Radler und Skater die Zielgruppen, später sollen die Kappen noch für Reit- und Wassersportler wie Kitesurfer folgen. Auch eine Kinderkollektion ist in Vorbereitung.
Die Hartschale genügt nach EU-Norm der Schutzkategorie I von insgesamt drei Kategorien. Beim Sturz würden beispielsweise spitze Eisbrocken oder Steine abgehalten und der Stoß beim Aufschlagen auf den Boden gedämpft, sagt Petrick. Äußerlich ist nur die wärmende Stoffmütze sichtbar, die gewaschen oder auch gänzlich gegen ein anderes Modell ausgetauscht werden kann.
Zu haben sind die schützenden Mützen mit und ohne Bommel, als Schapka mit Ohrenschützern oder als reines Damenmodell mit gedrehten Strickzöpfchen. Die Spezialvariante eines helt-pro-Trachtenhuts wurde im September in 300 Exemplaren rund um das Münchner Oktoberfest verkauft und dort von Rikscha-Fahrern getragen. Derzeit prüft das Unternehmen, ob die Mützenhelme auch für Epilepsie-Patienten optimiert werden können.
Gefertigt wird der Kopfschutz den Angaben zufolge ausschließlich in Deutschland. Die Hartschale liefert ein Kunststoffspezialist aus dem sächsischen Wilthen, den Mützenstoff eine Strickerei aus Apolda im benachbarten Thüringen. In zwei Behindertenwerkstätten in Hoyerswerda und Kamenz werden die beiden Bestandteile für ihre Vereinigung vorbereitet.
Der technische Leiter der Werkstatt St. Nikolaus in Kamenz, Frank Hasse, sagt, der Produktmix biete den Mitarbeiter mit Einschränkungen eine stetige Abwechslung. Besonders stolz sei die Werkstatt darauf, dass die Behinderten in sehr viele Prozesse bei der Entstehung der Produkte eingebunden gewesen seien.
Gefragt sind die neuartigen Hartschalenmützen für Modebewusste nicht nur in Deutschland: Rund die Hälfte der Produktion geht derzeit an Händler ins Ausland.
dapd