Die Opposition kritisiert geplante Stellenkürzungen und Standortschließungen an sächsischen Hochschulen.Foto: dapd
Kritik am Stellenabbau an sächsischen Hochschulen
SPD wirft Wissenschaftsministerium "Salami-Taktik" vor
Dresden (dapd-lsc). Die Opposition kritisiert geplante Stellenkürzungen und Standortschließungen an sächsischen Hochschulen. Die "Salami-Taktik" des Wissenschaftsministeriums verunsichere das Personal vor Ort und schrecke Studienbewerber ab, sagte der SPD-Hochschulexperte Holger Mann am Donnerstag in Dresden. Mann verwies auf Hochschulexperten, die sich zuvor im Landtag kritisch zur Kürzung geäußert hätten.
Die Grünen-Fraktion kritisierte, dass der Entwurf für den Hochschulentwicklungsplan bereits der Presse vorgestellt wurde, bevor die Universitäten Einblick gehabt hätten. Grünen-Geschäftsführer Karl-Heinz Gerstenberg forderte das Wissenschaftsministerium auf, den Entwurf zügig dem Landtag zuzuleiten. "Alles andere ist eine grobe Missachtung des Parlaments."
Auch die Linken-Fraktion äußerte ihr Bedauern über die vorgestellten Pläne. Das vorgestellte Konzept der Wissenschaftsräume erscheine "zu kleinteilig angelegt" und "durch Sparzwänge motiviert", sagte der hochschulpolitische Sprecher Gerhard Besier. Mit ihrer "Kürzungsdoktrin" schade die Regierung dem Wissenschaftsstandort Sachsen.
Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) mahnte eine öffentliche und transparente Debatte über die Hochschulplanung an. Der Landesvorsitzende Marco Unger kritisierte, dass das Ministerium Wert darauf lege, wichtige Entscheidungen "in Hinterzimmergesprächen abzuwickeln". Der Freistaat Sachsen müsse die Sparpolitik beenden.
Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) hatte am Dienstag den Entwurf für den Hochschulentwicklungsplan bis 2020 vorgelegt. Dieser sieht die Schließung der beiden Standorte Reichenbach (Vogtlandkreis) und Roßwein (Landkreis Mittelsachsen) vor. Außerdem sollen an sächsischen Hochschulen 300 Stellen bis 2016 abgebaut werden. Im Haushalt 2011/12 ist der Abbau von insgesamt 1.000 Stellen bis 2020 vorgesehen.
dapd