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MDR trennt sich von Deutschem Fernsehballett
Anteile gehen an Berliner Fernsehproduzenten
Leipzig (dapd-lsc). Das Deutsche Fernsehballett gehört nicht mehr dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Die 100-prozentige Sender-Tochter Drefa-Holding hat ihren 90-prozentigen Anteil an dem Ballett an den Berliner Fernsehproduzenten Peter Wolf verkauft, wie der MDR am Montag in Leipzig mitteilte. Die übrigen zehn Prozent würden beim Fernsehballett-Verein verbleiben, dem die Mitglieder des Ensembles angehören, hieß es weiter.
"Das Deutsche Fernsehballett bleibt über die nach wie vor vereinbarten zahlreichen Auftritte auch weiterhin eng mit dem MDR-Fernsehen verbunden", sagte Drefa-Geschäftsführer Uwe Geißler den Angaben zufolge. Wolf sei ein äußerst branchenerfahrener Unternehmer, der dem Ballett - auch über dessen 50. Geburtstag in diesem Jahr hinaus - bundes- und europaweit eine dauerhafte Perspektive auf hohem künstlerischen Niveau bieten könne.
Wolf dankte dem MDR für das entgegengebrachte Vertrauen. "Das Deutsche Fernsehballett hat mit dem MDR für die Jahre 2012 und 2013 eine Vielzahl von Auftritten in MDR- und ARD-Sendungen vereinbart und auch daher blicken wir optimistisch in die Zukunft", sagte Wolf der Mitteilung zufolge. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt.
Das Fernsehballett war im Jahr 1962 im Auftrag des Deutschen Fernsehfunks der DDR gegründet worden. Nach dem Ende der DDR drohte auch dem Ballett das Aus. Der neu gegründete MDR bot eine Übernahme an und so ging das Fernsehballett des DDR-Fernsehens im Januar 1992 in der MDR Deutsches Fernsehballett GmbH auf. 1999 übertrug der Sender seine Anteile an die Drefa-Holding.
Für Aufregung sorgte im Oktober vergangenen Jahres der Auftritt von Ensemblemitgliedern bei einer Feier für den tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow, dem Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden.
dapd