Foto: dapd

Mehr Studenten an Sachsens Hochschulen

Knapp 2.000 junge Leute immatrikulieren sich 2011 mehr als 2010

Kamenz (dapd-lsc). Trotz bisher anderslautender Prognosen steigt die Zahl der Studenten in Sachsen. Wie das Statistische Landesamt am Montag in Kamenz mitteilte, waren 2011 insgesamt 111.635 Studenten an den sächsischen Hochschulen eingeschrieben. Das waren den Angaben der Statistiker zufolge 1.874 mehr als im Jahr 2010. Ein Studium in Sachsen begannen im vergangenen Jahr 21.478 Männer und Frauen. Damit stieg die Zahl der Studienanfänger um 1.209 im Vergleich zum Vorjahr.

Der Frauenanteil unter allen Studenten lag bei 45 Prozent. Von den Studienanfängern waren 43,6 Prozent Frauen. Am beliebtesten waren die Ingenieurwissenschaften, 30.669 Studenten waren dafür eingeschrieben. Mit 28.153 Studenten erreichten die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Rang zwei.

Die sächsischen Hochschulen sind auch gefragt bei Studenten, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in anderen Bundesländern oder im Ausland erworben haben. 2011 betrug der Anteil der "Nichtsachsen" an den 100.126 deutschen Studenten an Sachsens Hochschulen insgesamt 46 Prozent, im Vergleich zu 43 Prozent 2010. Die meisten auswärtigen Studenten kamen aus Thüringen (8 Prozent), Sachsen-Anhalt (7 Prozent) und Brandenburg (6,5 Prozent).

"Anders als bisher angenommen wird sich die hohe Auslastung in den nächsten Jahren weiter fortsetzen", sagte Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos). Obwohl sich diese Entwicklung in den vergangenen Jahren bereits angedeutet habe, sei sie in diesem "beachtlichen Umfang" nicht von der Kultusministerkonferenz vorhergesagt gewesen. "Die Hochschulpolitik des Freistaates wird sich dieser neuen Situation annehmen und Antworten finden müssen", ergänzte Schorlemer.

Die SPD-Fraktion forderte daraufhin erneut einen Aufschub der geplanten Stellenkürzungen an den Hochschulen. Der SPD-Sprecher für Hochschule und Wissenschaft, Holger Mann, forderte die Landesregierung zudem auf, einer Abschaffung des Kooperationsverbots zuzustimmen. Das Verbot untersagt dem Bund, in die Bildungshoheit der Länder einzugreifen. Das wirkt sich nach Ansicht der SPD unter anderem nachteilig auf die Finanzierung der Hochschulen aus.

Der Wissenschaftsexperte der Linksfraktion, Gerhard Besierer, kritisierte, die Landesregierung gehe von einer viel zu geringen Zahl von Studenten aus. Die geplanten Stellenstreichungen seien aufgrund der neuen Zahlen nicht länger haltbar. Der Freistaat will bis 2016 300 Stellen an Hochschulen abbauen.

Ähnliche Kritik äußerten auch die Grünen. "Die Staatsregierung darf die Hochschulen mit dieser Überlast nicht allein lassen", sagte der hochschulpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Karl-Heinz Gerstenberg. Die Regierung müsse die Hochschulen personell und finanziell so ausstatten, "dass sie mit diesem - überaus erfreulichen - Zuwachs an Studierenden qualitativ hochwertig umzugehen vermögen", sagte er weiter.

dapd

 
erschienen am 20.02.2012
© Copyright dapd Nachrichtenagentur GmbH
 
Kommentare
1
(Anmeldung erforderlich)
  • 01.03.2012
    16:01 Uhr

    Matthias1: Die Finanzlage der Hochschulen könnte besser sein, wenn von Bummelstudenten (vor allem solchen aus NRW), die mehrfach erfolglos ansetzen, ihr Studium zu beenden, saftige Gebühren verlangt würden. So lange, wie der NRWler Holger Mann auf Kosten der sächsischen Steuerzahler erfolglos Uni-Ressourcen in Anspruch genommen hat, sollte er besser dankbar sein und verschämt schweigen als sich als hochschulpolitischer Sprecher aufzuspielen. Leute wie ihn braucht Sachsen nicht - weder an Hochschulen noch in der Politik!

    1 0
     

 
 
 
Artikel weiter empfehlen
per E-Mail per Bookmark
 
Facebook Teilen   Twittern  
 
 
Shop-Tipp

Erlebnistour: Spreewald - eine kulinarische Reise

Diese Erlebnistour wird Ihnen schmecken: Im Juli geht es auf knackig, genussvolle Tour in den Spreewald. Ziel ist eines der ersten Gurkenfelder....
 
Shop-Tipp

Atempausen für den Alltag

Nach Feierabend ein bisschen ins Blaue fahren, am Wasser sitzen und die Seele baumeln lassen. Oder in der Mittagspause den Vögeln in den...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Webtipps