Ein portugiesischer Sattelzug kippte kurz nach der Anschlussstelle Zwickau West um und verlor mehrere Tonnen Gemüse und etwa 1000 Liter Diesel.Foto: Ralph Köhler
Mehr als 50 Unfälle auf schneeglatten Straßen in Südwestsachsen
A72 nach Lkw-Unfall zehn Stunden gesperrt - Sattelzug mit Sommerreifen unterwegs
Chemnitz/Zwickau. Mehr als 50 Verkehrsunfälle auf schneeglatten Straßen haben sich am Samstag in Südwestsachsen ereignet. Dabei wurden mehrere Menschen zum Teil schwer verletzt. Den Gesamtschaden beziffert die Polizei auf mehr als 300.000 Euro.
Der Löwenanteil der Schadenssumme entfällt auf einen Lkw-Unfall auf der A 72 Richtung Chemnitz. Wegen aufwändiger Bergungsarbeiten musste die Autbahn zwischen den Anschlusstellen Zwickau West und Zwickau Ost am Samstag mehr als zehn Stunden gesperrt werden. Nach Auskunft der Polizei verlor ein 47-Jähriger, der mit seinem portugiesischen Sattelzug mit Sommerreifen unterwegs war, gegen 14.15 Uhr, etwa einen Kilometer nach der Abfahrt Zwickau West beim Überholen auf abschüssiger Strecke die Kontrolle über sein Fahrzeug. Dabei stieß er mehrmals gegen die rechte Leitplanke, sodass 120 Meter beschädigt wurden. Dann rutschte der Lkw samt Auflieger etwa sechs Meter die Böschung hinunter. Die Zugmaschine verkeilte sich in der Leitplanke. Dabei wurde der Fahrer eingeklemmt und leicht verletzt. Er konnte vor Ort behandelt werden.
Laut Polizei verteilte sich die Ladung - tonnenweise Gurken und Blumenkohl - auf der Fahrbahn. Zudem liefen etwa 1000 Liter Diesel ins Erdreich. Die Autobahn war wegen Bergungsarbeiten bis gegen 0.30 Uhr voll gesperrt. Der Verkehr wurde an der Anschlussstelle Zwickau-West abgeleitet.
Zum Einsatz kamen das THW Reichenbach sowie die Wehren von Lichtentanne, Hirschfeld und Ebersbrunn. Den Gesamtschaden geben die Beamten mit 190.000 Euro an. Davon entfällt der Großteil auf den Lkw-Sattelzug sowie jeweils 10.000 Euro auf die Ladung und die Leitplanke. (fp)