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KarlheinzNitzschke Karlheinz Nitzschke - Doreen und Holger Nitzschke im modernen Speisesaal. Sie leiten die Geschicke der Herberge. Und setzen damit eine Familientradition fort.

Foto: Falk Bernhardt Bild 1 / 4

Mit einem Zelt-Dorf fing alles an

Aus einer Badeanstalt mit Leinwandvillen ist eine kleine feine Bungalowsiedlung geworden. Die Jugendherberge in Falkenhain wird so oft wie keine andere in Sachsen besucht. Obwohl sie bereits 50 ist.

Von Renate Färber
erschienen am 20.08.2015

Falkenhain. Mit Baden ist erst mal Schluss. Es regnet und regnet und regnet. Doch das macht denen, die auf der überdachten Terrasse Tischtennis spielen, nichts aus. Sportsgeist siegt. Doreen Nitzschke lächelt. "Wir sind froh, dass wir das Dach haben", sagt die Chefin der Jugendherberge (JH) Falkenhain an der Talsperre Kriebstein im Mittelsächsischen, und öffnet die Tür zum modernen Speisesaal mit 140 Plätzen. Offiziell heißt das Haus Versorgungstrakt. Denn es beherbergt auch eine gut ausgestattete Küche. Ja, hier kocht der Hausherr noch selbst. Vor zwei Jahren wurde das Gebäude eingeweiht. "1,2 Millionen Euro hat es gekostet - Mittel vom Land und Sachsens Jugendherbergsverband", erzählt die Chefin.

Begonnen hat in Falkenhain direkt an der Talsperre alles vor 50 Jahren. "Damals war das hier ein Dorf mit 100 Vier-Mann-Zelten", erinnert sich Karlheinz Nitzschke. Er und seine Frau Gisela waren einst die Chefs und sind auch heute noch vor Ort. Nitzschke? Ja, die Herberge liegt seit Anbeginn in Familienhand. Die Senioren sind froh, dass Schwiegertochter Doreen und Sohn Holger in ihre Fußstapfen getreten sind. Holger ist der Stellvertreter. Er ist gelernter Tischler, sie hat Betriebswirtschaft studiert - ergänzt sich wunderbar, sagen beide.

Schritt für Schritt ist es vorangegangen. 1973 wurde begonnen, die Zelte durch Bungalows zu ersetzen - mehr als 30. Mit den Jahren kamen Klubgaststätte, Kinohalle, Boots- und Badesteg dazu. In der "Neuzeit" wurden die Schritte größer. Heute haben die zwölf Familienbungalows eine Miniküche, Dusche und WC. Ein modernes Sanitärgebäude steht für Gäste der anderen 22 Häuschen zur Verfügung. Insgesamt gibt es 220 Plätze. Das Herbergsdorf sucht in Sachsen seinesgleichen. Es wird so oft wie keines der anderen 25 Häuser des Jugendherbergsverbandes im Freistaat besucht. "Obwohl es ,nur' ein Saison-Geschäft ist", betont der Vorstandsvorsitzende des Landesverbandes, Thomas Müller. "Seit Jahren haben wir hier die höchste Auslastung. Zurzeit liegt sie bei 54 Prozent. Bei den anderen Häusern sind es bis zu 39 Prozent pro Bett." Seit 1990 flossen in Instandhaltung und Neubau der JH im Land 37,5 Millionen Euro - Mittel von EU, Bund, Land, Kommunen und dem Verband.

Das Bungalowdorf liegt an der Talsperre in herrlicher Natur. So dreht sich alles ums Wasser und die "Freiheit". "Aqua-Outdoor" ist das Schlagwort. Soll heißen, es wird viel auf und im Wasser sowie im Freien gestaltet. Die Angebote sind entsprechend. Ruderboote und Kanus werden ausgeliehen, Flöße können gebaut werden. Wasserski oder Wakeboard? Das ist die Frage beim Anfängerkurs an der nahegelegenen Wasserskianlage Rossau. "Die wird gerade instandgesetzt. Ich hoffe, dass wir sie 2016 wieder nutzen können", so Chefin Doreen Nitzschke. Am häufigsten kommen Schulklassen, für die spezielle Programme geschneidert werden. Aber auch Vereine und Verbände sind zu Gast. Zwei eigene Ferienlager sind schon Tradition. "Was uns besonders freut: Es kommen immer mehr Familien."

Die Bungalows haben mehr als 40 Jahre auf dem Buckel. "Auch wenn schon investiert wurde, einmal müssen sie ersetzt werden", sagt Holger Nitzschke. Dafür wird eine Studie erarbeitet, die zeigen soll, was machbar ist. "Auf jeden Fall soll der Charakter erhalten bleiben", betont Müller. Später sollen nicht nur einige, sondern alle Bungalows Dusche und WC haben. "Ein ganzjähriges Angebot wird es allerdings nicht geben. Da gibt es eh keine Nachfragen." Diskutiert wird allenfalls darüber, ob man die Saison etwas verlängern könnte.

Mittlerweile ist auf der Terrasse etwas Ruhe eingezogen. Nur vor dem Imbiss sitzen ein paar Gäste. Familie Claus aus Niederau bei Meißen etwa. "Wir sind schon das fünfte Mal hier", sagt Mutter Daniela. "Das Ambiente ist was Besonderes, es stimmt alles." Auch die Kinder Marie (10), Nellie (9) und Joline (12) sind begeistert. Baden, Bootfahren, mit der Fähre übersetzen - alles klasse, meinen sie. Auf der Terrasse fallen ein paar Stühle auf: Sitze und Lehne aus Plastikschnüren. Relikte aus DDR-Zeiten. "Die hat der Berliner Tierpark damals für einen symbolischen Preis abgegeben", erzählt Karlheinz Nitzschke. "Viele andere mussten wir schon austauschen, aber die sind unverwüstlich", fügt Doreen Nitzschke hinzu.

Geburtstagsfeier am Sonntag in der JH: Ab 14 Uhr Familiennachmittag u. a. mit der Blue-Master-Combo, Spiel- und Bastelstraße, Hüpfburg, Kinderreiten.

 
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Onkel-Max-Frage
Wie unterscheiden die Schweizer die Massen?
Onkel Max
Tomicek

Auf der Seite "Onkel Max" hieß es vor einiger Zeit zu einer Frage nach dem Buchstaben "ß", dass die Schweizer immer "in Massen" essen, es bedeute "in Massen", aber auch "in Maßen". Wie aber wird dann die Bedeutung unterschieden, wenn es beides heißen kann? (Die Frage stellte J. Volke aus Crottendorf.)

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