Foto: dapd

Neue Behörde in Zschopau nicht zu finden

Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Sachsen hat am 1. Januar Arbeit aufgenommen - Neu ist bisher jedoch nur der Name

Chemnitz. 1100 Landesbedienstete aus dem Bereich Verkehrswesen haben seit dieser Woche neue Briefbogen, Adressen und Büros. Aber nur theoretisch. In der Praxis hat sich für die meisten von ihnen de facto kaum etwas geändert. Zwar wurden die sechs bisherigen Straßenbauämter (Chemnitz, Plauen mit Außenstelle Bad Schlema, Döbeln, Leipzig, Dresden/Meißen und Bautzen) mit dem Autobahnamt Sachsen und seinen sieben Autobahnmeistereien zusammengelegt, und sie bilden nun das neue Landesamt für Straßenbau und Verkehr - mit einer Zentrale in Dresden und Niederlassungen in Zschopau, Plauen, Bautzen, Meißen und Leipzig. Bis aber beispielsweise 150 Fachleute von ihren Büros in Chemnitz und teils aus Bad Schlema nach Zschopau umziehen, werden noch Jahre vergehen. Finden wird sie in Zschopau keiner.

Vorerst bleibt alles beim Alten

Denn in der Immobilie dort ist immer noch das Finanzamt Zschopau untergebracht. Das soll nach Annaberg-Buchholz umziehen - in das Gebäude des Amtsgerichts. Dieses wird im Zuge von Strukturveränderungen bei der Justiz dem Amtsgericht Marienberg zugeschlagen. Da der Platz im Marienberger Amtsgericht aber nicht ausreicht, muss auf der Freifläche neben dem historischen Gericht ein Neubau errichtet werden. In dem sollen unter anderem die Grundbuchabteilungen mit riesigen Registerbeständen Platz finden.

Bisher laufen aber gerade einmal die Planungen für den Neubau, wie Gerichtsdirektor Joachim Herrmann bestätigt. An einen Umzug der Annaberger Richter sei also vorerst nicht zu denken. Dort soll aber das Zschopauer Finanzamt mit den Stollberger und Schwarzenberger Ämtern zusammengelegt werden. Finanzvorsteher Joachim Vogt rechnet jedoch nicht vor 2017 mit dem Umzug in die Erzgebirgshauptstadt.

Die Straßenbauexperten brauchen in den Büros in Chemnitz, Bad Schlema und Döbeln also noch lange keine Umzugskisten packen. Sie haben derzeit vielmehr alle Hände voll damit zu tun, ihren Partnern in Kommunen und Kreisen ihren alten Aufenthaltsort kundzutun. Zumindest haben aber alle Niederlassungen neue Chefs, wie das Wirtschaftsministerium mitteilte. "Mit der neuen, optimierten Struktur können wir eine landesweit ausgewogene und standortnahe Betreuung der Straßennetze garantieren, die den Bedürfnissen von Bürgern und Wirtschaft gerecht wird", heißt es. Kritiker halten dagegen, dass dies mit den alten Strukturen ebenso möglich war.

 
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erschienen am 05.01.2012 ( Von Gabi Thieme )
 
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