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Gespannte Atmosphäre: Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange hat den Chemnitzer Konzernchef Hans J. Naumann im Blick.

Foto: Härtelpress

Rassismus-Debatte: Naumanns Aussagen bleiben ohne Folgen

Wegen umstrittener Äußerungen in einem "Freie Presse"-Interview traf der Chemnitzer Unternehmer Hans J. Naumann gestern die Wissenschaftsministerin. Ergebnis: Naumann behält seinen Sitz im TU-Hochschulrat - was nicht alle an der Uni billigen.

Von Swen Uhlig
erschienen am 20.05.2017

Chemnitz. Es war eine große Runde, die sich gestern Nachmittag am Firmensitz des Maschinenbau-Konzerns Niles-Simmons-Hegenscheidt im Chemnitzer Stadtteil Schönau zusammenfand. Unternehmensinhaber Hans J. Naumann begrüßte den Kanzler der TU Chemnitz, Eberhard Alles, ebenso wie den Prorektor für Lehre und Internationales, Maximilian Eibl, und den Vorsitzenden des Hochschulrates der Uni, Peter Seifert. Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange reiste aus Dresden an, dabei war auch die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (beide SPD). Komplettiert wurde die Runde durch drei Vertreter des TU-Studentenrates.

Thema des rund einstündigen Gesprächs hinter verschlossenen Türen: Naumanns Äußerungen in einem "Freie Presse"-Interview, das am 15. April 2017 erschienen war. Darin hatte der gebürtige Sachse und heutige US-Staatsbürger der weißen Bevölkerung geraten, gegen sechs Milliarden Asiaten zusammenzustehen. Er regte außerdem an, die afroamerikanische Jugend zum Militär einzuziehen, um sie zu disziplinieren. Die Aussagen sorgten für Wirbel, weil Naumann auch Mitglied des TU-Hochschulrates ist - der Studentenrat forderte seinen Rücktritt. Die Leitung der Universität distanzierte sich von Naumanns Äußerungen, und die Wissenschaftsministerin zeigte sich irritiert wegen des "deutlich rassistischen Tenors" seiner Worte.

Nach dem Treffen gestern gaben Stange, Naumann und ein Vertreter des Studentenrates den wartenden Journalisten kurze Statements - Fragen waren dabei nicht zugelassen. Die Ministerin erneuerte ihre Kritik an Naumann; seine Aussagen seien rassistisch und vertrügen sich nicht mit den Wertvorstellungen an sächsischen Hochschulen. Nach dem Gespräch gestern aber könne sie seine Worte besser einordnen, damit sei die Sache für sie geklärt. Naumann sagte, er sei erschrocken gewesen darüber, "wie sich die Dinge entwickelt haben". Er bedauerte, sich nicht so geäußert zu haben, dass seine Aussagen "nicht fehlinterpretiert werden können". Zugleich warf er der "Freien Presse" eine verzerrende Überschriften-Auswahl vor.

Für den Studentenrat erklärte Marius Hirschfeld, man erkenne an, dass Naumann seine Aussagen bei dem Treffen gestern "ins rechte Licht gerückt hat". Er betonte aber, dass die Angelegenheit für die Studentenvertretung noch längst nicht abgeschlossen sei. Hirschfeld: "Wir fordern weiter seinen Rücktritt aus dem Hochschulrat."

 
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Kommentare
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Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 20.05.2017
    18:40 Uhr

    Zeitungss: @ Tauchsieder: Der Beitrag von 15.19 Uhr ist voll zu unterschreiben, einziger Zusatz, man sollte nicht am Zentralrechner der Meinungsbildner mit eigener Meinung in diesem Land hängen, beruflich ist so etaws tödlich. Mir ist diese Verfahrensweise noch aus der "geliebten DDR" in Erinnerung, wurde aber 1:1 übernommen, was sagt uns das, alles aus dem Osten war doch nicht schlecht, oder ?????

    0 5
     
  • 20.05.2017
    17:44 Uhr

    Blackadder: @ tauchsieder : Wie wär's ,wenn man den Text, den man kommentiert auch mal liest ? Es ging um seinen Verbleib im Hochschulrat der TU Chemnitz-um NICHTS anderes.

    8 1
     
  • 20.05.2017
    15:19 Uhr

    Tauchsieder: Was wären denn die angeblichen Folgen gewesen?
    Verhängung von einem Redeverbot, Ausschluss aus der Öffentlichkeit, Brandmarkung als Gegner des allgemeinen, weichgespülten, linkslastigen Mainstreams. Enthalten nicht seine Äußerungen ein gewisses Maß an Alterserfahrung und Weisheit oder wollen die Neunmalklugen ein Exempel an ihm vollführen. Das einzig das bleiben wird ist die Erkenntnis immer schön Linie bewahren, schwimm niemals gegen den Strom und gib bei Äußerungen in der Öffentlichkeit vorher dein Gehirn beim Pförtner.

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