Foto: dapd

Sachsen hat die Kälte im Griff

Sibirische Temperaturen führen zu keinen größeren Zwischenfällen

Leipzig (dapd-lsc). Die Kältewelle hat Deutschland fest im Griff und Sachsen ist am stärksten betroffen. So wurde die bislang frostigste Temperatur dieses Winters in der Nacht zu Freitag mit minus 27,8 Grad Morgenröthe-Rautenkranz gemessen worden. Auch im Flachland fielen die Temperaturen auf bis zu minus 22 Grad. Die bisherigen Kälterekorde in Sachsen wurden in den vergangenen Tagen dennoch nicht geknackt, wie Gerold Weber vom Deutschen Wetterdienst in Leipzig sagte. "Der liegt für das Tiefland noch immer bei Minus 29,6 Grad und wurde 1987 in Oschatz gemessen."

Noch weiter entfernt liegt die niedrigste je gemessene Temperatur im Freistaat. Die betrug nach Angaben Webers minus 35,5 Grad und wurde 1956 in einem auf rund 700 Metern gelegenen Hochtal bei Marienberg im Erzgebirge registriert. "Von Rekorden sind wir also noch meilenweit entfernt", beruhigt Weber.

Zu größeren Zwischenfällen kam es angesichts der dennoch eisigen Temperaturen im Freistaat noch nicht. "Die Leute haben sich offenbar sehr gut auf die Kälte vorbereitet und Vorsorgemaßnahmen ergriffen", sagte etwa Jan Meinl, Sprecher der für das Erzgebirge und das Vogtland zuständigen Polizeidirektion Südwestsachsen. Lediglich im Erzgebirge musste ein Mann mit Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert werden, nachdem der Dachstuhl seines Hauses abbrannte. Der Mann hatte das Feuer selbst ausgelöst, als er eine eingefrorene Wasserleitung mit einer Heißluftpistole auftauen wollte.

Auch der Schiffsverkehr auf der Elbe wurde durch die Kältewelle noch nicht beeinträchtigt, wie ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamts Dresden am Freitag auf dapd-Anfrage sagte. Noch seien die Fahrrinnen frei, die Häfen würden mit Eisbrechern fahrbar gehalten. Einige Fähren haben allerdings ihren Betrieb wegen des Treibeises aufgegeben. Die Stadt Leipzig macht sich indes die tiefen Temperaturen zunutze und legte kurzerhand drei Spritzeisbahnen im Stadtgebiet an. Das Umweltministerium warnt indes vor der steigenden Gefahr von Eishochwasser. An Brücken und Wehren könnten sich derzeit Eismassen auftürmen und zu Überschwemmungen führen.

Auf den heftigen Kälteeinbruch reagiert haben auch die Zoos und Tierparks. Im Dresdener Zoos etwa wurden empfindliche Tierarten in ihre Winterquartiere gebracht, wärmeliebende Tiere wie Elefanten und Antilopen dürfen nur noch für kurze Zeit in die Außengehege. Den Pelikanen im Leipziger Zoo wurde ein Strohbett eingerichtet, damit sie nicht auf Schnee und Eis liegen müssen. Im Chemnitzer Tierpark wurden die Enten vorsichtshalber in einer Voliere untergebracht, da Füchse nunmehr über die zugefrorenen Teiche in die Gehege gelangen könnten.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wird die Kältewelle noch mehrere Tage anhalten. Erst zur Wochenmitte soll es etwas milder werde. Das Sächsische Sozialministerium rät angesichts der sich fortsetzenden Kältewelle, Aufenthalte in der Kälte und körperliche Anstrengungen zu vermeiden.

dapd

 
erschienen am 03.02.2012
© Copyright dapd Nachrichtenagentur GmbH
 
Kommentare
0
(Anmeldung erforderlich)

 
 
 
Artikel weiter empfehlen
per E-Mail per Bookmark
 
Facebook Teilen   Twittern  
 
 
Shop-Tipp

Erlebnistour: Spreewald - eine kulinarische Reise

Diese Erlebnistour wird Ihnen schmecken: Im Juli geht es auf knackig, genussvolle Tour in den Spreewald. Ziel ist eines der ersten Gurkenfelder....
 
Shop-Tipp

Ein italienischer Sommer

Sehnsucht nach Italien? Nach Sonnenschein, süßem Nichtstun, dem Duft wilder Kräuter? Oder einfach nach gutem Wein, nach Antipasti und Dolci? Ihren...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Webtipps