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Sachsens Beamte und Angestellte wollen Demografie-Tarifvertrag

Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes verweisen auf anstehenden Generationswechsel

Dresden (dapd-lsc). Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes in Sachsen fordern einen Demografie-Tarifvertrag. Ziel seien "altersgerechte Arbeitsbedingungen", mit denen ältere Landesbedienstete "länger gesund in ihrem Beruf bleiben können", sagte Helmut Overbeck, Vize-Bundeschef der dbb-Tarifunion am Montag in Dresden.

Zudem müsse der Generationswechsel im öffentlichen Dienst organisiert werden. Derzeit seien 80 Prozent der Landesbediensteten älter als 45 Jahre, sagte Thomas Voß, Bezirkschef der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Werde der Altersübergang nicht rechtzeitig organisiert, sei "der öffentliche Dienst in seiner Substanz bedroht".

Die Gewerkschaften plädieren vor allem für eine Wiedereinführung der im Jahr 2009 ausgelaufenen Altersteilzeit. Die Landeschefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Sabine Gerold, erinnerte allerdings daran, dass die Altersteilzeit bisher von Sachsens Staatsregierung vor allem "als Instrument zum Stellenabbau" genutzt worden sei. Künftig müsse es darum gehen, "das Miteinander von Älteren und Jüngeren gut zu organisieren". Während die Arbeitszeit für ältere Landesbedienstete verkürzt werde, sollten sich Neuanfänger einarbeiten können.

Um notwendige Mehrkosten zu decken, solle das Land einen "Demografiefonds" auflegen, fordern die Gewerkschaften. Nach ihren Vorstellungen sollen für den Landesdienst zudem Lebensarbeitszeitkonten eingeführt, die Gewinnung neuer Fachkräfte verstärkt und eine systematische Gesundheitsförderung betrieben werden. Derzeit gibt es nach Gerolds Angaben beispielsweise in den Schulen eine "dramatische Belastungssituation", unter der vor allem ältere Lehrer litten und die gehäuft zu Erkrankungen führe.

Die Gewerkschaften haben nach eigenen Angaben Sachsens Finanzminister Georg Unland (CDU) bereits zweimal zu Gesprächen aufgefordert. Entsprechend einer Öffnungsklausel im Tarifvertrag der Länder kann auf Länderebene über das Thema Altersteilzeit verhandelt werden. Bisher gebe es aber in Sachsen, anders als in anderen Bundesländern, keine konkrete Zusage für Verhandlungen. "Das ist ein Affront", sagte Overbeck. Ver.di-Bezirkschef Voß forderte das Land zum Handeln auf: "Man kann nicht nur sitzen und abwarten und hoffen, dass man so Kosten spart."

dapd

 
erschienen am 06.02.2012
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