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Sachsens Jugendherbergen locken mehr Familien an
Hauptklientel sind aber nach wie vor Schulen mit einem Anteil von 30 Prozent
Chemnitz (dapd-lsc). Die sächsischen Jugendherbergen werden bei Familien immer beliebter. Der Anteil von Eltern mit Kindern unter den Herbergsbesuchern hat innerhalb von fünf Jahren von 12 bis 13 Prozent auf jetzt 18,6 Prozent zugenommen, wie der Vorstandsvorsitzende des Landesverbandes Sachsen des Deutschen Jugendherbergswerkes, Thomas Müller, der Nachrichtenagentur dapd in Chemnitz sagte. Damit weise diese Gästegruppe den größten Zuwachs auf.
Laut Müller sind bislang sachsenweit sieben Häuser als familienfreundliche Einrichtungen zertifiziert. Es sind die Herbergen in Bad Lausick, Bad Schandau, Bautzen, Hormersdorf, Neudorf, Plauen und Sayda.
Müller sagte: "Jugendherbergen sind für Kinder gemacht. Insofern bilden sie auch die ideale Anlaufstelle für Familien." Zudem böten sie eine preislich attraktive Alternative zu anderen Urlaubsangeboten.
Hauptklientel der Herbergen sind Müller zufolge nach wie vor Schulen mit einem Anteil von 30 Prozent, gefolgt von Vereinen mit 26 Prozent. Besonders bei größeren Schülern und Jugendlichen halte der Trend zu Städtereisen an. Mit Neueröffnungen in Plauen 2007 und Görlitz 2010 habe sich der Landesverband darauf eingestellt.
"Die vorläufig letzte Neueröffnung wird Chemnitz im März 2012", sagte Müller. Auf der Wunschliste stünden noch eine City-Herberge zur Erhöhung der Kapazitäten in Leipzig sowie Freiberg.
Wie Müller betonte, bedeutet das Einstellen auf den Städtetourismus keine Abkehr von der klassischen Jugendherbergsidee. Unter den 25 Herbergen in Sachsen seien die ländlichen Häuser weiter in der Überzahl. Das Programmangebot in Sachen Natur, Umwelt, Nachhaltigkeit, Sport und Fitness werde weiter ausgebaut, sagte der Vorstandschef.
Insgesamt verzeichneten die sächsischen Jugendherbergen 2011 ein Plus bei den Übernachtungszahlen von sechs Prozent auf rund 363.000. 2010 waren es gut 342.000 Übernachtungen. Ebenfalls positiv entwickelte sich 2011 die Mitgliederzahl auf 58.500. Im Vorjahr zählte der Landesverband noch 57.100 Mitglieder. "Für das Jahr 2012 streben wir 60.000 an", sagte Müller.
dapd