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Sächsische Karnevalsvereine sorgen sich um Nachwuchs

Junge Männer schwer für Karneval zu begeistern

Chemnitz (dapd-lsc). Die Karnevalsvereine in Sachsen sorgen sich um ihren Nachwuchs. "Es fällt schwer, junge Männer für den Karneval zu begeistern", sagte Jörg Weiser vom Verband Sächsischer Carneval der Nachrichtenagentur dapd in Chemnitz. "Da müssen dann schon die Freundinnen ran, die ihre Freunde mit in den Verein einbringen." Als Beispiele nannte er Gardetänzerinnen und Mariechen.

Weiser kritisierte, dass einige Karnevalsvereine in Sachsen eine "schlechte Nachwuchsarbeit" leisteten. "Das führt soweit, dass sich diese Vereine schon verabschieden mussten." Andere Karnevalsvereine im Freistaat bemühten sich hingegen erfolgreich darum, junge Frauen und Männer für das närrische Treiben zu gewinnen.

"Einige Vereine beginnen mit der Nachwuchsarbeit schon im Kindergarten", sagte Weiser. Manche Vereine machten den Mädchen und Jungen in Ganztagsschulen Angebote. In diesen Schulen seien es Arbeitsgemeinschaften mit dem Titel "Karnevalistischer Tanz", in denen Kinder Beschäftigung und Karnevalsvereine mögliche künftige Mitglieder finden.

Bei den Karnevalsumzügen in diesem Jahr rechnet Weiser mit mehr als 100.000 Besuchern. Grundlage der Prognose seien die Besucherzahlen der vergangenen Jahre. "Es hängt natürlich stark vom Wetter ab, wie viele Menschen zu den Umzügen kommen", sagte er. Die größten Umzüge im Freistaat seien in Radeburg, Wittichenau, Eilenburg, Leipzig, Pegau, Plauen und Meerane vorgesehen.

Der Verband gebe kein spezielles Thema für die Veranstaltungen in Sachsen vor. "Jeder Verein soll nach seiner Einschätzung seine Gäste erfreuen", sagte Weiser. Er glaube, dass aktuelle politische Ereignisse sowohl der Bundes- wie auch Landes- und Kommunalpolitik aufgegriffen würden. Der Verband Sächsischer Carneval vertritt mehr als 180 Vereine und schätzt, dass damit rund zwei Drittel der Karnevalsvereine in Sachsen in ihm organisiert sind.

Die meisten Umzüge im Freistaat sind für Rosensonntag und Rosenmontag geplant. Am Sonntag können Umzüge in Plauen (Vogtlandkreis), Radeburg, Strehla (beide Kreis Meißen), Schirgiswalde (Kreis Bautzen), Leipzig sowie in Kitzscher und Groitzsch (beide Kreis Leipzig) besucht werden. Beim Skifasching am Sonntag am höchsten Berg Sachsens, dem Fichtelberg in Oberwiesenthal, sind Eisbaden, ein Umzug zum Skihang und ein Springen von der Drei-Hübel-Schanze vorgesehen.

Umzüge zum Rosenmontag wird es in Wittichenau (Kreis Bautzen) und Eilenburg (Kreis Nordsachsen) geben. Am Fastnachtsdienstag wird durch Neugersdorf (Kreis Görlitz) ein Kinderfasching ziehen.

dapd

 
erschienen am 18.02.2012
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