Täglich verschwinden in Sachsen im Schnitt sieben Menschen
Während die meisten kurz darauf wieder auftauchen, fehlt von 224 Sachsen jede Spur
Chemnitz. In Sachsen muss die Polizei trotz rückläufiger Bevölkerung zunehmend mehr Vermisstenfälle klären. Die Tendenz ist steigend, bestätigte das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen gestern, obwohl die komplette Statistik für 2011 noch nicht vorliegt. 2010 wurden 2624 Menschen bei der Polizei als vermisst gemeldet. Fünf sind bis heute nicht wieder aufgetaucht. Im Jahr davor gab es 2114 Vermisstenfälle, von denen drei nach wie vor ungeklärt sind. Laut LKA gelten derzeit 224 Männer, Frauen und Kinder als vermisst, darunter 23, die im Vorjahr verschwunden sind. Reichlich die Hälfte davon ist älter als 25 Jahre.
"Der größte Teil der Vermisstenfälle wird aufgeklärt, mehr als die Hälfte bereits innerhalb einer Woche", sagt LKA-Sprecher Tom Bernhardt. Ein weiterer Teil sei nach zwei bis drei Wochen erledigt, vor allem bei Jugendlichen, die aus Abenteuerlust oder wegen Problemen mit den Eltern ausbüxen. Mancher Jugendlicher sei schon als Dauerausreißer bekannt.
Aufatmen konnten unlängst die Ermittler in Zwickau, bei denen aktuell sieben Vermisstenfälle sowie weitere fünf sogenannte Langzeitvermisste anhängig sind. Zumindest konnte jüngst ein sechsjähriger Junge aus Treuen ausfindig gemacht werden. Seine Mutter war mit ihm untergetaucht. Monatelang wurde sie mit internationalem Haftbefehl wegen Kindesentziehung gesucht und schließlich in Frankreich aufgespürt. Die Frau wurde verhaftet, das Kind sowie das Sorgerecht dem Vater in Treuen zugesprochen.
12:23 Uhr
PeKa: Eine Hauptursache für das Verschwinden von Menschen dürften ungerechte Urteile in Sorgerechtsangelegenheiten sein. Hiervon sind in der Regel Väter betroffen, die für ihre Ex zahlen sollen und für Kinder, von denen sie gar nicht mal wissen und auch nicht wissen DÜRFEN, ob es tatsächlich ihre eigenen sind. Auf der anderen Seite haben diese Väter keinerlei Rechte im Umgang mit ihren Kindern. Da bleibt ihnen nur eine Alternative: Abhauen und irgendwo untertauchen! In der großen weiten Welt gibt es dazu genug Plätze, wo man auch gute Arbeit findet. Hätten wir in Deutschland ein Sorgerecht, das der gesellschaftlichen Realität dieses Landes entspricht, dann gäbe es sicher auch weniger Personen, die unauffindbar verschwinden.