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Thierse hofft nach NSU-Morden auf rege Beteiligung an Anti-Nazi-Demo

Bundestagsvizepräsident ruft zu gewaltfreien Protesten auf

Berlin/Dresden (dapd). Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse sieht die Proteste gegen den Neonazi-Aufmarsch in Dresden nach dem Auffliegen der Zwickauer Terrorzelle unter besonderen Vorzeichen. Die Mordserie habe wohl jedem Bürger "die Größe der Gefahr von rechtsaußen klargemacht", sagte der SPD-Politiker der Nachrichtenagentur dapd. Umso wichtiger sei es, "dass die Bürger ihre Demokratie verteidigen und ihre Straßen und Plätze nicht widerstandslos den Neonazis überlassen". Es müsse ein "klares Zeichen an der Front gegen Rechtsextremismus" gesetzt werden, forderte er.

In Dresden versuchen Neonazis seit Jahren, das Gedenken an die Bombardierung der Stadt am 13. Februar 1945 für ihre politischen Zwecke zu nutzen. Der Aufmarsch wird stets von Tausenden Gegendemonstranten begleitet. In den vergangenen Jahren kam es teilweise zu Ausschreitungen zwischen Polizei und Demonstranten.

Er erwarte von allen Demonstranten, dass sie "absolut gewaltfrei agieren", mahnte Thierse. Das sei "eine Grundbedingung für die Teilnahme an den Protesten".

Von der Polizei erwarte er, dass sie nicht versuche, die Demonstranten kilometerweit von dem Neonazi-Aufmarsch entfernt aufzuhalten. "Was anderswo in Deutschland ohne Probleme funktioniert, sollte auch in Dresden möglich sein", sagte Thierse. Zum Demonstrationsrecht gehöre nach Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts auch, dass der Protest in Sichtweite und Hörweite des Adressaten des Protestes stattfinden könne.

dapd

 
erschienen am 08.02.2012
© Copyright dapd Nachrichtenagentur GmbH
 
Kommentare
1
(Anmeldung erforderlich)
  • 08.02.2012
    08:59 Uhr

    Matthias1: Gewaltfrei bedeutet nicht nur, dass die Gegendemonstranden niemanden schlagen, sondern auch, dass sie keinen physischen Zwang (wie etwa durch Sitzblockaden) auf die Gegner ausüben. Ich hoffe auch, dass sich alle daran halten, vor allem, weil Thierse gestern noch mit ganz anderen Aussagen zitiert wurde.

    Wie groß die Gefahr von rechtsaußen ist, ist mir nicht erst mit den schlimmen Taten aus Zwickau klar geworden, sondern bereits mit den schrecklichen Hetzereien eines Herrn Sarrazin (SPD). Den wenn türkenfeindlicher Hass heute in den etablierten Parteien zum guten Ton zählt, wenn Nahles sich freut, dass so einer auch künftig in der SPD sein Unwesen treiben kann, dann wird es wirklich gefährlich. Leider hat Thierse in diesem Zusammenhang innerparteilich weitaus weniger deutlich gesprochen als in Dresden. Innerparteilich will er offenbar nichts riskieren, schon gar nicht im eigenen Landesverband. Aber in Dresden, da spielt er gerne den Engagierten ...

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