US-Bank bringt Spielemuseum in Not
Mietforderungen könnten Trägerverein in den Ruin treiben - Direktor: "Wir sind akut in der Existenz bedroht"
Chemnitz. Das Spielemuseum steckt in Schwierigkeiten. Das Gebäude, in dem das Museums-Archiv untergebracht ist, steht unter Zwangsverwaltung. Jetzt tauchen hohe Mietforderungen auf, die die Einrichtung in ihrer Existenz bedrohen.
Der Trägerverein des Museums sehe sich Mietnachforderungen in Höhe von annähernd 25.000 Euro ausgesetzt, sagte Museumsdirektor Peter Lemcke am Dienstag der "Freien Presse". Die Summe sei bereits Anfang des Jahres fällig gewesen. Hintergrund sei die Zwangsverwaltung des Gebäudes an der Neefestraße 82. In dem Klinkerbau sei zwar nicht das Museum selbst untergebracht, aber dessen Archiv. Nach "Freie Presse"-Informationen steht hinter den Forderungen eine US-amerikanische Hypothekenbank.
Seit dem Umzug der Einrichtung von Hamburg nach Chemnitz 1994 konnte das Museum in dem Gebäude rund 440 Quadratmeter mietfrei nutzen. Mit der Zwangsverwaltung für das Gebäude sei das nun vorbei, so Lemcke. Der vom Gericht eingesetzte Zwangsverwalter habe die Forderung aufgemacht. "Dadurch sind wir akut in unserer Existenz bedroht", so Lemcke. Das Geld jedenfalls könnten nach seinen Worten weder Träger- noch Förderverein des Museums aufbringen.
Laut Lemcke habe der Förderverein bei der Stadtverwaltung schriftlich angefragt und um Hilfe gebeten. "Schriftlich haben wir keine Antwort erhalten, mündlich hieß es nur, die Stadt habe auch kein Geld", so der 71-Jährige.
Nachfragen der "Freien Presse" bei der zuständigen Bürgermeisterin Heidemarie Lüth (Die Linke) dazu blieben bis Dienstagabend unbeantwortet. Aus einer Ratsvorlage, die der Kulturausschuss nächste Woche in geheimer Sitzung behandelt, geht lediglich hervor, dass die Stadtverwaltung die Verhandlungen mit dem Ehepaar Lemcke über den Kauf der Spielesammlung (rund 50.000 Exponate) für ergebnislos beendet erklärt. Lemckes hätten 400.000 Euro für die komplette Sammlung gefordert, heißt es in der Vorlage. Zu teuer für die Stadt, die nur 100.000 Euro zahlen wollte.
Unterdessen kommt aber offenbar Bewegung in die Sache mit den Mietforderungen. Wie Zwangsverwalter Matthias Krauß am Dienstagnachmittag der "Freien Presse" sagte, sei er bemüht, eine Lösung im Interesse aller Beteiligten zu finden - auch des Museums. "Im Moment sieht es da gar nicht schlecht aus", erklärte er. Details wollte er allerdings nicht nennen.