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Verwirrung um Bewerbungsjahr für Welterbetitel
Pläne Sachsen-Anhalts und Tschechiens stellen sächsische Planung infrage
Dresden (dapd-lsc). Die geplante Bewerbung der Montanregion Erzgebirge um den Titel UNESCO-Weltkulturerbe für das Jahr 2014 steht auf wackeligen Füßen. Wie Sachsen wolle sich auch Sachsen-Anhalt im Jahr 2014 um den Titel bewerben, bestätigte ein Sprecher des sächsischen Innenministeriums am Freitag in Dresden einen Bericht in der in Chemnitz erscheinenden "Freien Presse". Das Nachbarland wolle den Naumburger Dom als Welterbe vorschlagen.
Laut Innenministerium kann Deutschland pro Jahr aber nur jeweils ein Weltkultur- und ein Weltnaturerbe vorschlagen. Das Ministerium führt nun nach eigenen Angaben Gespräche mit dem Nachbarland, um zu prüfen, ob eine Bewerbung Sachsen-Anhalts schon 2013 möglich sei.
Erst am Dienstag hatte die Landesregierung nach langem Ringen erklärt, Sachsen werde sich gemeinsam mit Tschechien Anfang 2014 um den Titel bewerben. Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als ob Sachsen die Bewerbung alleine stemmen werde. Dadurch, dass die tschechische Seite nun beteiligt wird, kam der bisherige Zeitplan laut Landesregierung in Verzug. Als Stichtag für die Einreichung der Bewerbung war ursprünglich der 1. Februar 2013 genannt worden.
Möglicherweise wäre eine Verschiebung der Bewerbung auf 2014 aber gar nicht nötig gewesen. Laut eines Berichts des Senders "MDR 1 Radio Sachsen" von Freitag soll die tschechische Regierung am bisherigen Zeitplan für die gemeinsame Erzgebirgs-Bewerbung festhalten wollen. Demnach habe die Vize-Kulturministerin Anna Matouschkowa dem ARD-Studio Prag erklärt, alle tschechischen Bewerbungsorte würden bis Ende Februar nach Sachsen übermittelt. Dies sei so vereinbart, damit sich das Erzgebirge 2013 bewerben und 2014 in die Welterbeliste aufgenommen werden kann, hieß es.
Ein Sprecher des Innenministeriums hat diese Angaben nach Informationen des Radiosenders inzwischen bestätigt. Man habe "neue Informationen aus Prag" erhalten, sagte der Sprecher dem Sender.
Die Grünen-Landtagsabgeordnete Annekathrin Giegengack bezeichnete unterdessen den neuen UNESCO-Welterbe-Zeitplan für die Montanregion Erzgebirge der sächsischen Landesregierung als Makulatur. Sachsen habe ohne Not die Bewerbung von 2013 auf 2014 verschoben, sagte Giegengack am Freitag in Schwarzenberg. Die Befürwortung einer Bewerbung durch Innenminister Markus Ulbig (CDU) müsse daher gründlich hinterfragt werden.
dapd