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Volkshochschulen in Sachsen bleiben eine Frauendomäne

Informationsgewohnheiten junger Leute weitere Herausforderung

Dresden (dapd-lsc). Die Volkshochschulen (VHS) in Sachsen bleiben eine Frauendomäne: Drei von vier Teilnehmern, die an einer der 18 Einrichtungen einen Kurs belegen, sind weiblich. Dieser Anteil sei seit langem stabil und entspreche dem Bundesdurchschnitt, sagte Maud Knöller, die kommissarische Geschäftsführerin des Volkshochschulverbandes Sachsen, der Nachrichtenagentur dapd. "Frauen haben offenkundig ein größeres Bedürfnis, sich fortzubilden", meinte Knöller.

Frauen stellen nach Angaben Knöllers zwei Drittel der Teilnehmer in Sprachkursen. Besonders ausgeprägt ist die Dominanz in Gesundheitskursen und bei Kreativangeboten, wo der Frauenanteil bei 90 beziehungsweise 83 Prozent liegt. Die Volkshochschulen wollen diesem Umstand beim Werben um neue Teilnehmer berücksichtigen: Bei Männern gebe es noch Reserven, sagte Knöller.

Gleiches gelte für Jugendliche. Um diese verstärkt zu erreichen, gebe es Kooperationen mit Schulen. Besonders sprachliche Angebote seien "ein guter Ansatz, um Jugendliche auf uns aufmerksam zu machen", berichtete Knöller. Außerdem versuchen die Volkshochschulen, sich auf deren Informationsgewohnheiten einzustellen. In diesem Jahr wurde eine VHS-App freigeschaltet. In der Datenbank seien die Angebote fast aller sächsischer Volkshochschulen eingestellt, erklärte Knöller. Insgesamt erfolgten bereits 50 Prozent der Anmeldungen über das Internet.

Die Nachfrage nach den VHS-Angeboten ist in Sachsen ungebrochen hoch - und das, obwohl im Frühjahr 2011 die Gebühren teils deutlich angehoben werden mussten. Zudem seien Ermäßigungen in manchen Einrichtungen weggefallen, erklärte die Geschäftsführerin. Grund waren Kürzungen der Zuschüsse vom Land und den Kommunen. Sachsen ist neben Brandenburg das Bundesland, in dem die öffentlichen Zuschüsse für die Volkshochschulen am niedrigsten sind. Die Einnahmen müssen zu 45 Prozent aus Gebühren der Teilnehmer gedeckt werden.

Für 2012 geht Knöller zunächst von einer stabilen Förderung aus. Allerdings gelte es in der Debatte um den Landesetat für 2013/14, die nach dem Sommer beginnt, weitere Einschnitte zu verhindern: "Wir müssen unsere Fahne hoch halten." Dazu wolle man noch stärker darauf hinweisen, dass "Lern- und Lebensbedingungen in einem engen Verhältnis stehen".

Zu schaffen macht den VHS neben der vergleichsweise niedrigen öffentlichen Förderung auch ein geändertes Verhalten der Nutzer. Diese wollten sich oft "kurzfristig und schnell Themen aneignen", statt längere und teurere Kurse zu besuchen. Dem begegne man zunehmend durch Angebote wie Wochenendkurse oder Vorträge. Solche Bemühungen gehen allerdings zulasten der Zahl an Unterrichtsstunden, die wiederum das entscheidende Kriterium für die öffentliche Förderung sind, wie Knöller betonte. Bisher sei es dennoch gelungen, das Angebot stabil zu halten. Künftig werde es aber verstärkt darum gehen, neue Nutzergruppen zu gewinnen - nicht zuletzt Männer. Beim Versuch, diese für Volkshochschulkurse zu begeistern, setzt Knöller auf deren Stammklientel: "Abholen kann man sie sicher am besten über ihre Frauen."

dapd

 
erschienen am 07.01.2012
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