Wirtschaftsminister Sven Morlok. Wirtschaftsminister Sven Morlok.

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Wirtschaftsförderung hilft bei Ansiedlung Zehntausender Stellen

Landeseigene Gesellschaft vor 20 Jahren gegründet - Morlok spricht von Erfolgsgeschichte

Dresden (dapd-lsc). Die landeseigene Wirtschaftsförderung Sachsen hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten rund 430 Unternehmen bei der Ansiedlung unterstützt. In der Folge wurden sieben Milliarden Euro investiert und mehr als 47.000 Arbeitsplätze geschaffen, wie Geschäftsführer Peter Nothnagel am Montag in Dresden sagte. Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) sprach von einer Erfolgsgeschichte und einer Bilanz, die sich sehen lassen könne.

Die Wirtschaftsförderung Sachsen war vor 20 Jahren vom Land gegründet worden. Maßgeblich beteiligt war die Gesellschaft bei zahlreichen spektakulären Ansiedlungen, unter anderem der Automobilbauer Porsche und BMW in Leipzig.

Überregional bekannt wurden die Wirtschaftsförderer auch durch eine stark beachtete Kleinanzeigen-Kampagne in großen deutschen Tageszeitungen. Darin warben die Sachsen mit dem Hinweis, dass das Land kleine Anzeigen mache, damit mehr Geld für Investoren bleibe.

Nothnagel sagte, vor 20 Jahren sei es darum gegangen, das Land als Investitionsstandort bekanntzumachen, "Sachsen auf die Landkarte zu setzen". Inzwischen sei das Geschäft viel differenzierter. "Die Zeiten der Großansiedlungen auf der grünen Wiese sind vorbei." Auch sei der Standortwettbewerb sehr viel härter geworden.

Inzwischen gehe es darum, den Unternehmen beim Wachsen zu helfen. Die Wirtschaftsförderung unterstützt nach eigenen Angaben nun zunehmend Firmen bei der Erschließung von Auslandsmärkten.

In diesem Jahr begleitet die Gesellschaft dazu Unternehmer bei Reisen nach Österreich, Russland und Indien. Ein wichtiges Thema seien auch die Märkte in China und der Golfregion.

Morlok sagte, es gebe viele Erfolgsgeschichten. Als Beispiele nannte er die Ansiedlung des Autoteile-Zulieferers Magnetto in Treuen im Vogtland und die Unterstützung der Dresdner Technologiefirma Novaled. Punkten konnte das Land bei Investoren nach seinen Angaben auch wegen einer "unternehmerfreundlichen Verwaltung" und schneller Entscheidungen.

Die Wirtschaftsförderer betreuten die meisten Firmenansiedlungen in den vergangenen Jahren in der Region Dresden, gleichauf folgen Leipzig und Chemnitz. Die mit Abstand meisten Stellen entstanden in und um Leipzig, insbesondere in der Automobilindustrie.

Nothnagel sagte, Sachsen werde nach dem Ende der aktuellen EU-Förderperiode im Jahr 2013 Investoren nicht mehr die höchsten Fördersätze in Aussicht stellen können. Bisher erhielten sie im Schnitt Subventionen von Bund, Land und der EU in Höhe von rund einem Drittel der Investitionssumme.

Nothnagel sagte, Sachsen habe dennoch viel zu bieten. Gute Argumente für den Standort seien hochqualifizierte und motivierte Fachkräfte sowie eine exzellente Forschungs- und Hochschullandschaft.

Die WFS selbst beschäftigt nach eigenen Angaben rund 50 Mitarbeiter. In diesem Jahr verfügt die Gesellschaft über ein Budget von rund 7,5 Millionen Euro, ein Jahr zuvor waren es rund acht Millionen Euro.

dapd

 
erschienen am 05.09.2011
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