Entwicklungs-Ingenieur Jörg Hübler fährt die neue ZP Sport 449 selbst. Entwicklungs-Ingenieur Jörg Hübler fährt die neue ZP Sport 449 selbst.

Foto: Matthias Heinke

ZP Moto aus Zschopau stellt neue Geländemaschine im Retro-Gewand vor

Fünf Köpfe und eine Vision

Zschopau. Nun wird es sie also doch zu kaufen geben, eine Geländemaschine aus Zschopau. Kaum einer hat noch daran geglaubt. Nein, es ist keine MZ, dafür aber eine Zschopauerin im Gewand der einst so erfolgreichen Geländesportzeiten der 1960er-Jahre. Sechsmal holten in dieser Zeit die Six-Days-Fahrer den Trophy-Sieg in die DDR: fünfmal in Folge von 1963 bis 1967 und schließlich noch einmal 1969. An diese sechs Weltmeistertitel erinnert nunmehr die ZP Sport 449, die am Freitag auf dem Areal des Zschopauer Golfplatzes an der Thumer Straße der Fachpresse präsentiert wurde.

Es ist eine Erzgebirgerin mit spanischem Motor aus dem Hause Gas-Gas, einem Einzylinder mit 449 Kubikzentimetern. Jörg Hübler hat sie ausgiebig getestet: "Dieses Motorrad lässt sich richtig gut fahren und hervorragend im Gelände handhaben." Der Waldkirchener ist gleichzeitig auch der Entwickler der Geländemaschine mit Straßentauglichkeit.

Der 41-Jährige, der heute an der Technischen Universität in Chemnitz arbeitet, bringt sowohl eine geballte Ladung theoretisches Fachwissen als diplomierter Maschinenbauer als auch die praktische Erfahrung als langjähriger Geländesportler mit. Er war neun Jahre lang in der Entwicklungsabteilung von MuZ in Hohndorf beschäftigt, davon fünf Jahre lang als Versuchsleiter. Zugleich ist er Motorsportler, war zum Beispiel auch beim Erzberg-Rodeo, einem der härtesten Geländesport-Wettkämpfe dabei.

Doch in den Führungsetagen wurde bei MuZ (später MZ) eben nicht auf die lange Tradition im Geländesport gesetzt, obwohl dieses Geschäftsfeld von den Fans der Marke sehnsüchtig erwartet wurde. So blieb es Mitarbeitern wie Jörg Hübler, Frank Schubert oder Gunter Scheidhauer überlassen, selbst Initiative zu ergreifen. So stellten sie geradezu nebenbei im Jahr 2001 die MZ GS 400 auf die Räder. Einige Jahre lang fuhr Hübler das wettkampftaugliche Sportgerät, darunter beim Weltmeisterschaftsfinale "Rund um Zschopau" im Oktober 2004, doch in Serie ging es trotz guter Kritiken nie.

Respekt und Anerkennung verdiente sich Hübler zudem für seine Starts beim Enduroklassiker im Erzgebirge auf einer MuZ Baghira. Diese leichte Straßen-Enduro hatten die Zschopauer Motorradbauer 1997 auf den Markt gebracht. Diese Maschine war ursprünglich nicht für Wettkampfeinsätze entwickelt worden und blieb die einzige Geländemaschine in Serienproduktion. Gebaut wurde sie bis 2008.

 

 
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ZP Moto aus Zschopau stellt neue Geländemaschine im Retro-Gewand vor
"Damit nicht alles ganz verblasst"
 
erschienen am 30.06.2012 (Von Matthias Heinke)
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
1
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  • 30.06.2012
    22:24 Uhr

    Jothade: ... es lebt weiter in Zschopau!!!

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