Auf den Campingplätzen in Sachsen sind Luxus und Wellness auf dem Vormarsch. Auf den sächsischen Campingplätzen sind Luxus und Wellness auf dem Vormarsch.

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Zurück zur Natur mit Komfort

Auf Campingplätzen in Sachsen sind Luxus und Wellness auf dem Vormarsch

Kleinröhrsdorf/Ortrand/Dresden (dapd-lsc). Die Ausstattung der Waschräume auf dem Campingplatz LuxOase in Kleinröhrsdorf wirkt wie das Premium-Angebot einer Bäderausstellung: Marmorbordüren in den Toiletten-Kabinen, edle Säulen und Granitwaschtische. Die Kinder duschen in einer Burg, verrichten ihr Geschäft hinter einer Schlossfassade und waschen die Hände in einem Dampfer, der Seifenblasen aus dem Schornstein bläst. "Wir verstehen uns als Ferienanlage, die jedem Gast bietet, was er braucht", sagt der Chef des Fünf-Sterne-Campingplatzes, Thomas Lux. "Unser Ziel ist, die Erwartungen der Besucher zu übertreffen."

Die Sprecherin der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen, Ines Nebelung, bestätigt, dass Gäste auf sächsischen Campingplätzen zunehmend auf Komfort achten. "Plätze, einen schönen Komfort bieten, wie gute sanitäre Anlagen, voll ausgestattete Küchen oder sogar Wellness, werden sicherlich viel stärker frequentiert als einfache Plätze." Viele Anlagen hätten Freizeitangebote im Programm, von Minigolf über Lagerfeuerabende bis hin zu Ausflügen.

Der Berliner Jürgen Friedrich, mit Ohrring und grauer Sweatjacke, kommt in der LuxOase gerade vom stillen Örtchen. Er campt seit 1976 und kennt noch ganz andere Zeiten: "Da war kaltes Wasser Standard und Plumpsklo. In der DDR war man froh, einen Platz zu bekommen." Heutzutage hält er Warmwasser, Strom und auch Kinderanimation für normal. Luxus ist für ihn ein Abwasseranschluss am Stellplatz, Blick auf den See und zu den Sternen. Die Wohnmobile in Reisebusgröße in der ersten Reihe betrachtet er mit gemischten Gefühlen. "Wenn mal nur noch solche Kampfschiffe rumstehen, komme ich nicht mehr."

Obwohl eine Fünf-Sterne-Anlage weder Sauna, Spielplatz noch Autovermietung vorweisen muss, ist all das hier zu finden. Camping ist schon lange kein Billig-Urlaub mehr. Schon ein neuer Wohnwagen kostet rund 14.000 Euro. Ein kleines Wohnmobil ist neu ab 50.000 Euro zu haben, die Nobelausführung bewegt sich in Eigenheimpreislage. Auf dem Campingplatz selbst fallen in der Hochsaison pro Übernachtung mit Pkw, Caravan oder Reisemobil plus Strom für zwei Erwachsene im Schnitt 26 Euro an.

Klappfix-Zeltanhänger statt Wohnmobil - so hält es eine blonde Endvierzigerin mit ihrer Familie. Sie erwarten nur saubere Sanitäranlagen. Diese Bleibe haben sie sich aus einem bestimmten Grund ausgesucht: Es gibt Mietbäder. Neun Euro pro Tag kostet es, ein abgeschlossenes Badezimmer allein zu nutzen. "Das leisten wir uns ganz einfach", sagt sie. Die LuxOase übertrifft sich mit derlei Extras. Gerade wird der Wellnessbereich mit SwimSpa und Regenwalddusche fertiggestellt. "Damit wollen wir wetterunabhängiger werden und die Saison verlängern", sagt Betreiber Thomas Lux.

"Wellness wird in der Zukunft ein Thema sein", sagt auch Doreen Domann, Mitarbeiterin auf dem Campingplatz Ferienpark Dresden in Ortrand. Noch kann die Vier-Sterne-Anlage damit nicht dienen, wohl aber mit Mietautos oder Frühstück im Restaurant. Auch sie hat beobachtet, dass die Camper anspruchsvoller werden. "Viele sind erbost, dass wir eine sichere Internetverbindung nur in Rezeptionsnähe bereitstellen können", erzählt sie. Und wenn sie um die Camping-Ausstattung gehe, legten die Ostler mehr Wert auf Luxus als die Westler.

Aber es gibt sie noch: die Camper, die sich am einfachen Dasein im Grünen erfreuen. Die vier Jugendlichen aus der Sportschule Frankfurt/Oder zum Beispiel. Nach mehrtägigem Dauerregen mussten sie ihre Konstruktion aus zwei Sechs-Mann-Zelten umsetzen, um einer Riesenpfütze zu entkommen. Aber das gehört für die 15-jährige Sarah Gregor dazu: "Wir haben es viel gemütlicher als im Wohnwagen", sagt sie. "Es geht ja nur darum, zusammen zu sein." Die Toilette nebenan ist das einzige, was die vier hier voraussetzen. "Grill, Radio und eine Luftmatratze mit Luft" ist für sie Luxus, dazu das Frühstück jeden Morgen von der Rezeption. "Warme Brötchen sind was Feines", schwärmt Philipp Kraupe. "Und erst recht die Rosinenschnecken."

dapd

 
erschienen am 29.07.2011
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