Benny Gränitz mit einem Entschwarter zum Entfernen von Tierhaut, der bei der Flut unter Wasser stand. Motor und Elektrik sind zerstört.
Foto: A. Seidel
Nach Hochwasser: Produktion ist noch eingeschränkt
Harthauer Metzgerei Gränitz hat durch Flut am 7. August schwere Schäden erlitten - Verein "Leser helfen" unterstützt Unternehmen mit Spende
Harthau. Auch mehr als vier Wochen nach der Flut sind deren Folgen in der Harthauer Metzgerei Gränitz noch deutlich zu sehen. Die Maschinen zur Fleischverarbeitung und Wurstherstellung sind zwar längst wieder blank gewienert, viele von ihnen stehen aber unbrauchbar in den Produktionsräumen an der Albert-Schenk-Straße und warten noch auf die meist aufwändige Reparatur.
Denn das Hochwasser der Würschnitz, die jetzt wieder in etwa 30 Metern Entfernung ruhig dahinfließt, hat die Motoren und andere elektrische und elektronische Bauteile zerstört. Neben ihrer eigentlichen Arbeit haben die fünf Beschäftigten und vor allem Steffen Gränitz, der das Geschäft gemeinsam mit seinem Vater Wolfgang in nunmehr vierter Generation führt, und sein Sohn Benny noch alle Hände voll mit der Bewältigung der Flutfolgen zu tun. "Etwa zwei Wochen dauerte allein das Saubermachen", berichtet Benny Gränitz. Erst danach habe die Produktion mit zunächst nur einer Wurstmaschine wieder aufgenommen werden können. "Schweinehälften können wir bis jetzt noch nicht wieder auslösen, weil die Technik dafür noch kaputt ist", erzählt der angehende Betriebswirt.
Insgesamt habe das Familienunternehmen Flutschäden für weit über 200.000 Euro erlitten, von denen nur etwa ein Drittel die Versicherung ersetzt. "Unsere gesamten Gewürz-Vorräte sowie viel fertig produzierte Wurst und Fleisch wurden vernichtet", sagt Benny Gränitz. Außerdem hätten Putz und Mauerwerk des Betriebes, wie schon bei der Flut 2002, erheblich gelitten.
Damals stand das Wasser etwa einen Meter hoch -rund 30 Zentimeter niedriger als am 7. August 2010 - im Produktionsgebäude und richtete Schäden für etwa 160.000 Euro an. "Die letzten davon hatten wir gerade erst beseitigt", so der 28-Jährige. Der Schaden sei diesmal höher, weil keine Zeit mehr geblieben sei, um noch Bestände und Technik in Sicherheit zu bringen, sagt Gränitz. "Am 7. August war Schulanfang - Hochbetrieb für uns", erinnert er sich. 20 Schulanfangs-Büffets hatte die Harthauer Metzgerei in Auftrag bekommen. "Wir waren alle um sechs im Betrieb, da war das Wasser noch weit weg. Um sieben haben wir ein Auto beladen, eine Viertelstunde später rief mein Vater ,Wir müssen raus!'", beschreibt Benny Gränitz.
Beim Versuch, seinen Laptop zu retten, habe er schwimmen müssen - vergeblich. Gegen 14.30 Uhr war das Wasser wieder weg. "Etwa 80 Prozent der Büffets haben wir dann noch provisorisch mit Beständen aus unseren fünf Filialen fertig gemacht", blickt der junge Mann zurück. Der Verein "Leser helfen" stellt der Metzgerei Gränitz 6000 Euro Spendengeld zur Verfügung.
Weitere Spenden erhalten:
Firma Auto-Claus, 2500 Euro; Autohandel Abboud, 1500 Euro; Silberschmiede Matthias Heck, 1000 Euro; Holzhandel Blum- stengel und Viertel, 500Euro.