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Sachsen zieht Konsequenzen aus Augusthochwasser
Zusammenarbeit der beteiligten Stellen soll überprüft werden
Dresden (ddp-lsc). Nach dem diesjährigen Augusthochwasser mit schweren Schäden in einigen Regionen Sachsens setzt der Freistaat eine Expertenkommission ein. Die Meldesysteme hätten sich zwar "im Großen und Ganzen bewährt", dennoch sollte die Zusammenarbeit der beteiligten Stellen überprüft werden, sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) am Mittwoch in seiner Regierungserklärung im Landtag in Dresden. Vom Dammbruch an der polnischen Talsperre Witka habe Sachsen "definitiv zu spät erfahren". Zudem kündigte Tillich an, einen Versicherungsgipfel einzuberufen.
Die Bürger müssten für die Notwendigkeit einer Versicherung sensibilisiert werden, sagte Tillich. Die Kosten einer Versicherung seien im Verhältnis zum Anschaffungspreis eines Hauses gering. Als Beispiel nannte der Ministerpräsident eine Versicherungssumme von 300 Euro pro Jahr für ein Haus in Ostritz, das in diesem Jahr besonders von der Flut der Neiße betroffen war.
Tillich verwies außerdem darauf, dass "eine große Anzahl von Kommunen nicht versichert" sei. Dies sei nicht hinnehmbar. Keine Versicherung für öffentliches Eigentum abzuschließen sei nahezu unverantwortlich, wenn die Gemeinde nicht in der Lage sei, den entstandenen Schaden selbst zu schultern, sagte Tillich.
Nach vorläufiger Schätzung richtete das Hochwasser vom 6. bis 8. August einen Schaden von etwa 800 Millionen Euro an. Vier Todesopfer waren in Sachsen zu beklagen, die in den Wassermassen ertranken. Allein im Landkreis Bautzen wurden 30 Familien obdachlos.
ddp