Sport-Mix

Nutzt Aue die Patzer der Konkurrenz?

3. Fußball-Liga: FC Erzgebirge liegt trotz Zuschauerrolle aussichtsreich im Aufstiegsrennen - Trainer Schmitt: Denke nur an Sandhausen-Spiel


Aue. Nicht gespielt und trotzdem irgendwie gewonnen - so fühlt sich derzeit der Fußball-Drittligist FC Erzgebirge Aue. Während die Veilchen nach ihrem 2:0-Sieg gegen die SpVgg Unterhaching am 9. März zur Tatenlosigkeit verurteilt waren, ließen die Konkurrenten im Kampf um die Aufstiegsplätze kräftig Federn.

Doch Trainer Rico Schmitt will vor der englischen Woche mit dem morgigen Duell in Sandhausen (Anstoß 14.00 Uhr) sowie den Heimspielen gegen Dresden und München II weder träumen noch rechnen. Nüchtern sagt der 41-Jährige: "Ich denke nur an die Partie in Sandhausen." Und er erinnert im Zusammenhang mit zu viel Zweitliga-Träumerei an Aufsteiger Heidenheim. Der findet sich nach einer starken Serie auf dem zweiten Tabellenplatz wieder, kam am Mittwochabend im Nachholspiel bei Bayern II aber arg unter die Räder (2:4). "Heidenheims Trainer erklärt nach dem Höhenflug plötzlich: Mit dem Klassenerhalt bin ich nicht zufrieden. Und ruckzuck fängt sich seine Elf vier Bouletten ein." Deshalb wird Schmitt weiterhin tief stapeln. Und er trifft bei seiner Mannschaft offenbar auf offene Ohren. "Es klingt abgedroschen. Aber ich schaue von Spiel zu Spiel. Alles andere macht im Fußball keinen Sinn", betont Thomas Paulus.

Der zweitligaerfahrene Routinier konnte sich in den vergangenen Tagen ebenfalls ein klein wenig als Gewinner fühlen. Auf Grund eines Magen-Darm-Infektes fehlte Paulus gegen Unterhaching. Und er hätte auch das ursprünglich für den 13. März angesetzte Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden verpasst. Nun ist "Pauli" aber wieder fit und wird in Sandhausen wie gewohnt an der Seite von Tomasz Kos, der seine Gelbsperre abgesessen hat, in der Innenverteidigung agieren.

Durch die beiden Rückkehrer müssen zwei Spieler aus der jüngsten Siegerelf weichen. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es neben Marco Stark den jungen Thomas Birk treffen. Verlierer seien sie aber keineswegs, betonte Schmitt: "Wer seine Rolle innerhalb der Mannschaft so interpretiert, ist fehl am Platze. Das ist die falsche Herangehensweise." Der Fußball-Lehrer sieht die Breite seines Kaders als den vielleicht entscheidenden Vorteil in der Schlussphase der Saison, in der die Auer mit 41 Punkten lediglich zwei Zähler hinter Relegationsplatz drei liegen. Dort steht (noch) Offenbach, das allerdings schon drei Partien mehr absolviert hat. "Alle 20 Feldspieler sind momentan im Training. Nur 16 können nach Sandhausen fahren. Aber auch die vier, die zuhause bleiben müssen, gehören zur Mannschaft. Sie werden in den kommenden Wochen ebenfalls noch gebraucht", erklärt der Chefcoach.

"Wir haben einen kleinen Lauf", weiß Paulus und verrät den Grund: "Wir haben uns in der Abwehr stabilisiert, weil wir es geschafft haben, als Mannschaft zu verteidigen." Die Mischung zwischen Defensivarbeit und Angriffsschwung soll morgen Nachmittag erneut stimmen. Für Schmitt steht fest: "Wir wollen in Sandhausen die magere Auswärtsbilanz von neun Punkten aufbessern." Gelingt dies, dann könnten sich die Veilchen als echte Sieger fühlen.

Voraussichtliche Aufstellung: Männel - le Beau, Kos, Paulus, Klingbeil - Hensel - Ramaj, Hochscheidt, Klotz - Glasner, Braham.


Von Olaf Morgenstern

Erschienen am 19.03.2010

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