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13.000 Erzgebirger arbeiten in Chemnitz

Mehr als 37.000 Menschen aus Erzgebirgskreis verdienen ihr Geld in anderen Landkreisen

Annaberg-Buchholz/Zschopau. Die täglichen Blechlawinen auf den Bundes- und Staatsstraßen des Erzgebirgskreises belegen die nüchternen Zahlen: Von den 130.338 im Erzgebirgskreis lebenden, sozialversicherungspflichtig Beschäftigten standen Mitte 2009 37.361 bei Firmen außerhalb der Kreisgrenzen in Lohn und Brot. Damit verlassen wesentlich mehr Menschen den Erzgebirgskreis, als es Arbeitnehmer in die Region zieht. Immerhin 12.688Frauen und Männer kommen zum Geldverdienen in die Region.

76 Prozent bleiben in Sachsen

Hauptanziehungspunkt ist für mehr als ein Drittel der Pendler die Stadt Chemnitz. Ebenfalls für Erzgebirger attraktive Arbeitsorte sind der Wirtschaftsraum Zwickau sowie der Landkreis Mittelsachsen. "Der überwiegende Teil der mobilen Arbeitnehmer bleibt mit rund 76 Prozent dem Freistaat treu", bilanziert Gerhard Rohde, Leiter der Annaberger Agentur für Arbeit. "Auch Bayern und Berlin sind beruflich attraktiv."

Wettbewerb hat begonnen

Die Pendlerströme in andere Regionen sind seit mehr als zehn Jahren etwa gleich bleibend hoch. Der Erzgebirgskreis hat rein von den Zahlen her einen Fachkräfteüberschuss - noch. Denn aufgrund der demografischen Entwicklung wird der in den Unternehmen jetzt schon vorhandene Bedarf an gut ausgebildeten Mitarbeitern in den kommenden Jahren rapide zunehmen. "Der Wettbewerb hat auch innerhalb Sachsens längst begonnen", legt Gerhard Rohde dar. "Den Unternehmen im Erzgebirge, die im Wettstreit mit den Firmen des Chemnitzer und des Zwickauer Raums stehen, muss es daher gelingen, für einen nicht unbedeutenden Teil der derzeit noch pendelnden Bewohner auch wieder ein attraktiver Arbeitsort zu werden. Konkret heißt das: Damit Arbeitnehmer, die täglich mitunter lange Fahrzeiten in Kauf nehmen, wieder in der Heimatregion Fuß fassen, müssen ihnen höhere Verdienste und unbefristete Verträge angeboten sowie Entwicklungsperspektiven sichtbar werden."

Der Annaberger Agenturleiter plädiert daher für ein abgestimmtes Handeln von Unternehmen, Kammern und Kommunalpolitikern. Mit dem so genannten Arbeitsmarktmonitor biete die Agentur seit wenigen Wochen zudem ein neues Analyseinstrument an. Dieses umfasse kompakt und übersichtlich zahlreiche Daten zur Beschäftigung und könne helfen, entsprechende Strategien zu entwickeln. Aus den vom Juni vergangenen Jahres vorliegenden Zahlen ist beispielsweise ersichtlich, dass das Erzgebirge eine bundesweit hohe Beschäftigungsquote aufweist - auch in der Altersgruppe der älteren Arbeitnehmer zwischen 55 und 64 Jahren sowie bei den Frauen. Beide Werte liegen sogar über dem sächsischen Durchschnitt.

 
erschienen am 12.01.2011 ( Von Martina Brandenburg )
 
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