Das neue CFC-Stadion in einem ersten Entwurf.Foto: Archiv
CFC-Stadion: Stadtrat Chemnitz stimmt Vertrags-Details zu
30 Ja-Stimmen, 15 Gegenstimmen und sechs Enthaltungen
Chemnitz. Der Umbau der Fußball-Arena an der Gellertstraße hat eine weitere Hürde genommen: Der Stadtrat in Chemnitz hat am Mittwoch den Vertragsdetails zwischen der Stadt und der GGG beziehungsweise der Stadt und dem Chemnitzer FC mit deutlicher Mehrheit zugestimmt. Für den Antrag der Verwaltung votierten 30 Ratsmitglieder. 15 waren dagegen, sechs Räte enthielten sich. Abgelehnt haben den Stadion-Beschluss die Vertreter von Bündnis90/Die Grünen, Teile der FDP-Fraktion sowie Teile der Linken. Zugestimmt haben hingegen SPD, CDU und Pro Chemnitz.
Das sind die Vertrags-Details im Überblick:
Wer baut das Stadion und wie wird das Projekt finanziert?
Die Stadt Chemnitz lässt das Stadion von der städtischen Wohnungsgesellschaft GGG über einen sogenannten Bau-Errichtungs- und Finanzierungsvertrag umbauen. Eigentümer aller notwendigen Grundstücke wird die Stadt selbst, sofern sie es nicht schon ist. Die GGG koordiniert Vorbereitung, Planung und Durchführung aller Leistungen und muss das Stadion schlüsselfertig übergeben. Zugleich stellt die GGG die Finanzierung des Vorhabens über ein Bankdarlehen sicher. Die Raten für dieses Darlehen zahlt aber nicht die GGG, sondern die Stadt.
Wie hoch ist die jährliche Belastung für die Stadt?
Die Rate für das Darlehen ergibt sich aus der Gesamtsumme der Baukosten und dem Zinssatz der jeweiligen Bank. Der Stadtrat hatte in seinem Grundsatzbeschluss vom November 2011 eine Obergrenze für die Kosten des Stadion-Neubaus festgelegt. Demnach darf das Projekt unterm Strich nicht teurer werden als 25 Millionen Euro. Der exakte Zinssatz steht erst fest, wenn der Darlehensvertrag bestätigt ist. Entsprechend dem derzeit gültigen Zins geht die Verwaltung von einer jährlichen Rate in Höhe von 1,8 Millionen Euro netto aus, die 18 Jahre lang an die Bank gezahlt werden muss, und zwar aus dem laufenden Haushalt der Kommune.
Wie wird das Vertragsverhältnis zwischen Stadt und CFC geregelt?
Die Stadt als Eigentümer verpachtet das neue Stadion an die CFC-Marketing-Gesellschaft, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen des Vereins. Der Pachtvertrag beginnt mit Übergabe der neuen Arena und soll über eine Dauer von 20 Jahren abgeschlossen werden. Nach zehn Jahren soll der Stadt dabei ein Sonderkündigungsrecht zustehen.
Wie hoch ist die jährliche Pacht, die der CFC zahlen muss?
Die Höhe der Pacht ist abhängig von der Liga, in der der CFC spielt. In der 3. oder einer niedrigeren Liga muss der Verein mindestens 180.000 Euro netto pro Jahr zahlen, höchstens aber 2,5 Prozent seines Jahresumsatzes. In der 2. Bundesliga beläuft sich die Pacht auf mindestens 250.000Euro, höchstens auf 2 Prozent des Jahresumsatzes. Und sollte der CFC in die 1. Bundesliga aufsteigen, werden mindestens 500.000 Euro pro Jahr fällig, dann jedoch höchstens 1,5 Prozent des Jahresumsatzes. Zugleich muss der CFC alle Betriebs-, Neben- und Unterhaltungskosten für das Stadion bestreiten.
Wann ist Baubeginn, und wann soll das neue Stadion fertig sein?
Der Baubeginn ist abhängig von einem positivem Votum des Stadtrates und einer Genehmigung aller Verträge durch die Landesdirektion. Sollte all dies vorliegen, beginnt die Ausschreibung, die bis zu fünf Monate dauern kann. Erst danach kann der Bau beginnen. Zeitrahmen für den Umbau sind eineinhalb Jahre. Sollte alles glattgehen, könnte das neue Stadion Mitte 2014 fertig sein.
Warum muss die Landesdirektion den Verträgen noch zustimmen?
Die Landesdirektion ist die Aufsichtsbehörde auch der Stadt Chemnitz. In ihrem Bescheid zum diesjährigen Haushalt machte deren Präsident Dietrich Gökelmann klar, dass er dem gewählten Modell der Stadionfinanzierung nur unter der Voraussetzung zustimmt, dass die dauerhafte Leistungsfähigkeit der Stadt gesichert ist. Auch um diesen Nachweis zu erbringen, musste die Stadt in dieser Woche ein zweites Sparpaket auf den Weg bringen. Das Sparziel wurde zwar knapp verfehlt, noch aber hat die Stadt bis Ende Juli Zeit, das Defizit auszugleichen. (su)
10:56 Uhr
Ballfreund: @JungerChemnitzer: Wenn ich mich im gegenwärtigen alten Stadion an einem Spieltag so umschaue, sehe ich überraschend viele junge Menschen im Rund. Ein Bild, welches man nachmittags auf dem Markt so leider nicht vorfindet. Von daher glaube ich, daß der Ersatzneubau des Stadions zum Erhalt des Profifußballs einer von vielen kleinen Mosaiksteinen ist, um diese Stadt auch für Jugendliche attraktiv zu halten.
10:30 Uhr
JungerChemnitzer: @Ballfreund: Das war genauso ein Fehler, aber das heißt ja nicht das man noch weiter machen muss, das bringt keinem etwas. Wie will denn diese Stadt junge Leute halten? Wir sind doch jetzt schon völlig überaltert und das als Unistadt...
08:47 Uhr
Ballfreund: @JungerChemnitzer: "Das Problem ist die Finanzierung über die zu lange Zeit."
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Ich hoffe, Sie haben sich damals ordentlich über die Laufzeit der Verträge zwischen Stadt und Gunzenhauser mokiert. Im Jahr 2148 wird das neue Stadion bereits 134 Jahre alt sein.
19:25 Uhr
fuxx: Das Stadion kostet keine 70 Millionen. Nicht mal annähernd. Das weiß natürlich auch ramon. Er schreibt das aber trotzdem, weil das die Frau Prof. aus Zwickau mal auf das Argumenten Schmierpapier gekritzelt hat. So sieht das viel schlimmer aus und man kann viel besser Stimmung machen.
19:14 Uhr
KCer: Das Stadion zahlen wir schon noch selber ab. Nach 20 Jahren ist da Ruhe und es kommt sogar was rein. Unsere Enkel haben ganz andere Bauprojekte und Unterhaltskosten abzuzahlen. Gunzenhauser: 10 Mio, die Häuser Schocken und Tietz: je 30 Mio. Von den millionenschweren Unterhaltskosten ganz zu schweigen. Und da sind die Millionengräber Theater, Stadthalle, Messe usw. noch gar nicht dabei. Und 300 Mio. Schulden sind ja jetzt schon da. Wer das Stadion als Pleitemacher der Stadt angibt, muss schon ziemlich viele Eiweißablagerungen haben.