Die Chemnitzer Stadträte haben am Mittwoch die Weichen für die Entwicklung von drei Bildungsstätten gestellt. Die Chemnitzer Stadträte haben am Mittwoch die Weichen für die Entwicklung von drei Bildungsstätten gestellt.

Foto: Ulf Dahl/Freie Presse Archiv

Chemnitz: Großer Schul-Tausch ist perfekt

Für größte Sorgenkinder gibt es Lösungen

Chemnitz. Nach jahrelangen Bemühungen bekommen die sanierungsbedürftige Körperbehindertenschule und das Chemnitzer Schulmodell (CSM) neue Standorte. Die Stadträte haben den Verwaltungsvorschlägen mit großer Mehrheit zugestimmt. Auch den Weg für die Gründung des Chemnitzer Sprachheilzentrums machten sie frei. Bürgermeister Berthold Brehm (CDU) dankte Eltern, Schulen, Stadträten, Landtagsmitgliedern und OB Barbara Ludwig (SPD) für ihr beharrliches Ringen um Lösungen, die wegen der Abhängigkeit von Fördermitteln allerdings auch Kompromisse seien. "Doch manchmal", so der Dezernatschef, "ist ein guter Weg besser, als ein besserer, der nicht realisierbar ist". Die Entscheidungen im Einzelnen:

Neubau der Körperbehindertenschule an der Heinrich-Schütz-Straße: Der 30-Millionen-Euro-Bau für rund 240 Kinder sorgte für lange Diskussionen. Die Gäste auf den komplett gefüllten Zuschauerrängen des Stadtverordnetensaales verfolgten die Debatte über einen Änderungsantrag der SPD. Sie wollte prüfen lassen, ob für die Therapie Einrichtungen im Umfeld genutzt werden können. Bürgermeister Brehm machte keine Hoffnung: Die Versorgung vor Ort, in der Einrichtung, erspare Eltern und Stadt eine aufwändige Beförderung und sorge für Kontinuität bei der Therapie.

Auch für den Antrag, die Bedarfsprognose in den Bauunterlagen an möglicherweise sinkende Schülerzahlen anzupassen, fand die SPD keine Mehrheit. Zuvor hatten Brehm sowie Stadträte wie Hans-Joachim Siegel (Linke) und Jürgen Leistner (CDU) geworben, die Chance jetzt zu nutzen. Die vom Freistaat in Aussicht gestellten Fördermittel könnten gefährdet sein, wenn die Unterlagen geändert würden. Laut Bürgermeister könnte Ende November eine Entscheidung über die Zuschüsse fallen. Ludwig stellte sich demonstrativ hinter ihren Bürgermeister und warnte ebenfalls vor Verzögerungen. Mit Hinweis auf die Bedeutung für die Region bitten sie und die Landräte der umliegenden Landkreise in einem Brief Sachsens Kultusminister Roland Wöller (CDU) darum, dass der Freistaat 60  Prozent der Kosten für das Projekt übernimmt. Nur ein Drittel der Kinder stammt aus Chemnitz, die übrigen kommen aus dem Umland.

Umzug der Sprachheilschule an die Arno-Schreiter-Straße: Die Sprachheilschule verlässt ihren Sitz an der Stollberger Straße und zieht in den Schulkomplex an der Arno-Schreiter-Straße. Mit der dortigen Sprachheilschule "Ernst Busch" fusioniert sie zum Sprachheilzentrum. Für die Sorge der Eltern, die gemeinsame Unterbringung mit Abendgymnasium und -mittelschule in
einem Komplex könne zu Platzproblemen führen, zeigte Brehm Verständnis. Er versicherte, die Situation zu beobachten: "Wenn es nicht geht, wählen wir andere Wege." Kai Rössler (Grüne) kündigte dennoch an, im Schulausschuss über mögliche Alternativstandorte für die Abendschulen zu diskutieren.

Umzug des Chemnitzer Schulmodells zur Stollberger Straße: Die Gemeinschaftsschule wechselt aus dem maroden und kleinen Gebäude an der Charlottenstraße ins freiwerdende Haus an der Stollberger Straße, das derzeit die Sprachheilschule nutzt. Vor dem mit dem Schuljahr 2012/13 geplanten Umzug soll für 5 Millionen Euro saniert werden und ein Anbau entstehen.

 
erschienen am 06.04.2011
 
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