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Der Stadtrat-Ticker zur Stadion-Entscheidung

Chemnitzer Stadtrat hat sich für neue Arena entschieden - Reporterin Nicole Jähn brichtete live von der Abstimmung

Chemnitz. Seit Ende Juni diskutierte die Öffentlichkeit an Stammtischen, in der Zeitung und in Internetforen, ob die Stadt dem Chemnitzer Fußballclub (CFC) ein neues Stadion spendieren sollte. Und auch in den vier großen Fraktionen des Stadtrates, CDU, SPD, FDP und Die Linke, tobte hinter den Kulissen die Auseinandersetzung um die Frage, ob sich die Stadt ein neues Stadion an der Gellertstraße leisten kann. Heute haben die Stadträte eine Entscheidung getroffen: Das neue Stadion wird gebaut. Reporterin Nicole Jähn berichtete live aus dem Rathaus. Im Folgenden der Ticker zum Nachlesen:

 

18.34 Uhr: Die Fans von den Rängen stürmen nach draußen. Sie wollen bei den anderen sein. Die OB wirkt erleichtert. "Ich danke Ihnen", sagt sie ins Plenum, das sich bereits in die Pause auflöst. Draußen beginnt die Party.

18.33 Uhr: Chemnitz, Chemnitz skandieren die Fans draußen. "Das sieht gut aus", sagt die OB. "Übersetzen sie grün in hellblau." Das Stadion wird gebaut. Die Investitionssumme wird auf 25 Millionen begrenzt, die jährlichen Kosten auf zwei Millionen. Der Jubel vor dem Marktplatz überschlägt sich. 35 Stadträte stimmen mit ja, 19 dagegen, 2 enthalten sich. Draußen brechen die Fangesänge los.

18.30 Uhr: Die OB lobt diese Entscheidung. Nun die Abstimmung. 45 Stimmen gegen den Antrag der Grünen. Damit ist er vom Tisch.

18.29 Uhr: Zuerst wird entschieden, ob die Stadträte namentlich abstimmen. Alle wollen mit ihrem Namen zur Entscheidung stehen.

18.28 Uhr: Oberbürgermeisterin Ludwig schreitet jetzt zur Abstimmung.

18.27 Uhr: "Ich fände es gut, wenn wir als Chemnitzer den Stolz hätten, das Glas einmal als halbvoll zu sehen" sagt Hänel. Andere würden Chemnitz bewundern, wenn sich die Stadt zum Bau des Stadions entschließen könnte. Jubelnde Fans.

18.25 Uhr: An den Baukosten wolle sich der Verein beteiligen, sobald dies möglich sei. Finanziell sei das aber erst ab dem Aufstieg in die zweite Bundesliga möglich.

18.24 Uhr: "Wir als CFC wollen uns von Beginn an an der Finanzierung beteiligen", sagt Hänel. Die Betriebskosten gar völlig selbst stemmen. Das sei keine leichte Aufgabe für einen Verein der Größe.

18.23 Uhr: Vereinschef Mathias Hänel tritt ans Pult. Tosender Jubel von draußen.

18.22 Uhr: Die Oberbürgermeisterin kontert: "Ich kann erst sagen, wie viel etwas genau kostet, wenn ich das Vorhaben ausschreiben kann. Dafür brauchen wir aber erst einmal eine Grundsatzentscheidung."

18.21 Uhr: Füßlein teile zudem die Sorgen um die Finanzierung. Wo soll das Geld herkommen? Viele Räte zeigen durch Klopfen ihre Zustimmung.

18.18 Uhr: FDP-Stadtrat Dieter Füßlein startet seinen Beitrag mit einem Gedicht. Verwunderte Blicke antworten ihm. Er habe ernsthafte Sorgen, dass die Sparwilligen von der Fahne laufen. Dass sie sagen: Beim Stadion geht's doch auch.

18.16 Uhr: Margitta Hochmuth (CDU) merkt an, dass es heute darum geht: Ja oder nein zum Stadion. Nichts anderes. Und sie wolle endlich ein schönes neues Stadion für Chemnitz.

18.12 Uhr: Axel Brückom (SPD) möchte, dass der CFC zu Wort kommt. Mathias Hänel, Vorstandschef vom CFC, soll Auskunft geben, was der Verein zur Finanzierung zuschießen soll. Danach könne abgestimmt werden. Die Fans draußen würde das begrüßen, verrät ihr Jubel. Doch die Oberbürgermeisterin will zuvor die Redebeiträge abschließen.

18.07 Uhr: Noch einmal Hubert Gintschel (Linke): "Eine Stadt, die sich als Zentrum einer Region versteht, muss beides anbieten: Kunstgenuss und Sport."

18.04 Uhr: "Mit Prognosen bin ich vorsichtig", sagt Brehm.

18.02 Uhr: Stadtkämmerer Berthold Brehm (CDU) ergreift das Wort: "Es ist selbstverständlich eine Frage der Priorität."

17.59 Uhr: Auch Möstl spricht sich für den Umbau aus.

17.57 Uhr: Klaus Möstl (SPD) ist der nächste: "Das Stadion ist auch unzumutbar für eine Mannschaft, die noch unter der dritten Liga spielt - höchstens für eine Jugendmannschaft akzeptabel."

17.56 Uhr: Abgelehnt. 32 Räte sagen nein, 20 ja. Drei enthalten sich. Die Aussprache wird fortgesetzt.

17.55 Uhr: Benjamin Jan (Pro Chemnitz) stellt den Antrag, nun endlich zur Abstimmung zu Schreiten. Schließlich sei alles gesagt. Die zunehmend ungeduldige Menge vor dem Rathaus jubelt. Es wird abgestimmt.

17.53 Uhr: Langer kritisiert die Fördermittel-Ablehnung des Freistaats. Doch Langer glaubt daran, auch den Aufstieg in die erste Liga zu erleben. Da muss selbst die Oberbürgermeisterin lächeln.

17.50 Uhr: Langer sagt, dass das Sportgymnasium nicht nur Bringedienste für Dresden oder Aue leisten soll, sondern auch Profis für Chemnitz hervorbringen könnte. Noch einmal jault die Menge auf dem Marktplatz freudig auf.

17.48 Uhr: "Ist uns eigentlich klar, was passiert, wenn die Magnetwirkung des CFC erlischt?", fragt Langer. "Wenn er in der fünften oder sechsten Liga dümpelt."

17.46 Uhr: Langer referiert einen historischen Abriss über die Entwicklung des Stadions.

17.44 Uhr: Jetzt steht Eberhard Langer am Pult. Er ist Mitglied im Aufsichtsrat des CFC und Linke-Stadtrat. "Liebe Sportfreunde", beginnt er seine Rede. Nicht alle können darüber lächeln.

17.43 Uhr: Falk Ulbrich (CDU): "Bei der Finanzierung ist nachzuarbeiten, die Kosten sind zu senken, Sponsoren müssen her. Der CFC muss aufsteigen, dann kann das Projekt gelingen", sagt Ulbrich. Er wolle dem Projekt zustimmen, aber mit der Finanzierung sei er nicht zufrieden.

17.41 Uhr: "Wir können es uns nicht leisten, auch nur eine Chance auszulassen, etwas Positives für unsere Außenwirkung zu tun", sagt Reinshagen. Es sei keine Entscheidung für den Sport, sondern für die Stadt.

17.39 Uhr: Der 23-Millionen-Bau des Stadions komme den Unternehmern der Stadt zugute, denn bei den Ausschreibungen sollen Firmen aus der Region zum Zug kommen.

17.38 Uhr: Bernd Reinshagen (FDP) will aus Sicht der Wirtschaft argumentieren.

17.35 Uhr: Die Oberbürgermeisterin meldet sich zu Wort: Heute Dinge vorzuhalten, die nichts mit dem Stadionumbau zu tun hätten, halte sie nicht für fair.

17.32 Uhr: Schmalfuß hoffe nicht, dass die Debatte heute der Beginn des Wahlkampfs für den Oberbürgermeisterwahl sei. Buhrufe von draußen und den Rängen. Doch Schmalfuß könne den Stadionumbau nicht befürworten, wenn dieser zu Lasten andere Dinge ginge.

17.30 Uhr: Noch vor wenigen Minuten betonte sein Parteikollege, Wolfgang Meyer, dass wer den Aufstieg des CFCs für die Stadt positiv werte und sich gleichzeitig gegen den Ausbau ausspreche, scheinheilig sei.

17.28 Uhr: Die Entscheidung hinge vor allem an der Finanzierung. Schmalfuß betont wie schon Vorgänger am Rednerpult die geringer werdenden Mittel seitens des Freistaats und den Investitionsrückstau der Stadt Chemnitz.

17.25 Uhr: Das Gegenbild bietet Andreas Schmalfuß von der FDP: "Die Entscheidung erfordert nicht nur Herz, sondern auch Verstand", sagt er.

17.24 Uhr: Meyer ist körperlich mit ganzem Einsatz dabei. Das Thema hebt ihn an. "Also: Wir bauen das Stadion", sagt er mit Nachdruck. Jubel von den Rängen.

17.23 Uhr: Meyer pocht auf den Tisch, um seinen Aussagen Nachdruck zu verleihen: "Wir stehen doch als die Deppen von ganz Sachsen da", sagt er in Hinblick auf ein mögliches Scheitern des Vorhabens. Tosender Applaus vom Marktplatz.

17.22 Uhr: Nun ist FDP-Fraktionschef, Wolfgang Meyer, an der Reihe. Er ist auch im Aufsichtsrat des CFC und trägt Fan-Trikot. Die Menge draußen jubelt. Von der Empore schießen Club-Freunde Fotos.

17.20 Uhr: Gerhard Schultz (CDU) betont die Dringlichkeit, am Konsolidierungsplan festzuhalten.

17.19 Uhr: "Der Stadionumbau ist ein unkalkulierbares Risiko für die Stadt", sagt Zais abschließend. "Es würde zu Lasten vieler andere Projekte gehen."

17.16 Uhr: Als Zais ankündigt, ihre Rede zu beenden, brandet draußen Jubel auf.

17.14 Uhr: Zais: Der Freistaat fährt aufgrund der schwierigen Lage seine Investitionen zurück. Die Grünen-Stadträtin befürchtet, dass die Kürzungen dramatisch auf die Kommunen durchschlagen. Die Zuhörer auf dem Marktplatz werden indes zunehmend ungeduldig, sie pfeifen, johlen.

17.11 Uhr: Zais greift die Aussage der OB auf, dass gewisse Posten im Haushalt mittelfristig nicht genau zu kalkulieren seien. "Die erfahrenen Haushalter unter uns wissen sehr wohl, was auf uns zu kommt", sagt Zais. "Was man sicher sagen kann ist, dass die Ertragslage sich in den nächsten Jahren nicht verbessern wird."

17.07 Uhr: Es sei nicht nachzuvollziehen, wie die OB den Haushaltsausgleich bis 2015 erreichen will. "Es scheint heute eher eine Frage des Glaubens zu sein, als eine Frage von Tatsachsen", meint Zais.

17.06 Uhr: "Es geht heute nicht um die emotionale Frage, ob ja oder nein", sagt Zais. "Sondern um ein ordentliches Finanzierungeskonzept."

17.05 Uhr: "Wir empfinden das Engagement der Fans als sehr wertvoll", sagt Zais. "Aber es gibt auch eine Menge Leute, die die Auffassung der Fans nicht teilen."

17.03 Uhr: Nun die Grünen: Petra Zais stellt sich vor. Buhrufe schwellen auf dem Marktplatz an. Aufhören, Aufhören, skandieren die Fans.

17.02 Uhr: "Ich habe in der Vergangenheit schwere Entscheidungen mitgetragen, auch wenn nicht sicher war, ob sie zu stemmen sind", sagt Schinkitz. "Deshalb bitte ich sie, der Vorlage zuzustimmen."

16.59 Uhr: Heiko Schinkitz Fraktions-Vize Linke ist als nächster dran.

16.58 Uhr: "Der CFC ist ein Aushängeschild - und zwar nicht nur ein Sportliches", sagt Müller. Mit anderen Projekten sei es kaum möglich, derart überregional in der Öffentlichkeit zu stehen. Zum Schluss fordert Müller die Räte dazu auf, dem Projekt zuzustimmen. Erstmals spenden die Fans in den Rängen Beifall.

16.55 Uhr: Den Chemnitzern fehle es an Selbstbewusstsein, der Weitblick über den Tellerrand hinaus, so Müller. Zu oft höre man das typische "ze deier" (zu teuer). Halle habe auch den Mut gezeigt, das dortige Stadion umzubauen. Chemnitz könne man mit Halle vergleichen - Einspruch vom Marktplatz. Doch dieser schlägt in Jubel um als Müller hinzufügt: "Das neue Stadion gehört zur Stadt der Moderne dazu."

16.52 Uhr: Der Stadtrat habe beim Stadtumbau schon einmal Mut gezeigt, gegen die Stimmen vieler Skeptiker, als es um den Bau der Galerie Roter Turm ging. "Ohne den Mut der Stadträte gebe es die heutige Innenstadt nicht", so Müller.

16.50 Uhr: Detlef Müller (SPD): Er appelliert an den Stadtrat Chemnitz, dass er einfach Mut beweisen soll.

16.47 Uhr: Die Verantwortung gebiete, den Antrag abzulehnen, sagt Patt zum Schluss. Die Oberbürgermeisterin reagiert auf den Vorwurf, zu viele Finanzierungsfragen offen zu lassen. "Man darf nicht den Chemnitzern weiß machen, dass die Stadt über Jahre einen unsoliden Haushalt geführt hat." Bestimmte Haushaltspositionen könnten nicht auf Millionen genau festgelegt werden. Es gebe Einbrüche, aber auch viele Verbesserungen.

16.44 Uhr: Es sei ehrlich, dem CFC zu sagen, dass die Stadt das Geld für das Stadion heute nicht habe, sagt Patt. Tumultartiges Pfeifen von draußen.

16.43 Uhr: "Wir können es nicht verantworten, die Schulden der nächsten Generation aufzubürden", sagt die CDU-Stadträtin weiter. Sie könne es auch nicht verantworten, den CFC einem solchen Druck auszusetzen. "Pfuii!!", tönt es von draußen.

16.42 Uhr: Patt: "Mut muss man haben. Aber ich unterscheide zwischen Mut und Leichtsinn." Die Räte sollten sehr gut abwägen, was sie verantworten können.

16.39 Uhr: Oder soll an Personalien in der Stadtverwaltung gespart werden?, fragt Patt. Spontaner Jubel antwortet ihr vom Marktplatz.

16.38 Uhr: Das Modell über die GGG sei auch eine Neuverschuldung, zwar eine versteckte, aber trotzdem eine Neuverschuldung. Patt fordert die Stadtspitze auf, so mutig zu sein und die Punkte zu nennen, wo stattdessen gespart werden soll: Stadtbad? Tierpark? Botanischer Garten? Volkshochschule? Räte ihrer Fraktion klopfen als Zustimmung auf ihr Pult.

16.35 Uhr: "Ein seriöses Versprechen braucht auch eine solide Basis", sagt Patt in Richtung der Oberbürgermeisterin. Das könne sie aber nicht erkennen. Zu viele Fragen zur Finanzierung seien offen. "Es reicht nicht, nur an Emotionen zu appellieren."

16.34 Uhr: Nun ist Almut Friederike Patt (CDU) an der Reihe. "Wer den Widerspruch herausstellt für oder gegen das Stadion, der bringt eine Spaltung in die Stadt", sagt sie. "Ich möchte nicht, dass sich Befürworter und Gegner als Feinde begreifen" Jeder müsse die Meinung des anderen aushalten.

16.31 Uhr: Gintschel ist auch Vorsitzender vom Sportkindergarten. "Wir sollten die Vorbildfunktion der Profifußballer für unsere Kleinen nicht unterschätzen." Dies sagt der Linke-Fraktionschef zum Abschluss.

16.30 Uhr: Gintschel appelliert an die Fans: "Sie, bitteschön, müssen ihren Verein auch finanziell unterstützen." Stille auf dem Marktplatz.

16.29 Uhr: Die Linke will das Projekt mithilfe des gemeinsamen Änderungsantrages voranbringen. Gintschel kritisiert, dass kein Geld vom Land zugeschossen wird.

16.26 Uhr: Unter den Räten breitet sich Unruhe aus. Die CFC-Fans auf den Rängen lauschen andächtig.

16.24 Uhr: Gintschel: "Wir können mit dem Stadion etwas tun, so dass Chemnitz den Ruf als Sportstadt wieder gewinnt - und nicht nur für Eiskunstlauf steht.

16.23 Uhr: Doch die Zeit dränge, so Gintschel: Demnächst kann an der Gellertstraße nicht mehr gespielt werden. Gintschel meint: "Entweder man macht's richtig oder man lässt's sein." Der CFC habe es sich verdient, dass die Stadträte jetzt zustimmen. Die Vereinsspitze stehe für Bodenständigkeit, nicht für Luftschlösser.

16.21 Uhr: Gintschel: Aus sportlicher Sicht sei der Stadionumbau notwendig, doch auf der anderen Seite stehe die Haushaltkonsolidierung.

16.20 Uhr: Nun spalte aber gerade diese Diskussion die Menschen. Aber in der Sorge um die Stadt könne er nachvollziehen, wer sich in der Entscheidung schwer tut, so Gintschel.

16.18 Uhr: Hubert Gintschel (Linke) betont in seiner Rede die soziale Kompetenz des Fußballs: Fußball verbinde die Menschen.

16.17 Uhr: Inzwischen sind 55 Stadträte da, fünf fehlen, drei unentschuldigt.

16.16 Uhr: Brückom wirbt für den gemeinsamen Änderungsantrag von SPD, Linke und CDU. "Heute gibt es kein Aber", sagt er. "Wenn man das Stadion will, dann muss man heute dem Antrag zustimmen."

16.13 Uhr: Brückom will nicht, dass Chemnitz wieder scheitert, dass es heißt: Nicht einmal das kriegen sie hin oder: typisch Chemnitz eben.

16.12 Uhr: Brückom: "Den Stadträten steht es gut zu Gesicht, sich die Entscheidungn nicht leicht zu machen." Schließlich habe man oft genug um 10.000 Euro gerungen. Trotzdem sei die Investition richtig, da es mehr Vorteile bringt, als Kosten entstehen.

16.09 Uhr: Noch einmal tritt Axel Brückom (SPD) ans Pult: "Fußball ist Wirtschaftsförderung, Fußball ist eine große Chance für unsere Stadt und unsere Region, Fußball ist Nachwuchsförderung." Die SPD wolle geschlossen für den Stadionbau stimmen. Nun bricht die Menge vor dem Rathaus in Jubel aus.

16.08 Uhr: Lehmann kritisiert abschließend, dass auf den Rängen nur Karten an Fans vergeben wurden und keine Stadion-kritischen Bürger einen Platz fanden. Abschließende Buhrufe vom Markt.

16.05 Uhr: Die Grünen sind dafür, das Stadion in die Hände des CFC zu geben und vielleicht unter die Arme zu greifen, um es Drittligatauglich zu machen. Die Menge draußen tobt. Lehmann ist zunehmend schlechter zu verstehen. Buhrufe.

16.03 Uhr: Lehmann: "Wenn kein Geld mehr da ist, sollte man sich erst einmal fragen, auf was man verzichten will." Die Stadt Chemnitz verschiebe die Probleme in die nächste Generation. Bei Sozial- und Kulturprojekten sei zuletzt immer gespart worden.

16.01 Uhr: Die Grünen hätten nichts gegen ein neues Stadion. Aber das Konzept sei abenteuerlich. Denn es gibt Rückstände im Stadtbad, im Tierpark. Dabei handelt es sich um die am besten angenommenen Freizeitangebote in Chemnitz, so Lehmann.

16.00 Uhr: Thomas Lehmann (Grüne) hat Redezeit. Als er ans Pult tritt, buhen ihn die Fans draußen aus.

15.59 Uhr: Kohlmann: "Wenn wir ein höheres Niveau auf den Rängen erreichen müssen, müssen wir die Zahl der Ränge erhöhen." Ein bürgerliches älteres Ehepaar ginge schließlich auch nicht in die Oper, wenn sie in einer alten Industriehalle aufgeführt werde.

15.57 Uhr: Die Argumente der Gegner stünden auf tönernen Füßen, so Kohlmann. Trotzdem outet sich der Befürworter als Nicht-gerade-CFC-Fan. Die Fans draußen scheinen irritiert: Weder Buhrufe noch Jubel. Nur abwartende Stille.

15.54 Uhr: Draußen auf dem Marktplatz kommentieren die Fans fast jedes Argument der Stadträte mit Jubel, Trommel-Schlägen oder Buhrufen.

15.53 Uhr: Kohlmann: "Es ist gut, dass wir ein Kunstmuseum haben. Aber wir haben auch ein zweites Kunstmuseum, das uns viel Geld kostet." Kohlmann führt Kosten für Theater, Oper und Kultur an. Auch für die Fußballspiele sollte daher eine würdige Stätte her.

15.49 Uhr: Kohlmann: "Unsere schöne Oper und anderes - das ist alles schön und gut. Aber bundesweit bekommt davon niemand etwas mit. Aber das Stadion ist regelmäßig im Fernsehen zu sehen." Derzeit müsse man sich für den Anblick allerdings schämen.

15.48 Uhr: Damit steigen die Räte in die Debatte ein. Als erster darf Martin Kohlmann (Pro Chemnitz): Die Fraktion habe von Anfang an den Neubau unterstützt und wolle auch heute dafür stimmen.

15.46 Uhr: Ludwig spricht sich für das Finanzierungsmodell über die GGG aus. Die Variante nehme Stadt und Verein gleichermaßen in die Pflicht. Es sei aber ein Modell, das die Stadt nicht finanziell überfordert. Schlusswort: Jedes Projekt birgt Risiken. Aber es sei eine Investition mit hohem Potenzial für die Stadt.

15.43 Uhr: Die Oberbürgermeisterin stellt die Finanzierungsmodelle vor: Der CFC baut selbst? Die Stadt baut für 23 Millionen Euro? Die Stadt nimmt einen Kredit auf? Es gibt Fördermittel vom Land? Es gibt einen Privatinvestor? Alles sei bisher keine Variante, meint die OB.

15.39 Uhr: Die Fans auf dem Marktplatz brechen erneut in Jubel aus.

15.38 Uhr: Doch kann sich Chemnitz das Stadion leisten? Das sei eine schwierige Frage, sagt die OB. "Aber ich beantworte sie mit ja, wenn wir es wirklich wollen."

15:36 Uhr: OB Ludwig: "Fußball ist etwas mehr als nur Sport. Es gibt kein anderes Phänomen, das so viel Kraft und Leidenschaft auslöst." Und weiter: "In Abwägung aller Gegen-Argumente werbe ich für ein neues Stadion. Die Chancen für Chemnitz lassen das verantworten."

15:33 Uhr: Wer das Aufstiegs-Spiel gesehen hat, hat eine Ahnung davon, welche Kraft Fußball entfalten kann, sagt OB Ludwig. Chemnitz sei jetzt wieder auf der Fußball-Landkarte vertreten.

15:32 Uhr: Mit dem CFC hat Chemnitz einen tragfähigen Verein für das Stadion, so OB Ludwig.

15:30 Uhr: OB Ludwig versucht die Frage zu klären, wie das Stadion in den schlechten Zustand gelangen konnte: Der Fußball habe nach dem Abstieg den Zauber verloren, sei durch ein tiefes Tal gegangen. Das Verführerische, das den Fußball ausmacht, liege 35 Kilometer weiter. Die Fans quittieren diese Anspielung auf die Veilchen mit erneuten Buhrufen.

15:28 Uhr: OB Ludwig: "Das Stadion an der Gellertstraße ist in einem unsportlichen Zustand."

15:27 Uhr: Die OB lobt den Dialog, den viele Stadträte vorab mit Fans und Verantwortlichen beim CFC gesucht haben. "Einige waren seit langer Zeit mal wieder beim Fußball. Und ich habe durchaus strahlende Gesichter gesehen."

15:26 Uhr: OB Ludwig: "Die Entscheidung des Stadion-Umbaus ist eine Entscheidung mit großer Bedeutung und großer Tragweite."

15:24 Uhr: Petra Zais von den Grünen setzt sich dafür ein, die Befangenheit von zwei Stadträten zu prüfen, die im Ausfsichtsrat des CFC sitzen. Die Oberbürgermeisterin: "Ich sehe nicht den Anlass. Das müssen die beiden selbst entscheiden und wir haben das dann zu respektieren."

15:22 Uhr: Die Oberbürgermeisterin spricht zu den Vorlagen, danach darf diskutiert werden.

15:20 Uhr: Beschlussvorlagen: Der Grundsatzbeschluss zum Umbau des Stadions - Es gibt einen Änderungsantrag der Grünen und auch ein gemeinsamer von SPD, CDU und den Linken liegt vor.

15.18 Uhr: Axel Brückom (SPD-Fraktionschef): "Wir werden über 22.000 neue Fans haben, wenn wir das heute hinkriegen."

15:17 Uhr: Gintschel steigt mit dem Thema der Finanzierung ein: "Wir wissen weder eine Zeitschiene noch Eckpunkte vom Haushalt 2012. Das befriedigt uns nicht." Wie Projekte finanziert werden, sei nicht erörtert worden.

15:15 Uhr: Der Fraktionschef der Linken, Hubert Gintschel, tritt ans Pult.

15:14 Uhr: Ulrich Müller eröffnet die Redebeiträge der Räte.

15:13 Uhr: An der Gellertstraße muss etwas getan werden, sagt Müller. Die CDU-Fraktion habe sich vor Ort vom schlechten Zustand des Stadions überzeugt. Doch die Fraktion wird nicht einheitlich abstimmen. Zu weit liegen die Meinungen auseinander, sagt Müller.

15.11 Uhr: Ulrich Müller, Fraktionsvorsitzender CDU: Wir sollten niemand gegeneinander ausspielen. Es geht um den Grundsatz, ob die Stadt künftig eine Heimat des Profisports sein will.

15.06 Uhr: Die Tagesordnung wird durchgegangen.

15.04 Uhr: Einer kommt noch nach. Jetzt sind es 52. Jubel. Ja, das sei die Aufregung, sagt die OB, "besser, als wenn wir immer weniger werden".

15.03 Uhr: 51 Stadträte von 60 sind anwesend. Sieben fehlen unentschuldigt, stellt OB fest. Buhrufe vom Marktplatz dringen in den Saal.

15.02 Uhr: Die Liveübertragung auf den Marktplatz funktioniert.

15.01 Uhr: Die Glocke läutet, die Sitzung ist eröffnet. Draußen tröten die Fans: Anpfiff.

15.00 Uhr: Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) ist im Saal, blättert noch einmal die Vorlagen durch, richtet ihr Halstuch und schaut gespannt in die Runde. Alle Sitze sind besetzt.

14.58 Uhr: "Lasst uns nicht im Regen stehen!", steht auf dem größten Transparent. Vor dem Rathaus haben sich inzwischen etwa 300 Fans versammelt. Auch die Tribünen sitzen voller CFC-Fans.

14.54 Uhr: Händeschütteln. Die Stimmung wirkt locker. Dabei herrschte vorab große Anspannung. Hinter verschlossenen Türen wurde viel diskutiert. Auch innerhalb der Fraktionen gab es Unstimmigkeiten.

14.51 Uhr: Zahlreiche Räte haben einen Ball mitgenommen.

14.49 Uhr: Vom Vorplatz schallt Musik herauf. Ein Kameramann prüft zum letzten Mal seine Technik.

14.47 Uhr: Auf der Besuchertribüne nehmen Gäste im Fan-Trikot Platz. Eine freudige Anspannung ist bei ihnen spürbar.

14.46 Uhr: Langsam steigt der Lautstärke-Pegel. Die ersten Stadträte gehen auf ihre Plätze. Axel Bückom, SPD-Fraktionsvorsitzender, legt einen kleinen Fußball auf sein Pult. Die Bälle verteilt das  Netzwerk für Kultur- und Jugendarbeit als Zeichen für Kürzungen in ihrem Bereich vorm Rathaus. Dort ist auch eine Leinwand aufgebaut.

14.38 Uhr: GGG-Chefin Simone Kalew nimmt auf einem Besucherstuhl Platz.

14.35 Uhr: Durch die Fenster des Sitzungsaals sind Transparente zu sehen, die Fans an der Fassade Galerie Roter Turm angebracht haben: "Neues Stadion für Chemnitz" oder "Tradition stirbt nie" ist dort zu lesen. Noch sind die Stühle weitgehend leer.

 

 
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Der Stadtrat-Ticker zur Stadion-Entscheidung
Hintergrund
 
erschienen am 05.10.2011
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
17
(Anmeldung erforderlich)
  • 06.10.2011
    13:19 Uhr

    Chemnitz4ever: @ horrorbeetle:

    schönes bsp. genau das ist der punkt. der mensch wollte unbedingt fliegen könnte es aber nicht und hat mit seinem unbändigen willen, die vision, durchhaltevermögen und unbeirrbarkeit es am ende doch geschafft zu fliegen. genau das ist das was wir auch jetzt bei diesem stadion brauchen und haben.
    im übrigen ist es für jeden unternehmer ein ähnliches risiko eine neue halle zu bauen, anzubauen oder viel geld in forschung und entwicklung zu stecken. aber die unternehmer tuen es teils weil sie keine andere wahl haben teils weil sie eben von vision getrieben werden. genau so verläuft es mit dem stadionneubau.

    @ ramon

    schlechtes bsp. die tierparkkarte zu ziehen. vorallem die grünen haben sich meiner meinung nach da ein ei selbst ins nest gelegt. ich halte es moralisch für sehr fragwürdig die tiere in einem zoo einzusperren damit sich der mensch daran ergötzen kann. tiere gehören in die freie wildbahn und nicht in den käfig. deswegen würde es von mir dafür kein geld geben. dann lieber eine schule sanieren.

    0 0
     
  • 05.10.2011
    21:54 Uhr

    GGD: Werte Frau Oberbürgermeisterin
    Liebe User(innen) und Leser(innen)

    Chemnitz hat heute eine mutige Entscheidung getroffen. Eine Entscheidung, die nur der Anfang von weiteren notwendigen und nicht weniger mutigen Entscheidungen sein kann. Unsere Stadt hat sich in den letzten Jahren unheimlich verändert und mit einem gewissen Stolz können wir heute zurecht auf die letzten zwei Jahrzehnte der Stadtentwicklung zurückblicken. Doch wir sind noch lange nicht an einem Punkt angelangt an dem wir uns zurücklehnen können. Die neue Innenstadt ist immer noch nicht vollständig, der City-Campus befindet sich noch in der Planungsphase und auch sonst müssen noch unzählige Projekte angegangen und umgesetzt werden, damit die Stadt weiter auf dem richtigen Weg bleibt. Entscheidend dabei ist jedoch, dass wir begreifen, das nur dort etwas wachsen wird wo auch die unbändige Zuversicht darüber herrscht aus kühnen Visionen Realität werden zu lassen.

    Das Land Sachsen hat hierbei genauso wie der Bund hinlänglich bewiesen, das man herzlich wenig auf die Region gibt und deshalb mit öffentlichen Förderungen im Vergleich zu Leipzig oder Dresden eher zurückhaltend agiert. Chemnitz muss sich selbst helfen und hierfür brauchen wir Innovationen, Köpfchen und eine gehörige Portion Stolz. Mit der Entscheidung für das neue Stadion ist heute deshalb der richtige Weg eingeschlagen worden.

    Mein persönlicher Dank geht deshalb vor allem an unsere Oberbürgermeisterin. Vielen Dank für Ihr besonderes Engagement und den Einsatz für den Chemnitzer Fußball.

    0 3
     
  • 05.10.2011
    21:15 Uhr

    gelöschter Nutzer: Wenn jeder der 22.000 Pro-Stadion-Unterschriftsleister 20 Jahre lang 7,58 Euro (oder jährlich 90,91 Euro; oder einmalig 1818,18 Euro) an die GGG überweisen würde, wäre das Stadion ohne Stadt und ohne Verein bezahlt!

    3 1
     
  • 05.10.2011
    21:12 Uhr

    chemnitzfueralle: Der grösste Witz ist der Beitrag von Herrn Reinshagen (FDP):
    - Fussball ist zunächst Wirtschaft. Aber davon versteht er am aller wenigsten.
    Im übrigen muss bei Projekten solcher Größenordnung mindestens eine deutschlandweite, wenn nicht sogar europaweite Ausschreibung durchgeführt werden. Aber das kann er nicht wissen.

    3 1
     
  • 05.10.2011
    20:47 Uhr

    ramon: Lasst uns bei der nächsten Stadtratssitzung die Tiere mit den größten traurigen Augen und dem himmelblausten Fell auf dem Marktplatz zusammentreiben und wiehern und meckern. Hat ja beim Stadion auch funktioniert.

    5 0
     

 
 
 
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