"Eine riesengroße Dummheit"
Nico Quade (36), Trainer des FSV Zwickau, stellt sich nach dem Vorfall in der Kabine vor seine Mannschaft. Dennis Kittler hat gestern mit ihm gesprochen.
Freie Presse: Es hat in den vergangenen beiden Tagen mannschaftsinterne Gespräche zu dem Vorfall am Freitag in der Kabine gegeben. Ist jetzt klar, wer auf die "Sieg"-Rufe der Mannschaft hin "Heil" gerufen hat?
Nico Quade: Nach meinem Kenntnisstand nicht.
Freie Presse: Wie beurteilen Sie das, was in der Kabine passiert ist?
Nico Quade: Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass diese Mannschaft nicht einen Hauch einer rechtspolitischen Gesinnung in sich trägt. Für mich ist es so, dass das von irgendjemandem, der sich im Raum befunden hat - das waren nicht nur Spieler - eine riesengroße Dummheit gewesen sein muss.
Freie Presse: Aber wie kann es zu solch einer Parole kommen, von der jeder weiß, dass sie unter Strafe steht?
Nico Quade: Nach dem Spiel hat Euphorie geherrscht. Die Spieler waren vollgepumpt mit Adrenalin. Dann hat jemand diese Dummheit begangen. Warum, kann ich auch nur spekulieren. Aber ich sehe mich natürlich in der Verantwortung. Wenn so etwas innerhalb meiner Truppe passiert, ist das auch ein Makel, der an mir haftet. Den Makel will ich loswerden.
Freie Presse: Was geschieht jetzt, damit der Vorfall aufgeklärt wird?
Nico Quade: Im Training besprechen wir die Situation mit den Spielern. Wir können nicht einfach zum Alltag übergehen. Sollten wir das Ganze nicht klären können, dann müssen das die ermittelnden Behörden tun. Nur das bringt Ruhe rein.
Freie Presse: Welche Konsequenzen wird das Verhalten für denjenigen haben, der "Heil" gerufen hat?
Nico Quade: Darüber jetzt zu sprechen, wäre hypothetisch. Man muss ihn fragen, warum er das getan hat. Dann gibt er eine Erklärung ab, er muss sich ja etwas dabei gedacht haben. Der Vorstand und die sportliche Leitung würden dann über Konsequenzen beraten. War es eine Dummheit, dann würden wir es bestrafen - aber mit dem nötigen Augenmaß. Wäre es so, dass jemand absichtlich "Heil" gerufen hat, dann würden wir ihn im Verein nicht tolerieren können.
23:43 Uhr
Registrierter: Wenn ich Geld für Anti-"Sieg Heil!" Programme bekommen kann: Ja klar immer her damit! Gegen Faschisten-Grüße, welche mit Sicherheit aus einer persönlichen Sozialisation (woher sonst???) kommen, werde ich IMMER Stimmung machen. Dazu bekenne ich mich hier sehr offen. Wer aus Freude ein "... Heil" schmettert, dem liegt es auf der Zunge, der muß da nicht drüber nachdenken.
Inzwischen haben die Tatsachen mir Recht gegeben.
Nico Quade ist eine arme Sau und muss die elende Herumeierei seines Sprechers Neef ausbaden. Inzwischen hat die Bürgermeisterin klarere Worte gefunden!
10:02 Uhr
Roettgers: guten morgen registrierter, ich grüße sie :)
scheinbar bekommen sie geld dafür unvermittelt stimmung zu machen?!
09:33 Uhr
Registrierter: "...er muss sich ja etwas dabei gedacht haben..."
So ist es. Da ist in der Euphorie etwas an die Oberfläche gekommen. Wer das ruft, ist so sozialisiert und aus seinem Umfeld gewohnt. Er hätte ja irgendwas anders rufen können, aber warum ausgerechnet dies? Herr Neef hat mit seinem Sympathie-Hick-Hack inzwischen noch viel größeren Schaden für den Verein angerichtet. Inzwischen liest man es kopfschüttelnd deutschlandweit:
http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,800962,00.html