Ab Herbst entfallen fast zwei Drittel aller sächsischen Deutschlandstipendien auf die vier Hochschulen der Region Chemnitz. Ab Herbst entfallen fast zwei Drittel aller sächsischen Deutschlandstipendien auf die vier Hochschulen der Region Chemnitz.

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Firmen geben Geld an Studenten

Neues "Deutschlandstipendium" ist an den vier Hochschulen der Region Chemnitz gut angelaufen

 

Chemnitz. Ab Herbst entfallen fast zwei Drittel aller sächsischen Deutschlandstipendien auf die vier Hochschulen der Region Chemnitz. Mit insgesamt 78 Förderverträgen haben sie damit die Nase vorn im Vergleich mit den beiden großen Universitäten in Dresden und Leipzig. Das erst im Februar eingeführte nationale Beihilfeprogramm für leistungsstarke Studenten hat vor allem in Freiberg und Chemnitz sehr schnell eine große Unterstützung in der Wirtschaft gefunden.

Mit dem Förderprogramm will der Bund eine neue Stipendienkultur anstoßen. Durch das verstärkte Engagement der privaten Hand sollen bald bis zu acht Prozent aller deutschen Studenten Zuschüsse erhalten, die sie nicht zurückzahlen müssen. Sie betragen monatlich 300 Euro und werden mindestens über zwei Semester gewährt. Die Kosten teilen sich der Bund und private Spender zur Hälfte. Im Gegenzug können die privaten Sponsoren bis zu zwei Drittel der Stipendien direkt an Personen oder Fachrichtungen vergeben. In der ersten Förderetappe 2011 kann ein halbes Prozent aller Studenten ein Deutschlandstipendium bekommen, dieser Anteil soll allmählich steigen. In Sachsen, wo heute in Dresden noch einmal offiziell die Werbetrommel für diese Beihilfe gerührt wird, könnten von dem Programm über 8000 der derzeit rund 109.000 Studenten profitieren.

In diesem Jahr stehen den 15 Hochschulen Sachsens zunächst 490 Deutschlandstipendien zur Verfügung. Allerdings sind davon ab Herbst erst 131 vergeben. Die TU Bergakademie Freiberg hatte bereits vom ersten Tag an ihr Kontingent von 23 ausgeschöpft. Innerhalb kürzester Zeit bekundeten Sponsoren ihre Unterstützung. Allein die Sparkassen Mittelsachsen stellt über eine Stiftung 14.400 Euro für acht Zusagen bereit. Rektor Bernd Meyer sieht in dem Programm ein besonderes Potenzial, um vor allem "Unternehmen deutschlandweit eine attraktive und flexible Möglichkeit der Hochschulförderung anzubieten".

Für die TU Chemnitz hat das Netzwerk der Gesellschaft ihrer Freunde mit zehn Stipendien für den Anschub gesorgt. Ab Herbst gibt es insgesamt 21 Verträge von verschiedenen Geldgebern. "Wir setzen weiter auf die gezielte Nachwuchsförderung", kündigte Rektor Klaus-Jürgen Matthes an. Die Hochschulen Zwickau und Mittweida ziehen ab September mit 23 beziehungsweise elf Stipendien nach.
Sachsens Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) betonte am Wochenende, die Förderung unabhängig von der Herkunft sei "der richtige Ansatz, damit sich Talente entfalten können". Die direkte Einbindung von Unternehmen helfe, dem Fachkräftemangel gezielt vorzubeugen.

 
erschienen am 14.06.2011
 
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