Brauerei-Chef Ludwig HörnleinFoto: Falk Bernhardt
Hartmannsdorf: Justiz ermittelt gegen Brauerei-Chef
Inhaber des Brauhauses soll versucht haben, eine Gasleitung anzuzapfen
Hartmannsdorf. Der Geschäftsführer und Inhaber der Hartmannsdorfer Brauerei, Ludwig Hörnlein, soll im vergangenen Jahr versucht haben, illegal eine Gasleitung des Versorgers Eins anzuzapfen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 50-Jährigen wegen Sachbeschädigung und vorsätzlicher Herbeiführung von Brandgefahr. Das bestätigte am Mittwoch Sprecherin Ingrid Burghart. Die Schweißarbeiten an dem Rohr des Versorgers sollen im Mai 2012 durchgeführt worden sein. Bei den Ermittlungen habe man ein Verbundteil entdeckt, das womöglich im Nachhinein eingebaut worden sei. Es werde derzeit von der Dekra untersucht. Durch das Verbundteil hätte man Gas aus der Leitung entnehmen können, sagte Ingrid Burghart.
Geld- oder Haftstrafe drohen
Dass Hörnlein in den Monaten zuvor eine ausländische Firma beauftragt haben soll, eine eigene Leitung von dem Sudhaus der Brauerei an der Leipziger Straße bis zur Gasleitung von Eins-Energie zu legen, wie es in Medienberichten hieß, wollte sie nicht bestätigen. Sollten sich die Vorwürfe gegen den Hartmannsdorfer Brauerei-Chef bestätigen, drohen ihm entweder eine Geldstrafe oder eine Haftstrafe bis zu drei Jahren. Das Unternehmen hält sich zu den Vorwürfen bedeckt. Nach mehrfacher Nachfrage ließ der Geschäftsführer über eine Mitarbeiterin ausrichten, dass man derzeit nichts zu den Vorwürfen sagen werde.
Der Sprecher des Versorgers Eins, Christian Stelzmann, bestätigte den Fall zwar, wollte sich aber ebenso aufgrund des laufenden Verfahrens nicht konkret dazu äußern. Nur soviel: "Wir wurden im November 2012 von der Staatsanwaltschaft und der Polizei gebeten, vor Ort einen Termin zu begleiten", sagte er. Bei dem Termin sei auch festgestellt worden, dass Gas an wenigen Stellen ausgetreten war. "Es besteht seitdem aber keine Gefahr mehr. Die Sicherheit der Leitung wurde damals sofort wieder hergestellt", betonte Stelzmann. Der Fall sei in der Region einzigartig. Es sei ihm ansonsten nicht bekannt, dass jemals versucht wurde, eine Gasleitung von Eins anzuzapfen.
Auch Polizeisprecher Frank Fischer ist nach eigener Angabe kein vergleichbarer Fall bekannt. Es würde allerdings vorkommen, dass im privaten Bereich Stromleitungen angezapft werden. In der Stadt Chemnitz wurden im Jahr 2011 59 derartige Fälle zur Anzeige gebracht, sagte Fischer.
Bis jetzt schrieb die Hartmannsdorfer Brauerei eine Erfolgsgeschichte. Der Umsatz stieg, und das Unternehmen investierte. Zuletzt soll Hörnlein selbst Interesse an einer Übernahme der insolventen Peniger Brauerei gehabt haben. Auch im Ort ist Hörnlein angesehen. Er organisierte mehrere Vereinsfeste auf seinem Hof. Seit dem Jahr 1996 ist der gebürtige Franke Wahl-Hartmannsdorfer. "Und das mit ganzem Herzen", wie er sich zitieren ließ.
Von Thailändern übernommen
Die Brauerei hat bereits vor der Übernahme durch den Braumeister eine lange Vorgeschichte: 1902 gegründet, firmierte sie in der DDR lange Zeit unter VEB Brauerei Hartmannsdorf. 1976 wurde die Brauerei dann dem VEB Getränkekombinat Karl-Marx-Stadt angeschlossen. Fünf Jahre später kamen die Hartmannsdorfer Bierbrauer zum benachbarten VEB Mittweidaer Löwenbräu. Im Jahr 1994 übernahm die B.B. Group Company Deutschland, eine Tochter eines Unternehmens aus Thailand, die Mittweidaer Löwenbräu. Damit wurde die letzte Brauerei Sachsens privatisiert. Hörnlein übernahm nach der Insolvenz der B.B. Group Company im Jahr 2006 den Betrieb.
12:30 Uhr
PeKa: Nun wissen wir, warum es zu einem Gewinneinbruch beim kommunalen Energieversorger Eins gekommen ist, Herr Hörnlein ist dran schuld, hihihi!
16:31 Uhr
frmueller: die medien müssen doch informieren. dafür sind sie da. und damit sollten sie nicht warten, bis ein prozess zu ende ist. (siehe zb. der paralympicssportler und seine tote freundin). nur sollte man darauf wert legen, nicht einseitig zu berichten und alle relevanten seiten zu wort kommen lassen.
und es wird ja nun nicht geschrieben, das hr. hörnlein dies wirklich getan hat. und wenn er sich zu dem vorfall nicht äußern möchte, ist dies ja auch in ordnung - die FP hat ja versucht eine stellungnahme zu bekommen.
11:44 Uhr
schnellleserin: nun, ich finde Berichterstattung schon sinnvoll.
Aber ist es in der Regel nicht so, dass doch wenigstens ein Sachverhalt ansatzweise geklärt sein sollte, bevor ein solcher Bericht da steht, so wie er da steht?
11:35 Uhr
berndischulzi: Da kann man ja auch fix mal eine kleine nette Meldung lancieren, der Konkurenzkampf ist eben hart.......
11:08 Uhr
Baur: @schnellleserin: man sollte nicht äpfel mit birnen vergleichen. beim pferdefleisch geht es darum, dass der staat, das ministerium, die öffentliche verwaltung die entsprechenden firmen öffentlich macht. im fall der brauerei geht es um mediale berichterstattung, und da es um einen vorgang von öffentlicher relevanz geht, müssen ross und reiter genannt werden. wer mediale berichterstattung für überflüssig hält, der sollte bitte nach nordkorea ziehen.