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Länderschaukel: "Das Projekt macht uns Hoffnung"

Viel Zustimmung bei Forum zu Seilbahnvorhaben - Landrat prüft Fördermöglichkeiten

erschienen am 05.04.2010

Oberwiesenthal. Mehr als 90 Interessenten nutzten am Wochenende das über zweistündige Bürgerforum im Fichtelberghaus von Oberwiesenthal, um sich detailliert über die geplante Länderschaukel zwischen dem sächsischen Fichtelberg und dem böhmischen Keilberg zu informieren. 20 von ihnen hielten sogar stehend aus, weil die Sitzplätze nicht reichten. "Das Echo hat mich überwältigt", resümierte Organisator Lutz Heinrich. "Ich hatte gedacht, die Mehrzahl würde kommen, um mich - passend zu Ostern - zu kreuzigen. Doch das ganze Gegenteil war der Fall", freute sich der 57-Jährige.

Er hatte im Sommer 2009 gemeinsam mit einem weiteren Oberwiesenthaler das Projekt einer Gipfel verbindenden Seilbahn von 3,7 Kilometer Länge vorgestellt und vor vier Wochen in der "Freien Presse" detailliert erläutert. Neben Stimmen, die vor allem einen sorgsamen Umgang mit der bereits stark strapazierten Natur anmahnten und auf die extremen klimatischen Bedingungen in dieser Kammregion verwiesen, gab es am Samstag vor allem Zustimmung. Der 69-jährige Willi Pöschel, der als Frontmann der "Alten Oberwiesenthaler Skifahrer" gilt, sagte, dass mit 15,4 Kilometer Skipisten kein Wintersportler mehr an die Hänge des Fichtelbergs gelockt werden könne. Die 39 Kilometer Pisten, die mit der Gipfelbahn dann problemlos erreicht würden, stellten dagegen eine ganz andere, konkurrenzfähige Dimension dar.

Gekommen waren auch Gotthard Trommler, langjähriger Leiter des ehemaligen Sportclubs Traktor Oberwiesenthal, sowie Gerhard Carl, über viele Jahre Präsident des Gewichtheberverbandes der DDR, die sich beide für eine schnelle Umsetzung des Projektes aussprachen. Als Vertreterin der jüngeren Generation äußerte sich Cindy Beer: "Die meisten von uns Jungen, die heute hier zu dieser Veranstaltung gekommen sind, studieren und arbeiten außerhalb, von München bis Hamburg. Viele von uns möchten wieder zurück nach Oberwiesenthal. Wir brauchen dafür eine Perspektive. Das Projekt Länderschaukel macht uns Hoffnung. Deshalb unterstützen wir die Initiatoren und fordern die Stadträte auf, mit einem Stadtratsbeschluss die weitere Planung zu ermöglichen."

Der Landrat des Erzgebirgskreises, Frank Vogel (CDU), der sich ebenso wie sechs Stadträte vorab für sein Fernbleiben entschuldigt hatte, sprach in einem Schreiben von einem Signal in die richtige Richtung, das nunmehr das privatwirtschaftliche Engagement in den Mittelpunkt rücke und das Vorhaben damit außerhalb der Verantwortung der Kommune liege. Er versicherte, dass er, sobald ihm die detaillierten Projektunterlagen und die Wirtschaftlichkeitsberechnungen vorlägen, diese beim sächsischen Wirtschaftsministerium und der Sächsischen Aufbaubank einreichen würde, um Gespräche über eine mögliche Förderung aufzunehmen. Angesichts der derzeit stattfindenden Haushaltsgespräche im Freistaat zum nächsten Doppelhaushalt 2011/12 sei eine frühzeitige Information wichtig und unabdingbar. (GT)


 
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