Foto:
Männer sind Vorsorge-Muffel
Dennoch sind die Sachsen besser als ein Großteil der Republik
Leipzig. Noch immer gelten Männer als Vorsorgemuffel. Doch laut einer aktuellen Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) gehen Männer in Sachsen und in Bremen bewusster mit ihrer Gesundheit um als ihre Geschlechtsgenossen in den anderen Bundesländern. Über 32 Prozent der über 45-jährigen TK-versicherten Männer in Sachsen nahmen im vergangenen Jahr eine Krebsfrüherkennungsuntersuchung in Anspruch. Im Jahr 2001 betrug die Teilnahmequote nur 24 Prozent.
Bundesweit liegen sächsische Männer mit den Bremern (33 Prozent) mit diesem Ergebnis an der Spitze. Auch wenn die Entwicklung erfreulich ist, ist das Interesse der Männer an Krebsvorsorge immer noch deutlich geringer als bei Frauen. Mehr als doppelt so viele sächsische Frauen (66 Prozent) legten 2010 Wert auf Vorsorge und nutzten die Krebsfrüherkennungstermine.
Warum Männer die Krebsfrüherkennung meiden, hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK ermittelt: Sechs von zehn Befragten (61 Prozent) geben an, dass sie nur zum Arzt gehen, wenn sie wirklich krank sind. Knapp vier von zehn Männern (39Prozent) scheuen die Untersuchung, weil sie ihnen unangenehm ist. Und fast jeder Dritte sagt, dass er sich nicht mit schlimmen Erkrankungen auseinandersetzen möchte (32Prozent) oder sich keine Gedanken über Früherkennung von Krankheiten macht (29Prozent).
Einer besseren Inanspruchnahme dieser wichtigen Vorsorgeuntersuchung steht zumindest kein finanzieller Grund entgegen. Die Maßnahmen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in voller Höhe. Eine Praxisgebühr wird auch nicht fällig. Im Gegenteil: Viele Krankenkassen haben Bonusmodelle, mit denen man beispielsweise für die regelmäßige Inanspruchnahme der Vorsorgetermine Prämien oder der Erlass der Praxisgebühr für andere Arztbesuche erhalten kann.
Die TK hat bei Ihrer Bestandsaufnahme aber auch wissen wollen, welche Früherkennungsuntersuchungen besonders gut oder am wenigsten genutzt werden. Schlusslicht ist eindeutig das Hautkrebsscreening. Dieses Ergebnis deckt sich auch mit den Erfahrungen, die Hautärzte gemacht haben. Dem Sonnenschutz und der Hautkrebsprophylaxe wird immer noch zu wenig Bedeutung beigemessen, obwohl der schwarze Hautkrebs einer der gefährlichsten bösartigen Erkrankungen ist, da er schnell Tochtergeschwülste bildet und zum Tode führt. Doch nicht nur TK-Versicherte sind eher sorglos mit ihrer Haut, die bundesweite Beteiligung am Hautkrebsscreening liegt noch weit unter den sächsischen Werten.