Alfred Damitz 2011 mit seiner einst prächtigen Hecke, die nicht mehr austrieb, nachdem vermutlich Gift darüber gegossen wurde.
Foto: M. Richter/Archiv
Nach Giftangriff folgt Gülleattacke auf Grundstück
Attacken versetzen Familie Damitz aus Langenbach in Angst und Schrecken.
Langenweißbach. Karin Damitz wohnt seit 61 Jahren in ihrem Haus an der Langenbacher Hauptstraße, ihre Mutter sogar seit 83 Jahren. "Auch mein Mann ist nach unserer Hochzeit vor 41 Jahren mit eingezogen. Wir fühlen uns wohl hier, haben alles schön hergerichtet. Es gab auch immer eine gute Nachbarschaft", sagt sie. "Doch seit Anfang 2011 ist unser Grundstück mehrfach attackiert worden. Wir können uns nicht erklären, warum uns das angetan wird. Inzwischen flößen uns diese Angriffe richtig Angst ein. Wir sind ganz verzweifelt."
Nachdem die Langenbacher für eine frische Fassade am Haus gesorgt hatten, war es im März 2011 mit Öl beschmiert worden. Im vorigen Frühjahr trieb dann die 25Meter lange und 1,70 Meter hohe Hecke, die Alfred Damitz vor 35 Jahren selbst gepflanzt hatte, nicht mehr aus. Der zurate gezogene Landschaftsgärtner Mike Schmiedel aus Bad Schlema dachte erst, dass die Pflanzen nach dem strengen Winter ein wenig länger brauchen und empfahl Rückschnitt sowie Düngung. "Weil sie trotzdem nicht austrieb, vermute ich, dass ein Gift über die Hecke gegossen wurde, das nicht über die Wurzeln aufgenommen wird, sondern Knospen und Grünteile schädigt", sagte der Experte.
Die Familie wartete erst einmal ab. Doch auch in diesem Frühjahr trieben die Pflanzen nur an ganz wenigen Stellen aus. Deshalb wollten die Eheleute nun in den sauren Apfel beißen und für 3000 Euro eine neue Hecke pflanzen lassen. "Gerade, als wir uns dazu entschlossen hatten, gab es wieder einen Anschlag", berichtet Karin Damitz. In der Nacht zum 13. Mai haben Unbekannte von der Straße aus Rindergülle auf den befestigten Sitzplatz gleich neben der Gartenpforte gekippt. "Ich war kurz vor Mitternacht nochmal draußen, da war alles in Ordnung. Doch als ich morgens aus dem Haus kam, dachte ich: Mich trifft der Schlag. Tisch und Bank waren mit der stinkenden Brühe übergossen, auch der Boden war völlig verunreinigt. Wir haben viel Zeit und jede Menge Wasser gebraucht, um die Gülle wegzubringen", sagt die Langenbacherin. Sie berichtet, dass auch immer wieder Flaschen und Gläser in das Grundstück geworfen werden.
Nach der Giftattacke voriges Jahr hatte die Familie auf eine Anzeige verzichtet. Diesmal nicht. Die Polizei untersuchte den Tatort und dokumentierte alles. Bisher gibt es keinen Hinweis auf die Täter. Um ihnen auf die Spur zu kommen, denkt das Ehepaar jetzt darüber nach, eine Kamera zu installieren.