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Drei Hubschrauber haben vergangenen Donnerstag Reichenbach überflogen. Luftwaffen-Sprecher Christian Schneider deutet an, dass US-Präsident Barack Obamas Tross dort unterwegs gewesen sein könnte.

Foto: JB Steps

Obamas Hubschrauber-Tross über dem Vogtland?

Wohin flogen drei Transporthubschrauber der US-Army? Und warum übernachtet die US-Army in Frankenberg?

Von Ulrich Riedel (mit 0ha/pstp)
erschienen am 09.09.2014

Reichenbach/Frankenberg. Blackhawk-Transporthubschrauber über Reichenbach, ein US-Armeekonvoi in Frankenberg - die jüngsten Militäraktivitäten im Vogtland und in Mittelsachsen haben Diskussionen und Spekulationen ausgelöst. Was sich da in 150 bis 250 Meter Höhe bewegte, war jedoch nicht die Bundeswehr. Vielmehr handelte es sich um die US-Army, sagte Hauptmann Christian Schneider von der Luftwaffe der Bundeswehr gestern auf Anfrage. Die am 4. September gegen 15.40 Uhr im Vogtland gesichteten drei Blackhawk H 60 seien von Hohenfels im bayerischen Landkreis Neumarkt nach Polen geflogen. Näheres sei beim Kommando Luftwaffe in Berlin nicht bekannt.

Die Flugbewegungen passen mit dem Termin des Nato-Gipfels in Wales und dem vorherigem Estland-Besuch von US-Präsident Barack Obama zusammen. Auf erneute Anfrage räumte der Luftwaffen-Sprecher ein: "Es könnte sich um die Anwesenheit des US-Präsidenten gehandelt haben, dessen Flüge wir nicht nachverfolgen." Der Präsidenten-Hubschrauber Marine One wird stets von zwei baugleichen Helikoptern begleitet, um Attentate abwehren zu können. Vom Standort in Bayern aus dürften die drei H 60 nach Estland geflogen sein, um Obama dort zur Verfügung zu stehen. Auch im britischen Newport bestand der Tross des US-Präsidenten aus drei bewährten Blackhawks. Was Beobachter vom Boden aus als Raketen interpretiert haben, könnten außen angebrachte Zusatztanks sein, mit denen die Reichweite der Hubschrauber von 500 auf rund 1600 Kilometer wächst.

Auch in Frankenberg hatte ein Fahrzeugkonvoi der US-Armee am vorvergangenem Donnerstag für Aufsehen gesorgt. Dabei hatte es sich nach Angaben der Bundeswehr um eine Kolonne von 17 Fahrzeugen des US-Militärs - darunter Tanklaster und Tieflader - gehandelt, die auf dem Weg zu einem Militärmanöver im Litauen in der Wettiner-Kaserne in Frankenberg übernachtet hatten. Kritiker hatten moniert, dass dies aber den Zwei-Plus-Vier-Vertrag verletze. Der 1990 zwischen Bundesrepublik, DDR, Frankreich, Großbritannien, USA und Sowjetunion unterzeichnete Staatsvertrag, der den Weg zur deutschen Einheit ebnete, legt fest, dass ausländische Streitkräfte auf dem Gebiet der ehemaligen DDR "weder stationiert noch dorthin verlegt" werden dürfen. Verteidigungsministerium und Auswärtiges Amt verwiesen aber darauf, dass ein vorübergehender Aufenthalt laut Zusatzvereinbarung zulässig sei.

 
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