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Das glanzvolle Dresden als Bühne: Rund 5500 Teilnehmer demonstrierten am 24. November 2014 mit leuchtenden Mobiltelefonen auf dem Theaterplatz vor der Semperoper. Von Beginn an inszeniert sich Pegida bevorzugt vor historischer Kulisse. Sozialforscher gehen davon aus, dass die Verbreitung machtvoller Bilder nicht nur propagandistisch nach außen, sondern auch stabilisierend auf die Bewegung nach innen wirkt.

Foto: Arno Burgi/dpa

Pegida, die Blinden und der Elefant

Wie soll man mit Pegida umgehen, wenn keiner weiß, wer das ist? Etliche Forscherteams nähern sich der Bewegung mit offenem Visier. Sie stoßen an die Grenzen ihrer Möglichkeiten, da man ihnen Antworten meist verweigert.

Von Michael Kunze und Ronny Schilder
erschienen am 26.02.2016

Chemnitz. Eine asiatische Legende erzählt von drei blinden Männern. Sie befühlen einen Elefanten, da sie herausfinden wollen, um was für ein Tier es sich handelt. Der eine erwischt den Rüssel und sagt, es müsse eine Art Schlange sein. Der Zweite fingert am Ohr und sagt, das Tier sei flach und wabbelig. Der Dritte greift von der Seite hoch zum Bauch und folgert, dass es so groß wie eine Wand sein müsse.

Jeder erkennt ein Zipfelchen der Wirklichkeit, aber nicht die ganze. Der einzelne Aspekt, den jeder begreift, ist Teil des Ganzen, aber nicht sein Ebenbild, seine Repräsentation. Keiner der drei Blinden vermag von seiner Warte aus den Elefanten tatsächlich zu ermessen.

So liegen die Dinge bis heute bei Pegida. Niemand hat je alle Demonstranten erfassen und befragen können, von denen es an einem Tag im Januar 2015 rund 25.000 gab. Jeder erwischte nur einen Teil.

Die Forscher waren schnell. Am 11. Oktober 2014 gründet Lutz Bachmann seine Facebook-Gruppe, am 20. Oktober 2014 findet der erste "Abendspaziergang" von Pegida in Dresden statt. Acht Wochen später ist ein Team der Technischen Universität Dresden vom Zentrum für Verfassungs- und Demokratieforschung, geleitet von Professor Hans Vorländer, zur Stelle. Am 22. Dezember 2014, am 5. und 12. Januar 2015 werden 397 Pegida-Demonstranten befragt. Parallel beginnen Forscher vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung mit Vortests für ihre Pegida-Studie, geleitet von Professor Dieter Rucht. Rucht und Vorländer sind die Ersten, die Pegida mit wissenschaftlichem Besteck zu Leibe rücken.

Die erste Befragung durch Mitarbeiter des Dresdner Politikwissenschaftlers Werner Patzelt, der mit Talkshow-Auftritten als "Pegida-Versteher" zu Medienprominenz gelangt, folgt im Januar 2015. Zwei weitere Erhebungswellen leitet Patzelt im Frühjahr 2015 und Januar 2016 in die Wege. Zusätzliche Studien werden von Kommunikationsforschern aus Jena und Dresden und dem Göttinger Institut für Demokratieforschung veröffentlicht. Der Düsseldorfer Soziologe Karl-Heinz Reuband analysiert im April 2015 alle Studien im Vergleich.

Öffentlichkeit, Politiker und Medien sind an Resultaten interessiert: Bilden die Pegidisten so etwas wie einen Querschnitt der Gesamtbevölkerung, wie sie behaupten, wenn sie rufen: "Wir sind das Volk"? Wie viele Männer, wie viele Frauen sind darunter, wie viele Akademiker, Handwerker, Arbeitslose, Radikale? Wen würden sie wählen, wenn am Sonntag Wahl wäre, und wie ist ihre Haltung zu Gewalt? Wie viele sind Dresdner, wie viele zugereist? Sind sie politisch versiert, feindselig motiviert oder nur enttäuscht, übergelaufen vielleicht von der CDU, der FDP oder den Linken?

Das öffentliche Interesse ist so groß, dass seit Monaten jede Studie, die Aufschluss verspricht, zuverlässig in die Nachrichten und auf die Titelseiten gelangt.

Im Niles-Simmons-Hörsaal der Chemnitzer Technischen Universität saßen sie vor kurzem alle an einem Tisch- die Vertreter von sieben Forscherteams, die versucht haben, Pegida zu befragen. Zu selten verlässt die Debatte um Methoden der Sozialforschung den innerbetrieblichen Bereich der Wissenschaft. Dabei wäre das nötig, um die Güte ihrer Resultate einzuschätzen. "Dass eine Studie repräsentativ sei, ist ja heute wie ein Aufkleber, eine Garantie für Gültigkeit", sagte Lars Geiges, Politologe vom Göttinger Institut für Demokratieforschung.

Ein Missverständnis. Keine der bisherigen Pegida-Studien ist im Wortsinn repräsentativ, darüber waren die sieben sich einig. Wer die Grundgesamtheit - den ganzen Elefanten - nicht kennt, kann zur Güte seiner Stichproben nichts Exaktes sagen. "Was wir alle versuchen, ist eher eine Fehlervermeidungsstrategie", erklärte Geiges. Die Forscher streben an, vorhersehbare Verzerrungen von Ergebnissen, mutmaßliche blinde Flecke, einzupreisen. Dass ihre Studien häufig zu verwandten Ergebnissen kommen, gibt ihnen mehr Sicherheit.

Sozialwissenschaftler nutzen bei ihren Versuchen, Pegida zu deuten, viele Instrumente: Vor-Ort-Ansprache bei den "Spaziergängen", Fragebögen, Telefoninterviews, Onlinepanels, Kleingruppengespräche mit Demonstranten am Tisch.

So ließen sich frühere Protestbewegungen wie "Occupy" und "Stuttgart 21" ganz gut untersuchen. Das Rucht-Team beispielsweise hatte seine Methoden bei Friedensdemos gegen den Irakkrieg und bei den Montagsdemonstrationen gegen die Hartz-IV-Reformen getestet und perfektioniert. Bei Pegida verteilten Ruchts Leute am 12. Januar 2015 unter 17.000 Teilnehmern 1800 Handzettel mit einem Link zur Online-Befragung. Gut jeder dritte der Angesprochenen, also einer von 25 Demonstranten, nahm den Zettel an, 123 füllten den Fragebogen aus. Das waren am Ende auf tausend "Spaziergänger" sieben Antwortgeber.

"Die Verweigerung, mit der Wissenschaft zu kooperieren, ist bei Pegida größer als bei anderen Protestbewegungen", sagte der Chemnitzer Soziologe und Politologe Piotr Kocyba, der an der Rucht-Studie mitgearbeitet hat. Die Redebereitschaft der Dresdner Demonstranten sei eingeschränkt, die Wissenschaft werde als "Teil des Establishments" verdächtigt. "Ich würde sagen, bei einem Drittel der Teilnehmer herrschte zur Zeit unserer Erhebung Volksfeststimmung. Ein weiteres Drittel war aggressiv, stieß sexistische oder rassistische Beschimpfungen aus", sagte Kocyba. Er selbst sei bei einer Pegida-Demonstration körperlich attackiert worden. Die Rucht-Studie erschien unter dem Titel "Protestforschung am Limit".

"Die Probleme beim Zugang zum Untersuchungsgegenstand nehmen zu", bestätigte Christian Eichardt, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Professor Werner Patzelt. Eichardt spricht von physischen Übergriffen "unterhalb der Anzeigeschwelle", denen die Interviewer bei Pegida ausgesetzt gewesen waren. Wer Auskunft gab, sei meist freundlich gewesen. Dann aber wurden Gespräche häufiger von dritter Seite gestört. Es habe auch sexuell anzügliches Verhalten gegenüber Interviewern gegeben.

Um den Zugang zu den Demonstranten zu finden, bereiten sich die Forscher gründlich vor. Für die erste Patzelt-Studie hatten 15 Mitarbeiter der Dresdner Universität am 25. Januar 2015 knapp 500 Demonstranten angesprochen, darunter nach vorher festgelegten Quoten 30 Prozent Frauen. Die Forscher nahmen wahr, dass sie überdurchschnittlich viele ältere und eher an der politischen Mitte als rechts orientierte Teilnehmer erreichten, da sich jüngere, als Neonazis oder Hooligans erkennbare Teilnehmer seltener befragen ließen. Entsprechend muss der Eindruck, der sich aus der Datenerhebung ergibt, korrigiert werden. Vor einem Jahr stufte Patzelt ein Drittel der Pegida-Anhänger als "rechtsnationale Xenophobe", etwas weniger als zwei Drittel als "besorgte Gutwillige" ein. Zur jüngsten Erhebung im Januar 2016 sagte Christian Eichardt, dass zum Beispiel die anfängliche Differenzierung zwischen Bürgerkriegsflüchtlingen und Asylbewerbern unter den Demonstranten nahezu verschwunden sei.

Gibt es bei Ergebnissen wie diesen einen "Pegida-Bias", eine Schieflage, die die Güte eines Resultats in Frage stellt? Werden Ergebnisse weichgespült, weil vor allem die Extremisten und Fanatiker den Forschern das Gespräch und die Antwort verweigern? Der Dresdner Politologe Steven Schäller, Mitarbeiter von Hans Vorländer, geht davon aus, dass Befragungen von Angesicht zu Angesicht das Ergebnis "leicht zur Mitte hin" verzerren. Werden Demonstranten direkt von Interviewern angesprochen, seien Mittelschichtler überdurchschnittlich vertreten. Unklar sei, ob ein bestimmter Personenkreis unabsichtlich ausgeschlossen und damit im Meinungsbild unterbelichtet bleibt.

Um solche Probleme vor Ort zu erkennen, haben die Autoren der Vorländer-Studie unter anderem auch die Interviewer selbst beobachtet. Die Interviewer wiederum achteten auf ihr Äußeres (nicht "zu studentisch"), sprachen wenn möglich im Dresdner Dialekt, besetzten jeden Zugangspunkt zur Demonstration, verwendeten eine standardisierte Ansprechformel, probten ihr Verhalten. Sie waren gehalten, Fachsprache zu meiden und sich nicht auf Diskussionen einzulassen. Insgesamt wurden 1106 Demonstrationsteilnehmer angesprochen. Fast 65 Prozent lehnten es ab, auf Fragen zu antworten.

Die Jenaer Kommunikationswissenschaftler gewannen nach einem Besuch bei Sügida in Suhl in aggressiver Atmosphäre den Eindruck, dass Befragungen sinnlos seien. Sie setzten auf Online-Fragebogen. Ähnlich gingen ihre Dresdner Forscherkollegen um den inzwischen verstorbenen Wolfgang Donsbach vor: standardisierte Telefoninterviews und ein Onlinetest. Die Demokratieforscher aus Göttingen setzten sich mit Kleingruppen von Pegidisten zusammen. Das freie Gespräch sollte das vorhandene Datenmaterial ergänzen.

Anna-Maria Schielicke, die an der Donsbach-Studie mitgearbeitet hat, hob in Chemnitz denn auch einen Punkt hervor, auf den sich viele einigen konnten: den "Volks"-Begriff der Pegidisten. Die politische Mitte kennt unterschiedliche Interessengruppen, die um Ausgleich ringen, bei gleichzeitigem Schutz von Minderheiten. Der Rechtspopulismus bringt demgegenüber einen homogenen, an "Natur" und "Scholle" festgemachten Volksbegriff in Stellung. "Was ist das Volk, der Demos, in der Demokratie?", fragt Lars Geiges. "Wer gehört dazu? Die Antwort von rechts wirkt so einfach und schlüssig. Damit haben sie Erfolg."

Eine einzelne Erkenntnis nur, ein kleines Stück des Elefanten. Aber eines, mit dem man arbeiten kann.

Forschungsergebnisse über die Teilnehmer an Pegida-Demonstrationen 2014 und 2015

Islam- und Ausländerfeindlichkeit: Die Islamfeindlichkeit bei den Dresdner Demonstrationsteilnehmern sei im Vergleich zu anderen Teilen Ostdeutschlands nicht überdurchschnittlich, sagte Hans Vorländer, Politikwissenschaftler an der TU Dresden und einer der drei Autoren der vor wenigen Wochen veröffentlichten Studie "Pegida. Entwicklung, Zusammensetzung und Deutung einer Empörungsbewegung" (Verlag Springer VS). Zudem: "Dresden ist kein besonders ausländerfeindliches Pflaster, etwa im Vergleich zu Düsseldorf." Die Studie wurde im Januar in der Landeszentrale für politische Bildung in Dresden öffentlich vorgestellt.

Populismus und Demokratie: Die Vorländer-Studie deutet Pegida als "rechtspopulistische Empörungsbewegung" mit einem "vulgärdemokratischen Demokratieverständnis". Dieses zeichne sich aus durch die Vorstellung: "Wir fragen und bestellen - Ihr antwortet und liefert!" Dabei sei die Aushandlung politischer Prozesse bekanntermaßen kompliziert, Effekte politischen Handelns stellten sich nicht sofort ein. Pegida befriedige jedoch für viele Teilnehmer das Bedürfnis, "Ohnmachtsgefühle" angesichts der vielschichtigen und unüberschaubaren politischen Entwicklungen "im Kreise Gleichgesinnter zu kompensieren", so Vorländer.

Dresden und Sachsen: Die Forscher haben herausgefunden, dass besonders die Dresdner, aber auch die Sachsen insgesamt ihre eigene Bedeutung vorrangig aus "Narrativen der Vergangenheit" ableiten. Dies gelte bis in die zeitgenössische Schriftstellerzunft hinein: von Uwe Tellkamp bis Durs Grünbein. Beide haben die jüngere Dresdner Vergangenheit eher verklärend zum Thema gemacht. Das trifft den Nerv des hiesigen Publikums, dessen Sehnsucht, besonders zu sein, wie es sonst nur noch in Bayern anzutreffen sei. Identitätsbezüge würden in Sachsen im Allgemeinen, in Dresden im Besonderen aus der Historie abgeleitet.

Wertung und Ausblick: Ist Pegida "der Auftakt für eine dauerhafte rechtspopulistische Empörungsbewegung", wie es in der Studie heißt? Eine solche "kann als Gefahr für die Demokratie oder bereits als Symptom ihrer Degeneration interpretiert werden, da die Bewegung in einem pathologischen Verhältnis zur demokratischen Ordnung steht". Man könne sie aber auch als "Aufforderung an die Demokratie" interpretieren, das politische Versprechen auf bürgerliche Teilhabe einzulösen.

►Protestforscher sehen bei Pegida großes Potenzial für die AfD

 
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Kommentare
22
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  • 03.03.2016
    20:19 Uhr

    pcomment: @Blacksheep: Da habe ich mich sicher unglücklich ausgedrückt, denn dieses "in Schutz nehmen" sollte gar keine Wertung sein. Ich habe damit nicht sagen wollen, ob er richtig oder falsch liegt. Ich wollte nur ein Tatsache wiedergeben, weil hier der Vorwurf aufkam, die Studien seien einseitig gegen Pegida gerichtet. Herrn Patzelts Ergebnisse widerlegen das. (wie auch hier zu lesen: http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/SACHSEN/Patzelt-Studie-Mehrheit-der-Pegidianer-keine-Rassisten-artikel9445526.php#)

    Derartige Studien sollten immer ergebnisoffen sein, sonst kann man sie auch gleich lassen.

    Ob Herr Patzelt oder andere recht haben kann und darf jeder für sich entscheiden.
    Ich würde hier übrigens nicht alle Pegida-Mitmacher gleich bewerten. Der Pegida-Führung unterstelle ich hier wirklich "Hintergedanken". Wenn man wie Frau Feisterling zum Widerstand "mit Mistgabeln" aufruft, könnte manch einer das als Aufruf zur Gewalt verstehen...
    Die Mitläufer würde ich nicht alle zu dieser Kategorie zählen, zum Teil aber schon. Sie sollten sich allerdings genau überlegen, wen sie da durch die Teilnahme an den Märschen unterstützen. Aber das ist meine ganz persönliche Meinung.

    Es vagabundieren auch ziemlich viele Deutsche und Ausländer, die keine Flüchtlinge sind, in D herum. ;-)
    Soweit ich weiß, wird über eine Residenzpflicht gerade diskutiert. Sie ist aber nicht beschlossen. Daher kann man rechtlich nach der Registrierung niemandem vorschreiben, wo er sich aufzuhalten hat. Wenn man etwas anderes will, muss man das gesetzlich regeln. Der EuGH hat der Möglichkeit einer solchen Regelung kürzlich erst zugestimmt für bestimmte Fälle (siehe hier für einen Einzelfall http://www.tagesschau.de/ausland/eugh-residenzpflicht-101.html, aber mit der generellen Regelung, Zitat "Nach EU-Recht müssten sie sich aber frei in Deutschland bewegen und ihren Wohnsitz wählen dürfen."). Grundsätzlich müsste aber eine Meldepflicht eingehalten werden, die in D für jeden Bürger gilt. Da gebe ich ihnen recht. Aber wer sagt, dass die alle noch in D sind? Auch andere Länder Europas locken.
    Ich habe das hier angesprochene Vagabundieren auch anders interpretiert - eher so wie wilde Horden, die schreiend, plündernd und alles niederbrennend durchs Land ziehen. (Zugegeben das war überzogen.)

    0 1
     
  • 02.03.2016
    20:19 Uhr

    BlackSheep: @pcomment, sie vergessen da was. Pegida anhänger die anderer Meinung waren wurden permanent als der Untergang der Demokratie, Wiederauferstehung des Dritten Reiches und ähnliches bezeichnet, man sollt nicht nur von anderen verlangen das sie kritisches Meinungen akzeptieren, sondern man sollte dem anderen auch das selbe entgegenbringen. Sie unterstellen Herrn Patzelt er nimmt Pegida in Schutz, besteht die Möglichkeit das er recht hat oder forscht man nur richtig wenn man Pegida kritisiert? zu vagabundieren Asylanten, stand nicht vor ein paar Tagen in der FP das ein paar hundertausend registrierte Flüchtlinge nicht mehr auffindbar sind?

    0 1
     
  • 29.02.2016
    23:17 Uhr

    pcomment: Na, da gibt's doch einen zurück, aus dem gleichen Grund.

    0 1
     
  • 29.02.2016
    17:42 Uhr

    1953866: @pcomment, von mir "grüner Daumen". Einfach, weil Sie sich viel Mühe machen und als ein Zeichen, dass man trotz unterschiedlicher Meinung sachlich diskutieren kann.

    0 2
     
  • 28.02.2016
    20:33 Uhr

    pcomment: @fingerindiewunde: Auch Sie scheinen den Artikel nicht vollständig gelesen zu haben. Ich nannte zwei Beispiele von Forschergruppen. Es waren aber durchaus auch Göttinger, Jenaer, Düsseldorfer etc. Gruppen beteiligt. Zudem ist auch Herr Patzelt von der TU Dresden kein Ostdeutscher und eher einer, der Pegida „in Schutz“ nimmt, wenn man das so ausdrücken darf. Das werden Sie zumindest sehen, wenn Sie mal eine Reihe von Interviews sehen, die mit ihm, in den von Pegida so verhassten Medien geführt werden.
    Ihr Argument zieht daher meiner Meinung nach nicht. Aber es beweist wieder mal, dass eben nicht wahr ist, was man nicht wahr haben will. Damit ist mal schnell fertig.

    Im übrigen haben ich niemanden belehrt, ich diskutiere mit Ihnen über das Thema. Nicht mehr, nicht weniger. Ich kann nur das Gejammere vieler Pegida-Anhänger nicht verstehen, wenn Ihnen mal eine andere Meinung gesagt wird. Das ist Demokratie und Meinungsfreiheit. Ich muss mich hier ja auch ab und an mal Gutmensch nennen lassen. Ich halte das aus. Ich kann aber gut damit leben. Überspitzen gehört zur politischen Diskussion. Ich stehe trotzdem zu meiner Meinung. Und wenn man mir Argumente bringt, denen ich folgen kann, kann ich diese sogar ändern.
    Allerdings erwarte ich aber von meinem Gegenüber auch, dass ich meine - eine andere - Meinung aussprechen darf und diese toleriert wird. Auch das ist Demokratie und Meinungsfreiheit. Ich gebe den Pegida-Anhängern dabei übrigens keine Titel wie Gutmensch, Schlechtmensch oder was auch immer - das nur am Rande.

    Zur Gesetzeswidrigkeit: Ich frage mich, warum niemand mal den Versuch einer Klage unternimmt. Nicht mal Herr Seehofer kann sich mit seinem Freistaat Bayern dazu durchringen. Man kann sich seinen Reim darauf machen.
    Ich wäre übrigens auch sehr auf das Ergebnis gespannt. Wenn hier Unrecht passiert, muss das beendet werden, keine Frage.
    Aber ich höre es schon wieder. Natürlich ist auch Justiz gekauft, alles eine große Verschwörung hier.

    Ihre Vorschläge: Grenze zu wird nicht gehen. Wer es bis hier schafft, muss zumindest erst mal eine Prüfung durchlaufen. Die muss schneller gehen als bisher, auch das ist unstrittig.
    Das ist ein Punkt, den man der deutschem Politik sofort vorwerfen darf. Wenn man die Vorgänge in Syrien und Irak und auch in Süditalien und Griechenland verfolgt hätte, hätte man auf das, was nun gekommen ist, vorbereitet sein müssen.
    Zum Thema Grenzsicherung mit Waffengewalt habe ich mich schon mal geäußert. Ich halte das für unverhältnismäßig, wenn nicht akute Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder für Menschen in der direkten Umgebung (z.B. Grenzbeamte) besteht. Alles andere muss man auch ohne Gewalt hinbekommen.
    Bei den Auslandseinsätzen stimme ich Ihnen mal zu, wenn auch leicht eingeschränkt, da sich die Bundeswehr zum überwiegenden Teil nicht direkt an Kampfhandlungen beteiligt. (Ob das besser ist, mag jeder für sich entscheiden.)
    Auch bei den Waffenexporten bin ich bei Ihnen.
    Nicht Asylberechtigte müssen zurück, auch hier stimme ich Ihnen zu. Hier müssen Einwanderungsregeln gelten, wie sie jedes andere Land auch hat.
    Zu den Nordafrikanern habe ich nicht ganz die selbe Meinung, weil die Staaten dort einfach keine gefestigten Gebilde sind, in denen die Standards der Menschenrechte eingehalten werden. Allerdings muss ich einwenden, dass die Bundesrepublik an dieser Stelle ohnehin sehr inkonsequent ist. Spätestens wenn wirtschaftliche Interessen im Spiel sind (siehe Russland, Saudi Arabien, China, die Liste ließe sich erweitern).
    Auch bei Ordnung in D im Sinne einer geregelten Registrierung und Bearbeitung von Asylverfahren bin ich bei Ihnen. Das Ergebnis kann aber eben nicht sein, dass niemand mehr hier rein kommt. Sondern, dass dies auf Basis von Gesetzen und geordneten Verfahren geschieht.

    Und zu den „vagabundierenden Asylanten“. Das ist schon wieder so eine Verallgemeinerung. Nennen Sie aus Ihrem konkreten Umfeld Sachverhalte und Quellen, an denen man das von Ihnen benannte nachvollziehen kann. Sonst sind das mal wieder nur leere Worte um mal eben schnell eine Pauschalverurteilung vorzunehmen.

    @Real: Im Wesentlichen gilt das was ich oben sagte auch für Ihren Beitrag.
    An einer Stelle Ihrer Ausfühung habe ich kurz gezuckt. „Deutschland wach SCHNELL auf“ … Mir ist so als gab es das schon mal mit sehr ähnlichem Wortlaut. Meinen Sie es so?

    Zudem sind Sie im Pegida-Lager offenbar nicht einig, wie die Mehrheitsverhältnisse im Land sind. Während Sie von einer linksorientierten Mehrheit sprechen, spricht geiluc davon, dass 80% der Menschen hinter Pegida stehen. Was stimmt denn nun?
    Offenbar stimmt, dass es Meinungsfreiheit gibt, sonst könnten Sie und ich sich hier gar nicht äußern.

    Wenn ich Sie hier von einer linken Weltverschwörung reden höre, muss ich lachen. Demnach stehen wir kurz vorm Kommunismus?! Da passt nur unser Wirtschaftssystem nicht dazu.

    Zitat: „Für die Manipulationsanfälligkeit unseres Volkes schäme ich mich als Deutscher.“ - Ich schäme mich als Deutscher gerade für andere Sachen. Allerdings halte ich das amerikanische und russische Volk für viel anfälliger für Manipulationen. Die Deutschen haben aus zwei fanatisch geführten Kriegen und Diktaturen aus zwei politischen Richtungen schon ziemlich viel gelernt, während Russen und Amerikaner schon immer einen „starken Einflüsterer“ an vorderster Stelle stehen hatten - häufig mit stark demagogischen Zügen.
    Nebenbei: Das ausgerechnet Putin jetzt für viele in der Pegida-Bewegung ein demokratischer Heilsbringer ist, verwundert doch stark. Vermutlich haben die gleichen Leute laut gelacht, als Schröder ihn als lupenreinen Demokraten betitelte. Nun scheint Putin das doch tatsächlich geworden zu sein, wie sich die Zeiten ändern.

    In einem bin voll und ganz Ihrer Meinung. Auch ich verabscheue jede Art von Radikalismus, egal ob politisch oder religiös. Und ich verabscheue Gewalt.

    @1953866: Sie haben meine Aussage falsch interpretiert. Ich habe mit keiner Silbe den Schusswaffengebrauch an der Grenze gemeint. Meine Meinung dazu können Sie allerdings weiter oben lesen.

    Zu Ihrer Frage: Habe Sie sich mal Bilder aus den Camps angeschaut? Es sei Ihnen diese Reportage in mehreren Teilen empfohlen: https://www.youtube.com/watch?v=siP-8fJ29X4 sonst auch gern viele Nachrichtensendungen, die aus den Kriegsgebieten und den Grenzregionen berichten.

    Die Zahl von 60 Mio. Flüchtlingen kommt aus den Medien (Spiegel, Focus etc.). Im Spiegel ist dazu übrigens auch ein ziemlich detaillierte Darstellung woher, wohin (http://www.spiegel.de/politik/ausland/fluechtlinge-60-millionen-menschen-weltweit-auf-der-flucht-a-1039321.html). Schon geografisch werden nicht alle davon nach D wollen. Es hat auch keiner behauptet, dass wir die alle aufnehmen sollten und könnten. Wo haben Sie das her?
    Im Übrigen kann auch die Anzahl Flüchtlinge aus Syrien D nicht allein schaffen, da sind wir uns einig. Da haben wir Afghanistan und Irak noch nicht mal berücksichtigt.

    Ich bin auch voll bei Ihnen, dass es nicht an D liegt, diesen Krieg zu beenden.
    Aber: Es ist eben nicht so einfach zu sagen, „Geld in den Süden und lass mal die Anrainerstaaten machen“. Dass es besser wäre, wenn die Menschen nicht erst auf die Reise müssten, ist klar. Aber Grenze zu und Augen zu, das ist die Taktik, die hinter dem einfachen Wunsch nach Grenzschließung steht. Nur das Problem bleibt, auch wenn man es nicht mehr sehen mag.
    Zum Thema Asylverfahren und geregelte Einwanderung habe ich mich bereits oben geäußert.

    Danke übrigens ausdrücklich an Sie alle für die Antworten. (Keine Daumen von mir, weder nach oben noch nach unten. ;-) )

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