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Foto: Patrick Pleul/dpa

Sachsen baut zum Datenschutz abgeschottete Netze aus

Das Land profitiert von seinem eigenständigen Verwaltungsnetz. Unternehmen klagen über mehr Hacker-Angriffe.

Von Uwe Kuhr
erschienen am 13.01.2014

Dresden. Nach dem NSA-Datenskandal verstärkt der Freistaat Sachsen seine Sicherheitsstrategie und setzt zunehmend auf eigene, unabhängige Lösungen. So speichert der Freistaat inzwischen seine sensiblen Daten aus 850 Regierungs- und kommunalen Behörden weitgehend in einem eigenständigen System, dem Sächsischen Verwaltungsnetz (SVN). Es ist nicht mit öffentlichen Netzen verbunden und gilt deshalb als besonders geschützt.

Im Alleingang will das Land ab 2015 zudem ein besonders hoch gesichertes Speichersystem installieren. Dabei koppelt sich Sachsen sogar von ähnlichen Plänen des Bundes mit anderen Ländern ab. Das neue Projekt trägt den Namen "Sachsen-Cloud" (englisch für Wolke). Mit seiner Hilfe sollen Speicherplatz, Rechenkraft, Programme sowie computergestützte Dienste nicht mehr unbedingt auf lokalen Rechnern bereitgehalten, sondern als kostengünstige Dienstleistung über die Cloud bezogen werden. Laut Wilfried Bernhardt (FDP), Staatssekretär im Justizministerium und zugleich Landesbeauftragter für Telekommunikationstechnologie, ist die Machbarkeit der Cloud bereits geprüft und bestätigt worden. Für die Realisierung setzt er auf finanzielle und personelle Mittel im Doppelhaushalt 2015/2016. Der NSA-Datenskandal erfordere keine wesentlichen Änderungen im Datenverkehr in der sächsischen Verwaltung, meint Bernhardt. Ein Zugriff auf geschützte Daten von Landes- und Kommunalbehörden in Sachsen könne praktisch ausgeschlossen werden.

Dass die Vorsicht angebracht ist, zeigen die gut 2000 ernst zu nehmende Hacker-Angriffe, die der Freistaat laut Bernhardt im Jahr 2013 auf all seine IT-Systeme registrierte. Der Staatssekretär hält diese Anzahl für ausgesprochen hoch. Eine Einschätzung, die das Landesamt für Verfassungsschutz teilt. Beim Sächsischen Verwaltungsnetz wurden 2012 aus ankommenden 20 Millionen Emails über 8300 Viren entfernt und aus eingehenden Internetverkehr knapp 80.000 Schadprogramme herausgefiltert. Trotzdem gab es mehrere sicherheitsrelevante Vorfälle auch in Sachsen. Die Auswirkungen hätten sich aber in Grenzen gehalten. Der Sächsische Datenschutzbeauftragte hat inzwischen eine IT-Gefährdungsanalyse für den Freistaat angeregt.

Das Land will sein Verwaltungsnetz, das nach eigenen Angaben europaweit zu den modernsten seiner Art gehört, weiter aufrüsten. Das soll ab 2017 erfolgen. Neben höheren Sicherheitsstandards will der Freistaat auch den Austausch von Daten mit den Bürgern erweitern.

Auch ihn Sachsens Unternehmen ist die Sensibilität für IT-Sicherheit nach dem NSA-Skandal gestiegen. Andreas Nenner, Chef des Sächsischen Verbands für Sicherheit in der Wirtschaft, appelliert dennoch an die Unternehmen, selbst noch mehr für die Sicherheit ihrer Firmendaten und Produktgeheimnisse zu tun. Auch sie seien Ziel zunehmender Hacker-Attacken aus dem Internet.

 
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