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Foto: Jens Wolf/dpa

Sachsens Städte kämpfen gegen illegale Kleidercontainer

Das Geschäft mit Altkleidern ist lukrativ. Manche Städte werden mit Sammelcontainern überschwemmt. Doch nicht immer haben die Betreiber eine Genehmigung, diese aufzustellen.

Von Tanja Goldbecher (mit dpa)
erschienen am 08.08.2014

Leipzig. Hunderte Container für Altkleider stehen in Sachsens Kommunen und werden nicht selten auch einfach ohne Erlaubnis aufgestellt. Eine Umfrage ergab, dass es in Dresden im vergangenen Jahr mit rund 70 die meisten Fälle dieser Art gab, in Hoyerswerda dagegen war das Problem gänzlich unbekannt.

In Chemnitz wurden im vergangenen Jahr 29 Kleidercontainer ohne Genehmigung aufgestellt. Insgesamt gibt es 245 Standplätze mit Sammelbehältern für Alttextilien. 165 Container betreibt der Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb der Stadt Chemnitz (ASR).

80 Sammelbehälter werden von gemeinnützigen Betreibern bewirtschaftet. Alttextil-Sammlungen gewerblicher Unternehmen sind nicht erlaubt. "Bei illegal aufgestellten Containern können wir nicht sicherstellen, dass das Gesammelte auch bei den Bedürftigen ankommt", sagt Thomas Liebert, Sprecher der Stadt Chemnitz. Der ASR verrechnet die Einnahmen durch Altkleidersammlungen mit den Abfallentsorgungsgebühren.

In den sächsischen Kommunen gelten sehr unterschiedliche Regelungen, wie mit Altkleidercontainern umgegangen wird. Während in Mittweida lediglich vier Standorte für Container genehmigt wurden, sind es in Hoyerswerda 82. Einmal pro Woche werden die Standorte der offiziellen Sammlungen gereinigt. Sind Container voll oder beschädigt, informieren die Kommunen die Betreiberfirmen. Tauchen illegale Container auf, werden die dafür Verantwortlichen aufgefordert, sie wegzuräumen. Kommen sie dem innerhalb der Frist nicht nach, veranlassen die Kommunen die Beseitigung und stellen die entstehenden Kosten in Rechnung. Zudem kann ein Bußgeld fällig werden.

In Zwickau dürfen auf städtischen Flächen lediglich gemeinnützige Organisationen wie das DRK, die Awo und der ASB einen Kleidercontainer aufstellen. 106 Container-Standplätze stellt die Stadt zur Verfügung. Die Betreiber zahlen dafür eine Verwaltungsgebühr von 20 Euro je Platz. Im vergangenen und in diesem Jahr hat das Ordnungsamt 15 Altkleider-Container entfernt. Die betreffenden Firmen haben einen Kostenbescheid erhalten und konnten die Container nach der Zahlung wieder abholen.

In Freiberg gibt es nach Angaben der Stadtverwaltung 48 Standorte für Altkleidersammlungen. Weitere Container befinden sich außerhalb des öffentlichen Verkehrsraums. Diese werden jedoch nicht erfasst. Die Nutzungsgebühr beträgt pro Container 96 Euro im Jahr. 2013 hat die Stadt sechs illegale Container registriert.

Die Stadt Plauen vergibt 87 Standorte an die Johanniter, das DRK und andere gemeinnützige Vereine. Die Gebühren für einen Sammelbehälter betragen 20 Euro pro Monat. In diesem Jahr gab es drei Fälle, in denen Container ohne Genehmigung aufgestellt wurden.

In Dresden sind derzeit 249 Altkleidercontainer auf öffentlichen Flächen registriert. Dafür müssen die sammelnden Firmen und Institutionen zwischen 3,20 Euro und 12,40 Euro je angefangenem Quadratmeter Stellfläche bezahlen. Leipzig hat 337 Standorte genehmigt. Im vergangenen Jahr wurden dafür Gebühren in Höhe von 45.000 Euro eingenommen. Illegal aufgestellte Container haben in der Pleißestadt bereits zu Verhandlungen vor Gericht geführt, weil ein Betreiber mehr als 500 Kästen ohne Genehmigung in der Stadt verteilt hatte.

Aktuelle Informationen über den Markt mit Altkleidern in Deutschland liegen laut dem Verband Fair-Wertung nicht vor. Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen schätzte das Volumen der bundesweit gesammelten Alttextilien für 2007 auf 750.000 Tonnen. "Es spricht viel dafür, dass mittlerweile deutlich mehr gesammelt wird", sagte Thomas Ahlmann vom Verband. Der Umsatz liegt für Deutschland nach konservativen Schätzungen aus der Branche bei etwa 300 Millionen Euro. Gute Second-Hand-Kleider seien besonders in Afrika und Osteuropa gefragt.

Was gehört in die Altkleidersammlung?

Alle gut erhaltenen Textilien können grundsätzlich  in der Kleidersammlung abgegeben werden. Das kann Kleidung für Kinder und Erwachsene sein. Sie sollte sauber und trocken gespendet werden, am besten in einer Plastiktüte. Extra waschen ist nicht nötig. Auch Hüte, Unterwäsche, Socken, Plüschtiere und Wollsachen gehören in die Altkleidersammlung. Stoffe, Bettwäsche, Decken, Gardinen, Handtücher und Haushaltswäsche werden ebenfalls angenommen. Schuhe sollten paarweise zusammengebunden werden. Manche Firmen sammeln auch Lumpen ein und weisen dies an ihren Containern aus.

Nicht in die Kleidersammlung gehört nasse, verschmutzte, sehr alte oder beschädigte Kleidung. Dasselbe gilt auch für Taschen, Leder, Pelze, Federbetten und -kissen. Einzelschuhe, Gummistiefel, Teppiche, Stoffreste und Papier sollten im Hausmüll entsorgt werden. (tgo)

 
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