Überflutete Straße an der Milchviehanlage Oberbobritzsch.Foto: Rolf Rudolph
Schmelzwasserflut bringt die Sachsen ins Schwitzen
Für mehrere Flüsse gilt Warnstufe 3 - Seniorin vermisst
Chemnitz/Dresden. Die Hochwassersituation in Sachsen hat sich nach den warmen Temperaturen und Regenfällen der vergangenen Tage zugespitzt. In allen Flussgebieten stiegen die Pegel am Freitag, entlang der Mulde und der Großen Röder in Ostsachsen wurden vielfach Warnstufe 3 ausgerufen. Für Teile der Sächsischen Schweiz wurde Katastrophenvoralarm ausgelöst. Die Sprecherin der Hochwasserzentrale, Karin Bernhardt, sagte, die Lage sei angespannt, weil noch immer sehr viel Schmelzwasser aus den Bergen ins Tal fließe.
Wie das Landeshochwasserzentrum informierte, muss im Unterlauf der Freiberger Mulde und in der Vereinigten Mulde mit Wasserstandsanstiegen bis in den Bereich der höchsten Alarmstufe 4 gerechnet werden. Auch in der Zschopau und Flöha ist ein Anstieg bis in die höchste Alarmstufe 4 möglich. Im Unterlauf der Zwickauer Mulde steigen die Pegel bis in den Bereich der Alarmstufe 3 an.
Die Flöha in Hetzdorf und die Zschopau in Kriebstein hatten am Freitagfrüh bzw. -mittag die Warnstufe 3 erreicht, die Zwönitz in Chemnitz die Warnstufe 2. Die Stadt schaltete unter der Nummer 0371 4881588 ihr Bürgertelefon, um wichtige Fragen zu beantworten. An den Gerätehäusern der Freiwilligen Feuerwehren Altchemnitz, Erfenschlag und Einsiedel wurden Sandsäcke ausgereicht.
In Leipzig drohte am Freitag ein Deich zu brechen, rund 300 Helfer waren im Einsatz, um den Deich mit Sandsäcken zu stabilisieren, wie die Stadt mitteilte. Der Elbpegel in Schöna erreichte laut Hochwasserzentrale 6 Meter, für Sonntag erwarten die Behörden eine Höhe von 7,50 Meter - Warnstufe 4. In Dresden erreichte das Hochwasser am Freitag das Terrassenufer vor der historischen Altstadt. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurde die Straße für den Verkehr weitgehend gesperrt. Die Zufahrt zum höher gelegenen Theaterplatz, wo am Freitagabend der Semperopernball gefeiert wird, sei geöffnet.
In Pegau südlich von Leipzig drückte am Freitag das Wasser der Weißen Elster ebenfalls in die Stadt. Einige Häuser und Grundstücke seien bereits bedroht, das Wasser stehe schon in einigen Kellern, sagte Gunther Grothe von der Stadtverwaltung. Einige Tausend Sandsäcke seien verteilt und gefüllt. Aus einem überfluteten Kuhstall mussten 250 Tiere in Sicherheit gebracht werden.
In Auerbach im Erzgebirge wird seit Freitagmorgen eine 77 Jahre alte Frau vermisst, die möglicherweise in einen Hochwasser führenden Bach gestürzt war. Wie die Polizei mitteilte, witterte ein Fährtenhund eine Spur vom Grundstück der Frau zum angrenzenden Gewässer. Die Polizei suchte am Mittag mit zwei Hubschraubern nach der 77-Jährigen. Die Suche wurde am Nachmittag vorläufig eingestellt. (fp/dapd)
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Die Pegel in Sachsen:
Die Daten werden bereitgestellt vom Landesamt für Umwelt und Geologie Sachsen