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Zukunftsforscher Horst Opaschowski

Foto: Privat

Sicherheit wird wichtiger als Freiheit

Zukunftsforscher Horst Opaschowski sagt, dass Terrorangst, Flüchtlings- zustrom und Finanzkrisen die Wertehierarchie der Deutschen verändert haben. Die Silvesternacht bestätigte die Terrorangst.

Von Stephan Lorenz
erschienen am 02.01.2016

Chemnitz. Das zurückliegende Jahr der Dauerkrisen hat seine Spuren hinterlassen. Daher wird 2016 auch ein Ausnahmejahr, prognostiziert der Hamburger Zukunftsforscher Horst Opaschowski aufgrund aktueller repräsentativer Umfragen unter 1000 Deutschen in Kooperation mit dem Hamburger Ipsos-Institut: "Zweifel, Skepsis und Ängste breiten sich aus. Den Deutschen geht es insgesamt wirtschaftlich gut, aber sie verlieren ihren Zukunftsoptimismus." Für das Lebensgefühl der Deutschen werde 2016 ein Jahr des Stimmungsumschwungs. "Meine Beobachtung ist aber eine Augenblicksaufnahme. Sie sagt etwas über die Stimmung zum Jahresende aus. Von den Ergebnissen her ist das sicher erdrutschartig, aber wenn wir etwa im Sommer erfolgreich bei der Fußball-Europameisterschaft abschneiden, ist vieles wieder vergessen", räumte Opaschowski ein.

Kürzlich lautete sein Umfrage-Fazit, dass die "German Angst" wiederkommt. Darunter versteht er das Phänomen, dass die Deutschen schon immer dazu neigen, bestimmte Entwicklungen pessimistisch zu sehen. Die Spaßgesellschaft sei schon lange out. "Wir müssen jetzt Abschied nehmen von einer Gesellschaft der Absicherungen und Versicherungen, die jahrzehntelang Rundum-Sorglos-Pakete schnürte. Das Sicherheitsdenken hat sich grundlegend verändert", so Opaschowski. Für 2016 gelte: Sicherheit wird die neue Freiheit der Deutschen. In der Wertehierarchie der Deutschen habe inzwischen Sicherheit eine größere Bedeutung als die Freiheit. Das sei in Dauer-Krisenzeiten keine Überraschung. Flüchtlingskrise und Terrordrohungen erschüttern zudem das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik.

Auch das Meinungsforschungsinstitut YouGov stellt massive Ängste bei den Deutschen fest: Zwei Drittel der Bundesbürger rechnen demnach mit einem IS-Anschlag in Deutschland. Nur 17 Prozent glauben nach der Umfrage nicht daran.

Die Jugend bleibt laut Opaschowski ein Hoffnungsträger. "Als "Generation Krise" wird sie immer krisenresistenter. Ihr Lebenskonzept lautet: Wir leben nicht in einer Bestzeit, aber wir wollen das Beste aus unserem Leben machen." Zudem wollen und müsse die Bundesbürger wieder mehr zusammenhalten. Sie sind dazu bereit - die Ostdeutschen genauso wie die Westdeutschen.

Die Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen kommt zu einem ähnlichen Ergebnis wie Opaschowski. Es gebe eine "Renaissance der menschlichen Nähe", erklärt der Leiter der Stiftung, Ulrich Reinhardt. Fast neun von zehn Bundesbürgern seien der Ansicht: "Für Egoismus ist in unserer Gesellschaft immer weniger Platz, wir müssen näher zusammenrücken." Hohe Anforderungen stellten die Deutschen laut Opaschowski an die Politik: Die Deutschen wollen von der Politik hören, wohin es geht und nicht nur, "was gerade noch geht". 

 

 
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Kommentare
6
(Anmeldung erforderlich)
  • 03.01.2016
    21:48 Uhr

    GrafZ: Ich hoffe, die Freie Presse hat für diesen Käse kein Geld bezahlen müssen. Er ist ein Lobbist, der viel schreibt und wenig sagt. Es gibt dafür durchaus Wissenschaftler, auch wenn diese vielleicht Sachen sagen, die wenigen hier gefallen würden. Über Herrn O. hat die FAZ einst schon geurteilt: "evident unprofessionell".

    0 3
     
  • 03.01.2016
    21:31 Uhr

    BlackSheep: hamwer das nicht super hingekriegt, endlich können wir die Demokratie, Freiheit und ähnlichen Unfug für die Sicherheit abschaffen

    0 4
     
  • 03.01.2016
    10:36 Uhr

    noky: Entsetzen und Ohnmacht sind geschürt, wem nützt es? Die Angst geht um, wem nützt es? Madrid, London, Paris – alle Städte westlich von Deutschland, wem nützt es?

    Der IS bekennt sich zu den Terrorakten, aber war er es wirklich oder sind sie nur Marionetten von ganz gewieften Puppenspielern, denn die Entstehung des IS ist nicht auf dem Mist einiger sogenannten Gotteskrieger entstanden. Also, wem nützt es?

    Fazit : Der ganze angebliche Terror ist ein Krieg der Eliten gegen die Völker. Die Terrorbanden sind lediglich ihre Waffe. Vollkommene Destabilisierung, Angst, Verzweiflung und Chaos ist das Ziel, um eine totalitäre Regierung der globalen Eliten zu installieren.

    Der Hass, der gegen Muslime im Allgemeinen geschürt werden soll ist ebenfalls ein Mittel. Opfer dieses Krieges sind die einfachen Menschen, die Bürger und auch die Flüchtlinge und Migranten, die ebenfalls als Waffe eingesetzt und verheizt werden, sagt Gearoid O’Colmain in diesem Video.

    Gearoid O Colmain zu den Attentaten von Paris

    3 2
     
  • 03.01.2016
    06:05 Uhr

    vitaminC: Also wenn die FP auch ein schönes Foto von mir ins Netzt stellen würde dass wär schön. Ich bin nähmlich auchein Experte und Zukunftsforscher der längst erkannt hat dass uns durch die illegal Eigereisten Gefahr droht und unsere Freiheit abhanden kommt. Ich bekomme leider kein Geld dafür als Zukunftsforscher. Aber vielleicht sorgen die illegal eingereisten Fachkräfte ja für Ordnung und Sicherheit auf Großveranstaltungen oder Bahnhöfen.

    1 4
     
  • 02.01.2016
    18:43 Uhr

    gelöschter Nutzer: Zukunftsforschung ist genau so wissenschaftlich und präzise wie Astrologie oder der Wetterbericht.
    Und ob die Fußball EM ohne Absage von Spielen und ständigen Terrorwarnungen über die Bühne geht, bleibt noch abzuwarten.

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