Der Grand Prix 2012 war ein Erfolg. Doch hinter den Kulissen derjeneigen, die die Veranstaltung retten halfen, gibt es Streit.Foto: Andreas Kretschel
Streit der Sachsenring-Retter spitzt sich zu
Verein "Rettet den MotoGP am Sachsenring" hat keinen funktionierenden Vorstand mehr
Hohenstein-Ernstthal. Während in den vergangenen Monaten die Vorbereitungen für den Motorrad-Grand-Prix auf Hochtouren liefen, nahm auch der Streit im Verein "Rettet den MotoGP auf dem Sachsenring" kräftig Fahrt auf. Nun erreichte er einen neuen Höhepunkt.
Vor allem Alexander Vazquez ist verärgert. Er war ursprünglich Vorstandsmitglied, kümmerte sich zeitweise um die Finanzen. Wegen der Probleme hatte er mit zwei anderen Vorstandsmitgliedern vor zwei Monaten seinen Rücktritt erklärt. Übrig blieb Vereinsvorsitzende Jana Lorenz. Sie kritisierte vor wenigen Tagen mit weiteren Fans die aus ihrer Sicht unzureichende Organisation des Grand Prix. "Freie Presse" berichtete. Vazquez kann die Kritik nicht nachvollziehen. "Die Organisation war gut. Von den Fans gab es viel Lob - auch für den Veranstalter, der Sachsenring Rennstreckenmanagement Gesellschaft." Als Beispiel nennt Vazquez die neuen Drehkreuze. "Der Einlass ging dadurch deutlich schneller." Auch bei den freiwilligen Helfern hätte es kaum Probleme gegeben. "Ich weiß nicht, warum Jana Lorenz so etwas behauptet."
Eine Antwort hat Alexander Vazquez dann aber doch parat. Er wirft Lorenz vor, dass sie sich auf Kosten des Vereins in den Vordergrund dränge. "Wir machten die Arbeit und Jana Lorenz präsentierte sich meist nur. Das war auch auf Messen so, bei denen wir für den Grand Prix geworben haben. Wir betreuten den Stand und sie war die ganze Zeit irgendwo unterwegs." Zudem hätte Jana Lorenz sich nicht genügend um die Vereinsunterlagen gekümmert, dafür aber eigenmächtig Entscheidungen getroffen. Vazquez kündigte daraufhin die Mitgliedschaft. Um die 30 Mitglieder taten es ihm gleich. Etwa 110 blieben. An sich treten die Kündigungen jedoch erst zum Jahresende in Kraft. Dies sieht die Satzung so vor. "Ich weiß nicht, ob wir noch Mitglieder sind."
Marcella Drescher, sie war im Vorstand Schriftführerin, sagt: "Wir haben das Gespräch mit Jana Lorenz gesucht. Dazu kam es nicht." Letztlich sei mehr hinter dem Rücken als miteinander geredet worden, erklärt Vazquez. Auch im sozialen Online-Netzwerk Facebook gab und gibt es diverse Meinungsverschiedenheiten. Vazquez fragt sich nun, wozu der Verein noch gebraucht wird. "Unser Ziel ist längst erreicht. Der Grand Prix wurde gerettet."
Vorsitzende Jana Lorenz will den Trubel am liebsten hinter sich lassen. Im Netzwerk Facebook ist sie derzeit nicht aktiv. Lorenz hat sich abgemeldet. Als die "Freie Presse" sie zu den vielen Vorwürfen befragt, antwortet sie jeweils. Kurz darauf kommt eine Mail. In ihr erklärt sie, dass sie nach Beratung mit ihrer Familie ihre Aussagen zurückzieht. Nur folgende Sätze gibt sie frei. "Ich weiß, was in den vergangenen Wochen von wem geleistet wurde. Ich werde mich an intriganten Spielen nicht beteiligen und mich nicht rechtfertigen. Die Vereinssitzung findet am 10. August 2012 statt. Die Einladungen an die Mitglieder gehen in dieser Woche raus."
Fraglich ist, wie es in den kommenden Monaten weitergeht. Eine Möglichkeit: Am 10. August wird der Vorstand des Vereins neu gewählt. Dafür müssten sich willige Mitglieder finden. Die andere Möglichkeit: Der Verein wird aufgelöst.