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Stromversorgung hält Kältewelle und Atomausstieg stand
Trotz Atomausstieg: Deutschland deckt seinen Energiebedarf bisher problemlos
Berlin. Trotz Rekord verdächtiger Kältegrade sind in Deutschland in diesem Winter keine Stromengpässe in Sicht. Auch nach der 2011 begonnenen Abschaltung von Kernkraftwerken kann sich Deutschland selbst versorgen und ist nicht von Importen abhängig. Selbst in der aktuellen Kältewelle zeige sich, so der Branchenanalyst Tobias Federico, Chef von Energy Brainpool Berlin, "das System hat trotz vieler Unkenrufe bestanden". Selbst wenn man die günstige Wetterlage mit viel Wind und Sonne berücksichtige, würde das am Ergebnis nichts Wesentliches ändern.
Die Bundesregierung hatte vor gut neun Monaten im Gefolge der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima acht der 17 deutschen Atommeiler (AKW) vom Netz genommen. Künftig sollen vor allem erneuerbare Energien den kompletten Ausstieg aus dem Atomstrom bis 2022 ermöglichen.
Auch die befürchtete Preisexplosion blieb aus. Der Strompreis sei am Markt über das Jahr 2011 wieder gefallen und habe zuletzt sogar das Preisniveau zum Zeitpunkt der Fukushima-Katastrophe unterboten, so Federico. Für 2012 sagt er ein weiteres Absinken der Strom-Rohpreise um bis zu zehn Prozent voraus.
Auch die Bundesnetzagentur attestiert Deutschland eine gesicherte Kraftwerksleistung. Das Land exportiere weiterhin Strom. Die Sächsische Energieagentur Saena verweist darauf, dass Sonnen- und vor allem Windenergie bundesweit aktuell etwa die zweifache Strommenge erzeugen, wie die Kapazität der acht abgeschalteten AKW betrug.
Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft haben die erneuerbaren Energien inzwischen die Atomenergie von Platz zwei der Energiequellen zur Stromerzeugung abgelöst. Dennoch wächst die Kritik an der Bundesregierung wegen einer Verschleppung der Energiewende. SPD- Chef Gunter Gabriel äußerte in der Presse, Deutschland habe keine Planung für Stromspeicher, der Netzausbau gehe nicht voran. Auch für Energieeffizienz werde nichts getan. Der Bundesverband der Deutschen Industrie bemängelte die hohen Kosten für die Wirtschaft.