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"Wir wollen raus aus Griechenland" - Flüchtlinge demonstrieren im Hafen von Piräus.

Foto: Simela Pantzartzi Bild 1 / 6

Drama in Griechenland: Zehntausende Flüchtlinge sitzen fest

erschienen am 26.02.2016

Athen (dpa) - In Griechenland wird die Lage für Flüchtlinge immer verzweifelter. Obwohl die Balkanroute weitgehend abgeriegelt ist, versuchen weiterhin Tausende, zur Grenze nach Mazedonien zu gelangen.

Am Freitag zogen den dritten Tag in Folge große Flüchtlingstrecks Richtung Norden. Auf dem Festland sind nach neuesten Schätzungen der Polizei mehr als 25 000 Menschen auf dem Weg zur Grenze. Auch in den Parkanlagen und auf den Plätzen von Athen harren Flüchtlinge im Freien aus.

An der mazedonisch-griechischen Grenze ist für die meisten Flüchtlinge Schluss: Nur noch vereinzelt dürfen Syrer und Iraker die Reise fortsetzen, andere Flüchtlinge werden gar nicht mehr durchgelassen. Mittlerweile warten mehrere tausend Menschen an der Grenze bei Idomeni. Dort kam es in der Nacht zum Freitag zu Schlägereien und Messerstechereien unter Flüchtlingen, wie das Staatsradio berichtete.

Das griechische Finanzministerium rief am Freitagabend dringend zu Spenden auf. Vor allem Schuhe der Größe 40 bis 43, Dosenmilch, Babywindeln, Rasierartikel, Plastikbecher, Mineralwasser, Zahnpasta sowie haltbare Lebensmittel würden dringend gebraucht, berichtete das Staatsradio.  

Trotz der prekären Lage treffen täglich neue Migranten aus der Türkei auf den Ägäisinseln ein. Angesichts der dramatischen Entwicklung baut Griechenland im Schnellverfahren neue Auffanglager und versucht, den Flüchtlingszustrom von den Inseln zum Festland zu drosseln.

«Wir müssen den Zustrom wegen des Rückstaus auf dem Festland verlangsamen», sagte der für die Küstenwache zuständige griechische Minister Thodoris Dritsas am Freitag dem Nachrichtensender Skai. Um die Inseln nicht zu überlasten, sollten die registrierten Migranten vorerst auf drei großen Fähren untergebracht werden, die in den Häfen der Inseln Lesbos, Chios und Samos angelegt haben.

«Wir nennen es kontrollierte Verlangsamung», sagte der Minister für Handelsschifffahrt, Thodoris Dritsas, im griechischen Fernsehen. Die Aktion sei notwendig geworden, nachdem in den vergangenen drei Tagen Tausende Migranten in Piräus angekommen seien.

In Piräus kam es am Freitag zu Demonstrationen: «Wir wollen nach Deutschland» und «Lasst uns los» skandierten Flüchtlinge und marschierten rund um den Hafen. Andere verzweifelte Migranten irrten auf den Straßen Athens umher und hielten kleine Plakate mit der Aufschrift hoch: «Wir sind Menschen». Sie hielten Busse und Autos und fragten, ob sie für ein paar Kilometer mitfahren könnten - in der Hoffnung, ein wenig näher zur Grenze im Norden zu gelangen, wie Augenzeugen berichteten.  

Schlepper machen inzwischen neue Angebote. Auf dem Viktoria-Platz im Zentrum Athens wimmelte es am Freitag von Schleppern und Migranten. Flüchtlinge sagten Reportern, der Preis für eine «neue Route» nach Mitteleuropa liege zwischen 2500 und 3000 Euro pro Person. Es werden Fahrten über Albanien nach Mitteleuropa oder über die Adria und das Ionische Meer nach Italien angeboten. Bislang seien aber keine nennenswerten Flüchtlingsbewegungen Richtung Albanien von den griechischen Behörden registriert worden, berichtete das Staatsradio. 

Griechenland wirft Österreich vor, die Blockade mit dem umstrittenen Balkan-Treffen am Mittwoch in Wien vorangetrieben zu haben. Einen Tag nach dem Rückzug der griechischen Botschafterin aus Wien lehnte die Regierung in Athen einen Besuch der österreichischen Innenministerin Johanna Mikl-Leitner in Griechenland ab.

 
© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
 
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Kommentare
2
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  • 27.02.2016
    09:44 Uhr

    aussaugerges: Ich weiß nach vielen Jahren an der Ausbildung mit Moslems das eine ##### Einladung ##### fast eine Blutsbindung hat.
    Das habe ich der Frau Merkel leider nicht sagen können.
    Schade.

    Altersweisheit ist nicht gafragt. (Ein User hier)
    Das ist in Arabien ganz anders.

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  • 26.02.2016
    21:41 Uhr

    aussaugerges: Frau Merke ihre Einladung wurde für bare Münze genommen.

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