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Entscheidung über Zukunft von Manroland fällt am Mittwoch

Lübecker Mischkonzern Possehl und US-Finanzinvestor wollen einsteigen

Augsburg/Lübeck (dapd). Die Gläubiger des weltweit drittgrößten Druckmaschinenherstellers Manroland entscheiden am Mittwoch in Augsburg über die Zukunft des insolventen Unternehmens. Der Lübecker Mischkonzern Possehl konkurriert einem Medienbericht zufolge mit dem US-Finanzinvestor Platinum Equity um einen Einstieg bei dem Konzern mit insgesamt 6.500 Mitarbeitern.

Insolvenzverwalter Werner Schneider will nach eigenen Angaben am Mittwochnachmittag dem Gläubigerbeirat die Konzepte der beiden Interessenten zur Entscheidung vorlegen. In diesem Zusammenhang soll auch "der erforderliche Stellenabbau festgelegt" werden.

Possehl habe ein Angebot für die Übernahme des Rollenoffsetdrucks am Standort Augsburg abgegeben und sei bereits in konkreten Verhandlungen, teilte der Mischkonzern am Dienstag in Lübeck mit. Damit verbunden sei die Übernahme "eines Großteils" der 2.400 Mitarbeiter in Augsburg.

An einen Einstieg bei den Standorten im sächsischen Plauen und in Offenbach bei Frankfurt am Main ist Possehl zunächst offenbar nicht interessiert. Allerdings soll Plauen durch eine längerfristige Lieferbeziehung gestützt werden, hieß es. Eine spätere Beteiligung sei zudem nicht ausgeschlossen. Die Lübecker wollten das Rollenoffset-Geschäft künftig profitabel betreiben und die Arbeitsplätze langfristig sichern.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Schneider wollte sich zu dem zweiten Interessenten nicht äußern. Über die Entscheidung des Gläubigerbeirats wolle man am Mittwochabend informieren. Wie die "Augsburger Allgemeine" (Dienstagausgabe) unter Berufung auf Arbeitnehmer- und Branchenkreise berichtete, handelt es sich bei dem zweiten Bieter um die US-Beteiligungsgesellschaft Platinum Equity aus Los Angeles, die alle drei Standorte für 100 Millionen Euro übernehmen wolle.

Der IG Metall lagen die Bieterkonzepte noch nicht vor. Daher könne man auch noch keinen Favoriten nennen, sagte die Erste Bevollmächtigte der IG Metall Augsburg, Christiane de Santana. Man wolle allerdings einen langfristigen Partner. "Mit Possehl haben wir gute Erfahrungen gemacht", sagte sie und erinnerte an den Einstieg beim Augsburger Hersteller von Kuvertieranlagen, Böwe Systec, nach der Insolvenz.

Nach einer Entscheidung sollten die Mitarbeiter umgehend Klarheit erhalten. "Ich gehe davon aus, dass die Belegschaft spätestens am Montag informiert wird", sagte die Gewerkschafterin. Einen Termin gebe es allerdings noch nicht.

dapd

 
erschienen am 17.01.2012
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