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Grünes Licht auf dem alten Rügendamm

Komplizierte Sanierung dauerte fast 19 Monate - Meiningenbrücke wird nächste Großbaustelle

Stralsund (dapd). Nach fast 19 Monaten Bauzeit rollt ab Donnerstag der Autoverkehr wieder über den sanierten Rügendamm von und nach Rügen. Die Verkehrsfreigabe für die 540 Meter lange Inselanbindung über den Strelasund erfolge damit eine Woche früher als geplant, sagte der Chef des Straßenbauamtes Stralsund, Ralf Sendrowski, am Sonntag.

Dank vorfristiger Fertigstellung könne somit der Gästeansturm zur Vorweihnachtszeit gleichzeitig über die neue Hochbrücke als auch über den 1937 gebauten Rügendamm bewältigt werden. Derzeit würden noch letzte Fahrbahnmarkierungen und Straßenschilder gesetzt.

Seit Mai 2010 hatten Experten der Firma Schachtbau Nordhausen die verrostete Stahlkonstruktion durch neue Träger ersetzt. "Wir konnten für die Arbeiten nicht mehr wie beim Austausch großer Bahnsegmente im Sommer 1990 Schwimmkräne einsetzen", sagte Sendrowski. Denn inzwischen versperre ja die neue Rügenbrücke den großen Spezialschiffen den Zugang. Stattdessen mussten nun insgesamt 46, jeweils elf Meter lange Segmente mit Mobilautokranen im sogenannten Vor-Kopf-Verfahren gegen neue Teile ausgetauscht werden.

Dank neuer Stahllegierungen, Konstruktion- und Montageverfahren sei das Gewicht des Rügendamms um etwa ein Drittel reduziert worden, sagte Bauleiter Torsten Döring. Der Rügendamm, der nun mindestens weitere 30 bis 50 Jahre genutzt werden könne, dürfe künftig mit Tempo 50 befahren werden.

Parallel zur Brückenerneuerung wurde der Damm mit Steinschüttungen und neuen Spundwänden stabilisiert. Die vom Bund übernommenen Kosten für die Sanierung des Rügendamms, der nach der Eröffnung der neuen Rügenbrücke im Herbst 2007 zur Landesstraße heruntergestuft worden war, beliefen sich auf 14,8 Millionen Euro, rund 4,8 Millionen mehr als ursprünglich geplant.

Bis zum Frühsommer würden noch Restarbeiten erledigt, sagte Sendrowski. Unter anderem müsse der Brückenunterbau konserviert werden. Verkehrsbehinderungen werde es nicht geben.

Mit der Sanierung des Rügendamms werde nach dem Bau der A 20, des Rügenzubringers mit der neuen Rügenbrücke und der Wolgaster Peenebrücke eines der bislang umfassendsten Verkehrsprojekte in Mecklenburg-Vorpommern realisiert, sagte Sendrowski. Zu den nächsten Großbaustellen gehöre die Errichtung einer Behelfsumfahrung zum Fischland-Darß-Zingst.

Die rund 7,6 Millionen Euro teure Ersatzbrücke über den Meiningenstrom soll bis Mitte Mai 2012 errichtet werden. Über sie wird dann der Autoverkehr rollen, während eine neue Meiningenbrücke für den Straßen- und Bahnverkehr gebaut wird. Nach dem Baubeginn für Rügens neue Schnellstraße B 96 n werde auch die Planung für die ab 2015 zu bauende Südumgehung von Bergen gestartet, kündigte Sendrowski an. Vorgesehen sei auch eine Brücken- oder Tunnelquerung einer Bahnstrecke vor Mukran.

dapd

 
erschienen am 11.12.2011
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