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IZA-Direktor hält Vollbeschäftigung in Deutschland für möglich
"Bisher ist der Arbeitsmarkt auf die demografischen Veränderungen nur schlecht vorbereitet"
Bonn (dapd). Der Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn, Klaus Zimmermann, sieht Deutschland auf dem Weg zur "Vollbeschäftigung". Zimmermann sagte der Nachrichtenagentur dapd, die Zahl der Arbeitslosen könne ab 2015 "angesichts der jetzt massiv einsetzenden demografischen Entlastungen unter die Zwei-Millionen-Grenze rutschen". Aufgrund der Altersentwicklung werde zum Beispiel im Jahr 2012 das Arbeitskräfteangebot um rund eine Viertel Million Menschen abnehmen.
Zimmermann betonte, dieser Prozess werde "sich in den kommenden Jahren weiter forcieren". Insofern könne Deutschland "in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts Vollbeschäftigung erreichen, also eine Arbeitslosenquote bei vier Prozent". Der IZA-Direktor fügte hinzu: "Ich gebe aber zu, dieses Ziel ist ehrgeizig und setzt voraus, dass Politik und Tarifparteien daran aktiv arbeiten."
Die dringlichste politische Aufgabe der kommenden Jahre sei es, "den deutschen Arbeitsmarkt demografiefest zu machen". Zimmermann kritisierte: "Bisher ist der deutsche Arbeitsmarkt auf die dramatischen demografischen Veränderungen nur schlecht vorbereitet. Ein Gesamtkonzept fehlt."
Notwendig seien unter anderem mehr Anreize, Ältere länger in Beschäftigung zu halten. Zimmermann fügte hinzu: "Wenn es gelingt, unter den 55- bis 65-Jährigen bis zum Jahre 2025 eine Beschäftigungsquote von wenigstens 70 Prozent zu erreichen, können so mehr als eine Million zusätzliche Arbeitskräfte gewonnen werden."
Ebenso sollten "die Anreize für jene verbessert werden, die auch über die Regelaltersgrenze hinaus flexibel länger arbeiten wollen". Das Festhalten an starren Rentenaltersgrenzen sei "im Blick auf die demografischen Veränderungen nicht mehr zeitgemäß".
Im neuen Jahr erwartet Zimmermann trotz der Unsicherheiten durch die Euro-Krise einen weiteren Rückgang der Arbeitslosenzahlen. Er halte im Jahresdurchschnitt ein Absinken der offiziell gemeldeten Zahl der Arbeitslosen auf 2,7 Millionen für möglich.
dapd



