Macht rundum einen guten Eindruck: der i30 cw.
Foto: Hyundai
Herausforderer aus Korea mit Kombi-Vorsprung
Mit dem Kombi i30 cw liefert Hyundai eine attraktive Alternative zum Marktführer Golf Variant
Chemnitz. Zumindest der Zeitvorsprung ist dem Herausforderer sicher: Bevor Volkswagen 2013 den Golf Variant auf Basis der siebten Generation ins Rennen schickt, ist Hyundai vorgeprescht: Mit dem attraktiv geformten, einladend großzügig ausgestatteten und preislich verführerisch positionierten i30 cw stellen die Koreaner dem im März gestarteten neuen i30-Fließheckmodell eine interessante Kombi-Variante zur Seite.
Atemberaubend ist das Tempo, das Hyundai und das Tochterunternehmen Kia vorlegen. Hierzulande wuchsen die Koreaner in den ersten sieben Monaten um 17,6 Prozent.
Den Grundstein des Erfolgs legen deutsche Designer: Thomas Bürkle - früher bei BMW - bei Hyundai und Peter Schreyer - zuvor bei VW - bei Kia. Seinen Arbeitsplatz hat Bürkles Team in Rüsselsheim, gebaut werden die von ihm entworfenen Autos im tschechischen Novošice. Geschickt wirbt Hyundai für sich als europäischer Hersteller und klotzt mit hohem Werbebudget bei Fußball-Großereignissen.
Aktuelle Speerspitze des Angriffs ist der i30, der auch als Kombi mit einer Länge von 4,49 Meter eine gute Figur macht. Die optische Gefälligkeit korrespondiert mit einer Wertanmutung, die das Streben nach Premium verrät. Über diesen Anspruch spricht die deutsche Hyundai-Führung nicht, auch nicht über den Ehrgeiz, VW-Qualität zu erreichen. Das sollen die Kunden erfahren oder erfühlen. Die Sitzposition ist tadellos, die Bedienung nach schneller Eingewöhnung intuitiv und das Platzangebot beachtlich: Hinter den Rücksitzen beträgt das Fassungsvermögen 528 Liter, bei umgeklappter Bank sogar 1642 Liter. Das sind 250 Liter mehr als beim Vorgänger.
Der i30 cw ist der erste Kombi eines asiatischen Herstellers mit Pfiff und hoher Alltagstauglichkeit. Ein Trennnetz zwischen Gepäck- und Passagierraum, ein ebener Ladeboden, Verzurr-Ösen und Fächer für Kleinkram verraten Detailliebe, über die sich Urlaubsreisende ebenso freuen wie Handwerker oder Hobbybastler. Kritik verdienen weder die Sicherheitsausstattung noch das Fahrwerk. Beim Euro-NCAP-Crashtest erhielt der i30 cw fünf Sterne, auch bei voller Zuladung ist ein ausreichendes Maß an Komfort gewährleistet.
Einstiegspreise von 17.290 Euro für den 1,4-Liter Benziner mit 73 kW/99 PS und 19.240 Euro für den 1,4-Liter Diesel mit 66 kW/90 PS unterstreichen die aggressive Hyundai-Strategie, die eine Fünfjahres-Garantie einschließt. Doch erlauben die Basistriebwerke nur eine träge Fahrweise. Wer mit Gepäck verreist und schneller unterwegs sein möchte, sollte zu den leistungsstärkeren Dieseln (81 kW/110 PS und 94 kW/ 128 PS) oder zum 1,6-Liter Benziner mit 99 kW/135 PS mit Direkteinspritzung greifen. Auf eine Start-Stopp-Automatik müssen i30-Fahrer ebenso verzichten wie auf ein Automatikgetriebe. Doch auch das werden die Koreaner auf ihrem Eroberungsfeldzug bald nachreichen.
Typenblatt
Hyundai i30 cw (Kombi): Länge/Breite/Höhe (in m): 4,49/1,78/ 1,50; Kofferraum: 528 bis 1642 Liter; Einstiegsmotorisierung: 1,4-Liter-Benzin-Motor mit 73 kW/99 PS, Höchsttempo: 180 km/h, Normverbrauch: 6,5 Liter auf 100 km (Classic, Trend), CO2-Ausstoß: 145 g/km (Classic, Trend); Preise ab 17.290 Euro.